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Schimmel

Zu viel Feuchtigkeit in der Wohnung birgt das Risiko der Schimmelbildung. Wie kommt das? Was kann man dagegen tun?

Das Problem Zum Seitenanfang

Schimmelpilze kommen überall vor: in der Luft, im Boden, aber auch in Innenräumen. Sie brauchen zum Wachsen vor allem eins: Feuchtigkeit! Und die finden sie in Gebäuden z.B. nach Feuchteschäden oder durch ungenügendes Heizen und Lüften in Wohnungen.
verschimmelte Außenwand
Stark verschimmelte Außenwand, hervorgerufen durch Kondenswasser und mangelnde Lüftung/Heizung. Die Schwarzfärbung an der Fensterlaibung wird durch Pilzsporen hervorgerufen.


Was sind Schimmelpilze? Zum Seitenanfang

“Schimmelpilze” ist ein Sammelbegriff für Pilze, die farblose Pilzfäden (Hyphen) und gefärbte Sporen ausbilden können. Sie kommen überall dort vor, wo sie günstige Wachstumsbedingungen finden. In Innenräumen ist dies oft der Fall, denn dort finden die Pilze günstige Temperaturen und genügend Nährstoffe z.B.
  • Holz, Spanplatten

  • Papier, Pappe

  • Tapeten, Tapetenkleister

  • Gummi, Kunststoffe, Silikon

  • Teppichböden und Kleber

  • Farben, Lacke

  • Leder
Mikroskopische Aufnahme
Mikroskopische Aufnahme von Sporenköpfen fädig wachsender Schimmelpilzen (hier Aspergillus)

Das heißt Schimmelpilze können auf nahezu allen Materialien wachsen, selbst auf Glas, wenn sich hier organische Partikel und Stäube aus der Luft abgesetzt haben.

Da Temperatur und Nährstoffangebot in Innenräumen ideal sind, ist der entscheidende Faktor für das Wachstum von Schimmelpilzen das Feuchteangebot.

Eine Raumluftfeuchte von 40 - 60 % gilt als angenehm für die Bewohner. Übersteigt die Raumfeuchte dauerhaft Werte von >70% und/oder schlägt sich warme Innenluft an kalten Außenwänden nieder (Kondenswasserbildung), so begünstigt dies das Schimmelwachstum.
Schimmelpilzwachstum
Schimmelpilzwachstum in einer Außenecke

Erhöhte Feuchtigkeit entsteht z.B. durch direkten Eintrag von Wasser (Wasserrohrbruch, schadhafte Dächer, Baufehler). Abhilfe schafft hier nur die Beseitigung der Schadensursache.
Aber auch durch das normale Nutzen eines Raumes (Schwitzen, Baden, Duschen, Kochen) entsteht viel Feuchtigkeit. Wird diese nicht durch ausreichendes Heizen und Lüften entfernt, so bieten die Raumfeuchte und Kondenswasser ideale Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze.
Thermoaufnahme
Die Thermoaufnahme der obigen Außenecke zeigt, dass eine Kältebrücke vorliegt. Hier kondensiert Feuchtigkeit und begünstigt Schimmelbildung.



Sind Schimmelpilze gefährlich? Zum Seitenanfang

Schimmelpilze in Wohnungen sollten aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen nicht akzeptiert werden.
Bei empfindlichen Personen können Schimmelpilzsporen allergische Reaktionen oder Atemwegsbeschwerden auslösen. Allerdings ist bisher nicht geklärt, ab welcher Konzentration an Schimmelpilzen in der Luft mit gesundheitlichen Auswirkungen gerechnet werden muß.
Infektionen durch Schimmelpilzsporen in der Luft (Mykosen) kommen nur sehr selten und nur bei besonders immungeschwächten Personen vor. Relevanter ist hier der Verzehr von verschimmelten Nahrungsmitteln, was unbedingt vermieden werden sollte.
Marmelade
Verschimmelte Marmelade


