Gesundheit

Hier finden Sie gebündelte Informationen und Adressen zum weiten Feld der Gesundheitsthemen.

Paula-Fürst-Schule für Kranke plant Erweiterung
Therapiehund Orlando berührt nicht nur die Herzen der demenzkranken Bewohner

Paula-Fürst-Schule für Kranke plant Erweiterung

„Ein positives erstes Jahr“
Die Paula-Fürst-Schule für Kranke ist seit rund einem Jahr im Erdgeschoss des ehemaligen Landratsamts untergebracht. Hier werden Kinder und Jugendliche der Klassen 1 bis 12 unterrichtet, die Patienten der benachbarten Vitos-Rehberg-Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie sind. Schuldezernent Ralf-Rainer Piesold nahm den Beginn des neuen Schuljahres zum Anlass gemeinsam mit Schulleiterin Claudia Steinkrüger ein Resumé über das vergangene Jahr zu ziehen. „Wir hatten ein sehr positives erstes Schuljahr in den neuen Räumen“, berichtet Steinkrüger. „Die Kinder fühlen sich hier sehr wohl nehmen den Unterricht gut an.“
Auch der Außenbereich des neuen Gebäudes fände bei Schülerinnen und Schülern großen Anklang. „Die neuen Spielgeräte erfreuen sich großer Beliebtheit. Die Tischtennisplatte im Hof wurde vom Förderverein der Schule gespendet, das neue Klettergerüst in Gemeinschaftsfinanzierung durch eine Spende der Firma Odenwäller, die Unterstützung des Fördervereins und der Stadt Hanau realisiert“, berichtet die Schulleiterin.
Schuldezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold und Schulleiterin Claudia Steinkrüger in einem der Klassenräume der Paula-Fürst-Schule.
Schuldezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold und Schulleiterin Claudia Steinkrüger in einem der Klassenräume der Paula-Fürst-Schule.

Die Paula-Fürst-Schule wurde im Jahr 2007 gegründet, um die jungen Patienten adäquat zu unterrichten, solange sie in Behandlung sind und die eigenen Schulen nicht besuchen können. Bisher März 2010 fand der Unterricht jedoch in der beengten Raumsituation der Klinik statt. Mit dem Umzug in das ehemalige Landratsamt stehen der Paula-Fürst-Schule nun drei Klassenräume, Lehrerzimmer, Sekretariat und Lehrküche zu Verfügung. Spenden von Service-Clubs, Firmen, Privatpersonen und dem Förderverein sorgten dafür, dass die nötigste Ausstattung für den Schulbetrieb vorhanden ist. Ein Kooperationsvertrag und ein gemeinsamen Finanzierungskonzept von Stadt Hanau und Main-Kinzig-Kreis ermöglichten den Umzug in die neuen Räume in der Eugen-Kaiser-Straße und sichern ihr Bestehen für die kommenden zehn Jahre.
"Wir sind sehr glücklich mit der neuen Situation, platzen aber bereits aus allen Nähten“, berichtet Steinkrüger. „Seit Beginn des letztem Schuljahres ist unsere Schülerzahl ist von 15 auf 18 Schülerinnen und Schüler angewachsen. Ab Januar erwarten wir sogar 20 Kinder im täglichen Schulbetrieb.“ Die Zunahme ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Vitos-Rehberg-Klinik ihre Patientenplätze erhöht und damit auch mehr Kinder beschult werden müssen, bevor sie die Klinik nach einer durchschnittlichen Behandlungszeit von zwei bis drei Monaten wieder verlassen.
„Wir benötigen unbedingt weitere Räume, um die zusätzlichen Schüler aufnehmen zu können“ erläutet die Schulleiterin. Eine Zweiraumwohnung im Erdgeschoss stünde für die Erweiterung zur Verfügung, nur die Finanzierung müsse noch geklärt werden.
Schuldezernent Piesold sicherte seine Unterstützung bei der Anmietung der neuen Räume zu und versprach sich auch beim Kooperationspartner Main-Kinzig-Kreis für die Finanzierung stark zu machen. „Die Paula-Fürst-Schule für Kranke ist ein Erfolgsprojekt, das Kindern mit gesundheitlichen Problemen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft und ihre Regelschulen deutlich erleichtert. Eine Erweiterung ist unter diesen Umständen sinnvoll und notwendig“, befand der Stadtrat. „Ich bin sicher, dass wir hier auch beim Schuldezernenten des Main-Kinzig-Kreises auf Verständnis stoßen.“ Im Schnitt kommen rund ein Drittel der Schülerinnen und Schüler aus Hanau und zwei Drittel aus dem Main-Kinzig-Kreis.
Piesold lobte die gute Zusammenarbeit mit dem MKK sowie die Unterstützung des Staatlichen Schulamts und der städtischen Ämter. „Alle Beteiligten sind sich der Bedeutung dieser Einrichtung bewusst und ziehen hier zum Wohle der Kinder gemeinsam an einem Strang.“

