Konversion militärischer Flächen in Hanau

Der Begriff "Konversion" beschreibt in der Stadtplanung die Wiedereingliederung von brach liegenden Flächen und Gebäuden in den Wirtschafts- und Naturkreislauf.


Pioneer Kaserne in Wolfgang
Pioneer Kaserne in Wolfgang
Pioneer Kaserne in Wolfgang
Pioneer Kaserne in Wolfgang
Gefahrenabwehrzentrum Hans Martin
Gefahrenabwehrzentrum Hans Martin
Cardwell Wohnanlage
Cardwell Wohnanlage
Lehrhöfer Park / Old Argonner Kaserne
Lehrhöfer Park / Old Argonner Kaserne
Przewalski Pferde auf Campo Pond
Przewalski Pferde auf Campo Pond
Berus Reihenhäuser
Berus Reihenhäuser
Yorckhof Stadtvillen
Yorckhof Stadtvillen
Konversion

Die Konversion von 340 Hektar ehemaliger US-Militärliegenschaften hat der Stadt Hanau in den vergangenen zehn Jahren einen großen Entwicklungsschub beschert. Es entstanden mehr als 1000 Wohneinheiten, 1500 weitere sind auf der ehemaligen Pioneer-Kaserne im Stadtteil Wolfgang geplant. Durch die Neu-Ansiedlung von Unternehmen, Dienstleistern, Schulen und einer Kita wurden rund 1300 Arbeitsplätze geschaffen. Zudem entstanden ein neues Gefahrenabwehrzentrum sowie Naturreservat für Przewalski-Urwildpferde.
Inzwischen sind rund 250 Hektar Konversionsflächen einer neuen Nutzung zugeführt. Einige wenige Flächen stehen jedoch noch für Wohn- oder Gewerbeansiedlungen zur Verfügung:

Laufende Konversionsprojekte Nach Oben

Abgeschlossene Konversionsprojekte Nach Oben

Historie:

1. Phase (90er Jahre) Nach Oben

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die US-Streitkräfte die militärischen Anlagen der Deutschen Wehrmacht, modernisierten und erweiterten sie über die Jahre. Mit der Zeit wurde der Standort Hanau (Hanau Garrison) zu einem der größten und bedeutendsten US-amerikanischen Militärstützpunkte Europas mit rund 30.000 Soldaten, Familienmitgliedern und zivilen Angestellten in den 70er und 80er Jahren.

In den 1990er Jahren erfolgte eine erste Reduzierung der in Deutschland stationierten Einheiten der US-Streitkräfte. Im Zuge dessen wurden auch in Hanau die ersten Kasernen an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben. Damit begann ein erster Konversionsprozess, der seit langem erfolgreich abgeschlossen ist. Er betraf die Hessen-Homburg Kaserne (heute Schulzentrum Hessen-Homburg, Staatliches Schulamt, Technisches Rathaus), die Francois-Kaserne (heute Wohnpark Francoisgärten, Schule, Kita, Dienstleister, Büros und Volkhochschule) und einem Teilbereich der Großauheim Kaserne (heute Nahversorgungszentrum).

2. Phase (seit 2008) Nach Oben

Im Zuge globaler Truppenbewegungen und Umstrukturierungen zog das US-Militär nach 63 Jahren Präsenz Ende des Jahres 2008 komplett aus Hanau ab. So fielen weitere 340 Hektar an ehemaligen Militärliegenschaften in die Planungshoheit der Stadt Hanau zurück. Auch diese Konversionsflächen wurden sukzessive von den amerikanischen Streitkräften an die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), zurückgegeben. Die Stadt Hanau schloss einen Kooperationsvertrag mit der BImA, der die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf der Suche nach Investoren und neuen Nutzungsmöglichkeiten bildete. Inzwischen befinden sich mehr als 250 Hektar der ehemaligen US-Liegenschaften in ziviler Nutzung.