Was kann man gegen Schimmelpilzwachstum tun? Zum Seitenanfang

Vermeiden kann man Schimmelpilzwachstum dann, wenn übermäßige Feuchte in Räumen verhindert wird. Dazu gehört die Errichtung des Gebäudes nach dem Stand der Technik und die sachgerechte Sanierung von Altbauten. Kältebrücken sollten unbedingt vermieden werden, da an diesen Stellen die Feuchte in der Raumluft kondensieren kann.
Ist die Bausubstanz in Ordnung, dann sind die Wohnungsnutzer gefragt, günstige Wachstumsbedingungen für Pilze zu verhindern. Durch richtiges Lüften und Heizen kann die Feuchtigkeit im Gebäude begrenzt werden.
Offenes Fenster
Mehrfaches Lüften durch weitgeöffnete Fenster sorgt für Luftaustausch und Feuchtig- keitstransport nach außen.


Liegt erst einmal ein Schaden vor, dann muß etwas unternommen werden. Fachfirmen helfen Schäden zu begutachten und weisen auf Sanierungsmöglichkeiten hin.

Kleinere Schäden durch Schimmelpilzbefall (max. 20 - 40 cm2) kann man im Do-it-yourself Verfahren beseitigen:
  • Trat der Pilzbefall durch Baufehler auf, müssen zunächst die Ursachen behoben werden.

  • Die Sanierung muss das Ziel haben, die Schimmelpilze vollständig zu entfernen. Ein bloßes Abtöten der Pilzhyphen reicht nicht aus, da die Sporen munter weiter wachsen.

  • Tapeten vorsichtig vollständig entfernen und in Plastiktüten verpackt im Hausmüll entsorgen. Befallenen Putz ebenfalls entfernen.

  • Stellen mit 70 - 80%igem Ethanol (bekommt man in der Apotheke) desinfizieren.
Tapetenstück
Tapetenstück nach Sanierungsanstrich mit Fungiziden.

  • Befallene Möbelstücke oberflächlich feucht reinigen und ebenfalls mit Ethanol desinfizieren.

  • Befallene Polstermöbel können meist nicht sinnvoll saniert werden und sollten daher entsorgt werden.

  • Abzuraten ist vom Einsatz chemischer Pilzbekämpfungsmittel (Fungizide), da nicht auszuschließen ist, dass diese giftigen Stoffe über lange Zeit die Innenraumluft belasten. Außerdem werden Schimmelpilzsporen nicht unbedingt abgetötet (Abb.).

  • Abzuraten ist auch vom Gebrauch von Essiglösungen. Viele Baustoffe neutralisieren den Essig. Außerdem bringt man durch Essiglösung zusätzliche organische Bestandteile, also Nährstoffe auf die Flächen auf.

  • Bitte Sanierungsarbeiten mit Handschuhen, Mund- und Augenschutz durchführen, damit kein unnötiger Kontakt mit Pilzsporen auftritt.

  • Größerer Befall (vgl. Bild oben) sollte nur von Fachfirmen beseitigt werden.
Abdruckproben des o.g. Tapentenmaterials
Abdruckproben des o.g. Tapentenmaterials


Links und andere Informationen: Zum Seitenanfang

Technischer Umweltschutz
Hessen-Homburg-Platz 7   Anzeige im Stadtplan
63452   Hanau
Ihre Ansprechpartner
Peter Huber  Schreiben Sie eine EMail
Tel:  06181/295-751


Vortrag “Kellerfeuchtigkeit im Altbau” gestaltet. 
Vortrag "Schimmelbefall in Gebäuden” zusammengestellt, welches Sie als pdf-Datei herunterladen können. 
Das Umweltbundesamt hat zwei Informationsbroschüren zum Thema Schimmel herausgegeben. 

©2008 Stadt Hanau  Bauaufsicht, Denkmal- und Umweltschutz - Umwelt- und Naturschutz Stand: 20.05.2008 21:55    Zurück Zum Seitenanfang