Soziale Stadt
Aktuelles: Bereits Millionen in das Freigericht-Viertel investiert
Förderung Soziale Stadt dringend notwendig
„Wir stellen uns im Gegensatz zu Land und Bund unserer Verantwortung für die Menschen im Freigericht-Viertel und investieren jährlich mehr als drei Millionen Euro, um soziale Benachteiligungen auszugleichen,“ erwidert Stadtrat Axel Weiss-Thiel auf Kritik aus den Reihen der CDU. Wer die Förderung des Programms „Soziale Stadt“ massiv von über 100 auf unter 30 Millionen Euro kürze, habe keine Legitimation, der Stadt Versagen vorzuwerfen.
Die Kritik des CDU-Bundestagsabgeordneten Peter Tauber und des CDU-Fraktionschefs Dieter Hog, die Stadt vernachlässige das Freigericht, zeuge noch dazu vor einem hohen Maß an Unkenntnis über die „sozialen Investitionen, mit denen wir im Stadtteil für Stabilität sorgen“, betont Weiss-Thiel.
Im besonderen Fokus stünden die Kinder und ihre Familien, die in den Kindertageseinrichtungen unter kommunaler und freier Träger mit Integrationsprojekten und Sprachprogrammen gefördert würden, um ihnen bestmögliche Bildungschancen zu eröffnen. Das mit rund 250 000 Euro jährlich finanzierte Stadtteilzentrum Süd-Ost sei nicht nur Anlaufstelle für alle Generationen und Nationen im Quartier, sondern auch Seismograf für die Stimmung zwischen den Menschen im Quartier, von den rund 60 Prozent ausländische Wurzeln haben. Die Anne-Frank-Schule als Grundschule mit pädagogischer Mittagsbetreuung könne ebenfalls seit Jahren auf eine verlässliche Unterstützung durch die Stadt vertrauen.
Für Axel Weiss-Thiel, der im Freigericht-Viertel aufgewachsen ist und dessen Entwicklung mit einem besonderen Blick verfolgt, sind die wichtigen Investitionen in die soziale Infrastruktur und somit in ein gelingendes Miteinander der Menschen, nur die eine Seite auf dem Weg zu einer „Sozialen Stadt“. Von ebenso so großer Bedeutung sei das Wohnumfeld, um sich im Freigericht-Viertel wohl zu fühlen. Der Stadtteil leide insbesondere unter dem mangelnden Investitionswillen privater Immobilienbesitzer, beispielsweise in das Hochhaus Leipziger Straße oder das Wohnhaus an der Ecke Freigerichtstraße/Alfred-Delp-Straße. Die städtische Baugesellschaft dagegen habe bereits vor fünf Jahren 6,5 Millionen Euro in die Sanierung ihrer historischen Bausubstanz in der Freigerichtstraße gesteckt.
„Um den Stillstand bei den Privaten aufzuheben“, so Weiss-Thiel, „brauchen wir unbedingt Geld aus dem Förderprogramm Soziale Stadt“. Damit einher gehen würden dann städtische Investitionen für bauliche Verbesserungen im öffentlichen Straßenraum sowie in die Umgestaltung des Spielplatzes zwischen Limesstraße und Freigerichtstraße in einen Bürgerpark.
Der Sozialdezernent vertraut nicht darauf, dass der Bundestagsabgeordnete Peter Tauber bei seinen Parteikollegen darauf drängt, dass das Hanauer Freigericht-Viertel zeitnah doch noch in den Genuss der Förderung kommt. Er baut auf starke Verbündete im „Bündnis für eine Soziale Stadt“, dem die Stadt Hanau seit Mai 2011 angehört. Die Vertreter von Kommunen, Vereinen und Spitzenverbänden setzen sich unabhängig von ihrer politischen Farbgebung dafür ein, so Weiss-Thiel, „dass die radikale Kürzung des Programms zurückgenommen wird“.
