Hanau für Familien
Die Sommer-Schließungszeiten 2012 der städtischen Kindertageseinrichtungen
| Sommer-Schließungszeiten 2012 | Dateigröße | |
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| Schließung der Einrichtungen während der Sommerferien 2012 | 11.5kb |
Weiss-Thiel: Betreuungsgeld ist Geldverschwendung
Der Staat muss in qualitativ hochwertige Betreuungseinrichtungen für alle Kinder investieren, statt Betreuungsgeld nach dem Gießkannenprinzip zu verschwenden“, betont Hanaus Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel. Mit diesem „sozial- und familienpolitisch völlig verfehlten Steuerungsinstrument“, davon ist er überzeugt, würden gerade die Kinder der Kita fernbleiben, die diese am nötigsten hätten.
Einkommensstarke Schichten bedürften des Betreuungsgeldes nicht. Für normal verdienende Arbeiternehmer-Familien stünden in der Brüder-Grimm-Stadt 452 U3-Plätze zur Verfügung, darunter 154 in der Tagespflege. Der Stadtrat sieht die Gefahr, dass das Betreuungsgeld in bildungsfernen Elternhäusern den Anreiz verstärken könnte, „die Kinder im eigenen Milieu zu belassen statt sie in eine Kita mit ihrer Vielzahl von Anregungen und Fördermöglichkeiten zu schicken“. Er warnt deshalb vor einer „Prämie fürs Zuhausebleiben“.
Der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze habe für die Stadt Hanau trotz knapper Finanzen oberste Priorität und werde stetig vorangetrieben, damit Eltern und Alleinerziehende Beruf und Familie gut vereinbaren können. So wird am 24. November die neue Kita Nordwest mit rund 100 Plätzen für Kinder zwischen drei bis 14 Jahren offiziell eröffnet .
„Wir richten uns bei unseren Ausbauplanungen nicht nach den theoretischen Zielvorgaben aus Berlin, sondern orientieren uns an der tatsächlichen Nachfrage“, so Axel Weiss-Thiel. Im Bereich unter Drei liegt der Versorgungsgrad aktuell bei knapp 19 Prozent, für 2012 werden rund 23 Prozent angestrebt, für 2013 rund 25 Prozent. Bislang habe der Bedarf nach Plätzen für Kleinkinder immer gedeckt werden können. Eine Quote von 35 Prozent mit umgerechnet 863 Plätzen in zwei Jahren zu erreichen sei ohne einen finanziellen Ausgleich durch Bund oder Land nicht zu schaffen. „Wir brauchen als Kommune mehr Freiheit im Ausbau der Plätze für die Kindertagesbetreuung und weniger kostenträchtige Vorgaben vom Gesetzgeber“, fordert der Sozialdezernent.
Der Stadtrat sieht das Problem bei der Kinderbetreuung an einer ganz anderen Stelle: „Noch können wir als attraktive Arbeitgeberin unser Erzieherinnen- und Erzieherstellen mit gut ausgebildeten Frauen und Männern besetzen. Doch irgendwann trifft auch uns der immer stärker werdende Mangel an diesen pädagogischen Fachkräften.“
Familien- und Jugendberatung genießt viel Vertrauen
„Wir wollen mit der städtischen Familien- und Jugendberatung (FJB) Elternkompetenzen stärken, ohne dabei den moralisierenden Zeigefinger zu erheben“. So umreißt Hanaus Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel das vornehmliche Ziel der städtischen Beratungsstelle. Im Jahr 2010 erreichte die FJB fast 700 Familien. Das wertet Weiss-Thiel als „Vertrauensbeweis in unser Angebot“. Dies vor allem auch deswegen, weil unter diesen Ratsuchenden einige sind, die schon als Kinder mit ihren Eltern Hilfe am Sandeldamm suchten.
Der Beratungsbedarf ist nach den Worten von FJB-Leiter Wolfgang E.K. Reis im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen, von jährlich 450 auf jetzt annährend 700 Familien - entsprechend der Einwohnerzahl übrigens verteilt auf alle Stadtteile.