Therapiehund Orlando berührt nicht nur die Herzen der demenzkranken Bewohner

Therapiehund Orlando
Orlando ist schwarz, ein ruhiger Typ, liebt kleine Leckereien und absolviert seine Lehre bislang mit großer Freude. Der vier Monate alte Labrador ist der jüngste „Mitarbeiter“ im Altenhilfezentrum Bernhard Eberhard und wird derzeit zum Therapiehund ausgebildet. Sein Haupteinsatzort ist die Hausgemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen in der Alteneinrichtung in der Röderstraße.
„Da kommt ja mein Augenstern.“ Die 85-Jährige richtet sich mühsam auf und wartet mit einem Strahlen im Gesicht, bis Orlando mit seiner feuchten Schnauze ihre Hand berührt. Dem schwarzen Vierbeiner gelingt es immer wieder, die alte Dame aus ihrer Lethargie zu holen, die viele demenzkranke Menschern befällt.
Irmgard Hesse hat stets ein wachsames Auge auf den Labrador. Die Hunde erfahrene Mitarbeiter ist für Orlandos Ausbildung verantwortlich und nimmt ihn nach Dienstschluss mit zu sich nach Hause. Der Hund ist Eigentum des Altenhilfezentrums. „Er ist ein Seelentröster für unsere Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wenn die mal eine kurze emotionale Auszeit brauchen“, sagt Heimleiterin Petra Brugger.
Hunde sind in ihrem Haus ein vertrauter Anblick, denn ab und zu bringen Altenpflegekräfte ihre vierbeinigen Schützlinge mit in die Einrichtung. Doch die sind für eine kontinuierliche Arbeit mit Demenzkranken nicht geeignet, „ihnen fehlt die entsprechende Sozialisation“, erklärt Carmen Köbel. Sie absolviert derzeit eine Weiterbildung zu geronto-psychiatrischen Fachkraft und betreut das Projekt Therapiehund von fachlicher Seite.
Orlando wächst in sein Arbeitsleben als Therapiehund förmlich hinein. Mit drei Monaten begann sein Dienst. Erst nur stundenweise zum Eingewöhnen für beide Seiten, später wird er ganztags beschäftigt sein. „Seine Anlagen als Therapiehund sind gut“, sagt Irmgard Hesse. Schon als junger Welpe zeigte sich sein ausgeglichenes Wesen. Optimale Bedingungen für die Ausbildung zum Therapiehund, die mehr als ein Jahr dauert.

Therapiehund Orlando mit Wilhelm Hammerling und Betreuerin  Irmgard Hesse.
Therapiehund Orlando mit Wilhelm Hammerling und Betreuerin Irmgard Hesse.

Hektisch geht es in den zwei Hausgemeinschaften für Demenzkranke mit jeweils zehn Bewohnerinnen und Bewohnern ohnehin nicht zu. Orlandos „Job“ ist es, sie zu Bewegung und Kommunikation zu bewegen. Und das klappt. Sie werfen Bällchen für ihn, sprechen mit ihm, erzählen einander von ihren Erfahrungen mit Hunden und anderen Haustieren.
„Wenn der junge Labrador morgens in den Gemeinschaftsraum tappst herrscht mit einem Mal eine andere Atmosphäre“, erzählt Carmen Köbel. „Die Sonne geht auf.“ Wenn Bewohner keine Lust auf Bewegungstherapie im Haus haben, muss schon mal Orlando als motivierender Begleiter ran.
Wie jedem Mitarbeiter stehen auch dem Vierbeiner Pausen zu. Am liebsten mag er die an der frischen Luft. „Gassigänger finden sich stets problemlos, wenn seine zwei Hauptbezugspersonen mal keine Zeit haben“, schmunzelt Petra Brugger. Auf seine Bedürfnisse wird geachtet, auch die nach Rückzug. Mal sucht sich Orlando ein Schlafplätzchen unterm Tisch, mal legt er sich neben die Couch, auf der gerade der 80-jährige Wilhelm Hammerling ein Nickerchen hält.

Aktuelle Informationen zum Thema "EHEC" erhalten Sie beim Robert-Koch-Institut - einem Bundesinstitut des Bundesministeriums für Gesundheit

Informationen zum Thema EHEC