Theaterpädagogik
Wie bereits in der Festspielsaison 2010 gibt es in diesem Jahr ein theaterpädagogisches Angebot der Brüder Grimm Märchenfestspiele für Schulen und Kindergärten. Die Festspiele wollen damit ihrer großen Verantwortung dem Theaterpublikum, sowie den Märchen gegenüber, gerecht werden. In Zeiten von schnellen, jederzeit abrufbaren Medien wird der Raum für Theater enger. Deshalb ist es wichtig, darauf zu achten, dass Märchen in ihrer Aktualität wahrgenommen werden. Als Theater ist es uns somit wichtig, für die heutige Gesellschaft interessant und greifbar zu bleiben, ohne das Produkt "Brüder Grimm Märchenfestspiele" zu verlieren. Die Theaterpädagogik sehen wir dafür als gutes Sprachrohr und verbindendes Medium. Sie öffnet für das Publikum Erfahrungs- und Gestaltungsräume in den eigenen Lebensphasen. Theaterpädagogik verdeutlicht jedem Einzelnen, was Theater bzw. Märchen für ihn persönlich bedeuten kann.
Wir möchten unsere Zuschauer mit theaterpädagogischen Mitteln persönlich ansprechen und ihre Neugier wecken. Der Zuschauer kann dadurch intensiv in die Welt des Theaters eintauchen und mehr Theaterzauber, Theatererlebnisse und Verständnis für Theater mit nach Hause nehmen. Aber auch die Brüder Grimm Märchenfestspiele als Theater haben die Möglichkeit, ihr Publikum besser kennen zu lernen und seine Bedürfnisse und Wünsche genauer zu erfahren.
Theaterpädagogik trägt dazu bei, die Arbeit unserer Festspiele und unsere Philosophie transparenter zu machen. Der stumme und einseitige Austausch zwischen Publikum und Theater bzw. Akteuren soll bei den Märchenfestspielen zu einem aktiven und lebendigen Austausch beider Seiten werden.
Wir sind gespannt auf Ihre Fragen, Anregungen und Kritik rund um das Thema Theaterpädagogik in unserem Hause.
Wir sehen uns im Theater.
Dieter Gring
Festspielleiter
Ulrike Leithner
Theaterpädagogin
Theaterpädagogische Angebote zu den Festspielinszenierungen
Im Rahmen unserer theaterpädagogischen Arbeit möchten wir Ihnen unsere Materialmappen vorstellen. Die Materialmappen sind zur Vorbereitung auf den Theaterbesuch gedacht.
Die Mappe wendet sich an Kindergartenkinder und Schüler der Grundschule.Während die Theaterpädagogin sich im letzten Jahr mit dem Thema Wirklichkeit und Fiktion beschäftigte, ist es 2011 "das gesprochene Wort". Unter theaterpaedagogik@dieleithners.de können Sie die theaterpädagogische Begleitmappen anfordern.
Verkehrte Welt
Wie geht‘s in der verkehrten Welt?
Da wird der Tisch auf den Teller gestellt,
der Hahn legt die Eier, die Henne kräht,
der Garten wird in die Blumen gesät.
Da wäscht der Strumpf das Mädchen rein,
an den Hühnern wärmt sich der Sonnenschein,
das Nest sich auf die Tauben setzt,
und das Schaf wird auf den Hund gehetzt.
Ein Spiel:
Es findet sich ein Paar. Setzt euch gegenüber. Einer fängt an. Er fasst sich an die Nase und sagt Ohr. Der Gegenüber sagt Ohr und fasst sich ans Knie. Der andere wieder, fasst sich ans Knie und sagt Schulter. Und so weiter. Versucht dabei immer schneller zu werden, aber nicht durcheinander kommen.
Dunkel war‘s
Dunkel war‘s der Mond schien helle,
Schnee lag auf der grünen Flur,
als ein Wagen blitzeschnelle
langsam um die Ecke fuhr.
Drinnen saßen stehend Leute,
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossener Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.
Und ein blond gelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar
saß auf einer blauen Kiste,
die rot angestrichen war.
Kannst Du die verkehrten Reime fortsetzen?