Darunter sind mittlerweile fast 50 Prozent mit Wurzeln außerhalb Deutschlands. Reis erklärt dies zum einen damit, dass bei Migranten in den Familien die Probleme denen von Deutschen gleichen. Das heißt, Trennungen und Scheidungen mit Belastungen für die betroffenen Kinder nehmen zu; Grenzen- und Respektlosigkeit von Kindern und insbesondere Jugendlichen mehren sich; ein wachsender und oft kritikloser Medienkonsum „entführt“ die Heranwachsenden in eine virtuelle Welt und bringt die Gefahr mit sich, immer weniger Zeit für nötige Erfahrungen und Begegnungen in der realen Welt zu haben. Hinzu kommt, dass die FJB wegen ihrer muttersprachlich Beratenden bei Migratenfamilien Hemmschwellen abzubauen vermag.
Der Beratungsbedarf ist nach den Worten von FJB-Leiter Wolfgang E.K. Reis im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen, von jährlich 450 auf jetzt annährend 700 Familien - entsprechend der Einwohnerzahl übrigens verteilt auf alle Stadtteile.
Darunter sind mittlerweile fast 50 Prozent mit Wurzeln außerhalb Deutschlands. Reis erklärt dies zum einen damit, dass bei Migranten in den Familien die Probleme denen von Deutschen gleichen. Das heißt, Trennungen und Scheidungen mit Belastungen für die betroffenen Kinder nehmen zu; Grenzen- und Respektlosigkeit von Kindern und insbesondere Jugendlichen mehren sich; ein wachsender und oft kritikloser Medienkonsum „entführt“ die Heranwachsenden in eine virtuelle Welt und bringt die Gefahr mit sich, immer weniger Zeit für nötige Erfahrungen und Begegnungen in der realen Welt zu haben. Hinzu kommt, dass die FJB wegen ihrer muttersprachlich Beratenden bei Migratenfamilien Hemmschwellen abzubauen vermag.
Stadtrat Axel Weiss-Thiel
Ebenso wirken sich veränderte Schulzeiten nach Ansicht von FJB-Leiter Reis teils negativ auf belastete Familien aus. G8 und Nachmittagsunterricht führten zu „immer weniger Zeit stress- und konfliktfrei miteinander in Beziehung zu treten“. Für Vereinsleben oder anderweitige Freizeitbeschäftigungen bleibe kaum noch Freiraum. Knappe Zeit erschwere zusehends auch formalisierte Kontakte zu getrennt lebenden Vätern; Besuche etwa alle zwei Wochenenden funktionieren dann häufig nicht mehr. „Wir versuchen daher, in anderen kurzen Abständen vereinbarte und vorhersehbare Treffen zu organisieren“, schildert Reis aus der alltäglichen Beratungspraxis für Familien in Trennungs- und Scheidungssituationen.
Wie aber lässt sich die Erziehungskompetenz von Eltern stärken? „Erziehung zur Selbstverantwortung heißt, immer wieder mit den eigenen Kindern Vereinbarungen auszuhandeln“, rät Reis. Das sei „mühsam, aber lohnend“. Dabei hilft die FJB vielfältig und vermittelt schon jungen Eltern in eigenen Kursen, wie die Kontaktaufnahme und eine sichere Bindung mit dem Kind gelingt.
Stadtrat Weiss-Thiel würdigt die Arbeit der FJB als „unverzichtbaren Beitrag zum sozialen Frieden in Hanau“. Dazu trage auch bei, dass sie eng mit Hanauer Kindertagesstätten, Schulen sowie anderen Beratungsstellen und Hilfeeinrichtungen zusammenarbeite. Die stets steigende Nachfrage mit dem bestehenden Personal professionell zu bewältigen, sei ein weiteres Gütesiegel. Dass hier sinnvoll gewirtschaftet und fachlich vorbildlich gearbeitet werde, habe sogar in einer vergleichenden Untersuchung der Landesrechnungshof der FJB als „Best-Practice-Beispiel“ bescheinigt.
Die Familien- und Jugendberatung am Sandeldamm 21 ist montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr erreichbar sowie montags bis donnerstags von 14 bis 17 Uhr. Telefonische Terminvereinbarungen erfolgen unter der Nummer 06181/187530 oder per E-Mail:
Eine offene Sprechstunde ohne Voranmeldung findet dienstags von 9 bis 10.30 Uhr statt.
Weitere Informationen:
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