Gesellschaft & Soziales

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„Wir sind bei den Menschen im Quartier angekommen“
Pflegefamilien gesucht!

„Wir sind bei den Menschen im Quartier angekommen“

Logo Mehrgenerationenhaus
Mehrgenerationenhaus Fallbach für das Aktionsprogramm II des Bundes ausgewählt
Das im Frühjahr 2010 eröffnete Mehrgenerationenhaus (MGH) Fallbach gehört zu den 450 Einrichtungen bundesweit, die auch im kommenden Jahr wieder vom Bundesfamilienministerium mit 30 000 Euro aus dem Aktionsprogramm II gefördert werden. Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel freut sich, „dass wir durch diesen Zuschuss die Angebote in den zwei wichtigen Bereichen Bildung und Entlastung von Angehörigen von Demenzkranken weiter ausbauen können“.
Das Haus in der Reichenberger Straße ist das jüngste kommunale Stadtteilzentrum in Hanau und das erste, das sich neben der Bildungsarbeit als zweitem Schwerpunkt im Aktionsprogramm dem Themenfeld Demenz widmet. Im Café Auszeit bietet ein von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft geschultes Team seit Mai 2010 einmal im Monat Angehörigen von Demenzkranken den Raum, sich auszutauschen, während die von der Krankheit Betroffenen professionell betreut werden. Neu aufgestellt wird für 2012 ein Betreuungsangebot jeden Dienstag von 15 bis 17.30 Uhr, um pflegende Angehörige zu entlasten. Die Kosten können mit den Pflegekassen abgerechnet werden.
Das barrierefreie Mehrgenerationenhaus in der Reichenberger Straße 59 im Stadtteil Nordwest „ist bei den Menschen im Quartier angekommen“, nimmt dessen Leiter Dieter Kliem wahr. 150 bis 200 Gäste gehen jede Woche ein und aus, die jüngsten können gerade krabbeln, der ältesten sind fast 90 Jahre alt und mögen besonders die gemütliche Atmosphäre im von Licht durchfluteten Kaffeehaus. Der Anteil der Besucher mit ausländischen Wurzeln liegt bei knapp 60 Prozent. „Das hängt mit den vielen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund zusammen, die aus den umliegenden Wohnblocks zu uns kommen“, erklärt Dieter Kliem.
Deren Mütter und Väter schätzen vor allem die Bildungsangebote im Mehrgenerationenhaus wie die sozialpädagogische Hausaufgabenbetreuung für Fünft- bis Neuntklässler dreimal in der Woche. Grundschülern hilft das Team im benachbarten evangelischen Kinderhaus Regenbogen. Weil der Bedarf an Unterstützung in Mathematik und Deutsch vor allem in den Klassen drei und vier sowie sieben und acht groß ist, steckt das MGH-Team Geld aus dem Aktionsprogramm II in spezielle Lernwochen in den Sommer- und Weihnachtsferien. „Die Rückmeldungen nach dem ersten fünftägigen Intensivkurs waren positiv“, sagt Kliem.
Noch ausbaufähig ist die Zahl der Teilnehmerinnen im Deutschkurs für Migrantinnen. Acht Mütter lernen alltagstaugliches Deutsch. Der Kontakt zu ihnen kam in den Vorlaufkursen der Erich-Kästner-Schule zustande. Gut vernetzt ist das MGH auch mit dem städtischen Seniorenbüro, das unter anderem das beliebte Erzählcafé organisiert. Für die im Haus verortete Nachbarschaftshilfe Nordwest werden weitere Akteure gesucht.
Ein wichtiges Merkmal eines Mehrgenerationenhauses ist das Einbeziehen freiwillig Engagierter aller Generationen. „Das Potenzial im Quartier Nordwest ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft“, ist sich Axel Weiss-Thiel sicher. „Die Menschen in dem in der Vergangenheit von einer hohen Fluktuation geprägten Viertel finden erst allmählich zueinander“, vermutet Stadtrat Weiss-Thiel. Das Mehrgenerationenhaus sei ein Ort der Begegnung, in dem sich Hauptamtliche und Ehrenamtliche für ein Wir-Gefühl im Quartier einsetzten, in dem es generationsübergreifende, aber auch altersspezifische Angebote gebe sowie Rat und Unterstützung bei familiären Problemen.
Wenn Not an Mann oder Frau ist, sei es um eine kaputte Lampe an einem Fahrrad zu reparieren, ältere Menschen zum Arzt zu begleiten oder ihnen die Gardinen aufzuhängen, können Dieter Kliem und seine Kolleginnen Greta Rebentisch, Silke May, Bianca Gleim und Anne Gieles in den meisten Fällen auf Freiwillige zurückgreifen, die solche kleinen Dienste gerne übernehmen. „Stadtteilarbeit ist Beziehungsarbeit“, sagt Kliem. „Und wir spüren, dass unsere Arbeit Früchte trägt.“

Pflegefamilien gesucht!

Pflegefamilien springen ein, wenn Vater und Mutter als Eltern ausfallen, mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind oder die familiären Gegebenheiten das Kindeswohl zu gefährden drohen. Der Hessische Rundfunk hat eine Hanauer Pflegefamilie interviewt, um in der Öffentlichkeit dafür zu werben, sich ebenfalls als Vater und Mutter auf Zeit zu engagieren.


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