Urwildpferde in Hanau

Sieben Przewalski-Stuten haben im Naturschutzgebiet Campo Pond ein neues Zuhause gefunden! Eine neue Infobroschüre über die "Urwildpferde als Landschaftspfeger" ist ab 16. März 2012 erhältlich.

Die Przewalski-Pferde
Führungen zu den Przewalski-Pferden
Die Neuen sind da!
Die Ankunft der ersten Wildpferde
Die Pferde im Winter
Steckbriefe
Das Natura-2000-Gebiet Campo Pond
Die Beteiligten
Presseerklärungen der Stadt zu den Urwildpferden
Neue Informationsbroschüre

Die Przewalski-Pferde

Zwei Przewalski-Pferde
Zwei Przewalski-Pferde
Das Przewalski-Pferd, benannt nach dem russischen Expeditionsreisenden Oberst Przewalski, ist die weltweit einzige genetisch reine Art des Wildpferdes, die in ihrer Wildform bis heute überlebt hat. Die Tierart galt zwar bereits seit 1970 in freier Wildbahn als ausgestorben, doch glücklicherweise konnten 13 zuchtfähige Wildpferde aus Zoos zusammengeführt werden. Durch gezielte Zucht haben diese "neuen Urväter und Urmütter" mittlerweile weltweit rund 1.600 Nachkommen gezeugt.

In mehreren Initiativen wird versucht, Przewalski-Pferde wieder in der freien Wildbahn zu etablieren. Nach erfolgreicher Zucht wird ein Teil der Pferde wieder in ihrer ursprünglichen Herkunftsregion, in der Mongolei, China und Kasachstan ausgewildert, während die anderen Nachkommen dazu beitragen mit Hilfe des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) die Art zu erhalten und weiter zu vermehren.

Im September 2009 kamen die ersten fünf Wildpferd-Stuten nach Hanau. Aus dem Zoo Nürnberg kamen Sira und Ajala und aus dem Tierpark Hellabrunn München Barioja, Sibebschka und Ebola, um die neue Herde auf Campo Pond zu gründen. Im Herbst 2010 folgten fünf weitere Stuten aus bayrischen Gefilden und Ebola verließ die Herde wieder, um in Münchner Zoo am Zuchtprogramm teilzunehmen. Die 20 Jahre alte Stute Sibebschka musste im April 2011 eingeschläfert werden, da sie an altersbedingten Erkrankungen litt. Die zwei Jahre alte Stute Adina aus dem Tiergarten Nürnberg, verstarb plötzlich und ohne erkennbaren Grund im Oktober 2011.

Die verbleibenden sieben Stuten haben sich im Naturschutzgebiet Campo Pond im Hanauer Stadtteil Großauheim gut eingelebt und genießen die Freiheit auf dem weitläufigen Gelände, das im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben / Sparte Bundesforst ist.

Führungen zu den Przewalski-Pferden

Die Führungen zu den Przewalski-Wildpferden und über das Naturschutzgelände Campo Pond erfreuen sich großer Beliebtheit und sind meist weit im Voraus ausgebucht. Für die Führungen im Jahr 2012 können Interessierte sich bereits jetzt anmelden. Senden Sie einfach eine Email mit Ihren Kontaktdaten, der Personenzahl und dem gewünschten Termin an umweltzentrum@hanau.de oder kontaktieren Sie das Umweltzentrum unter der Telefonnummer 06181-304 9148.

Führungen zu den Przewalski-Pferden und über das Naturschutzgebiet Campo Pond finden immer am 1. Sonntag im Monat statt. Die neuen Termine für das Jahr 2012 sind:

8. Januar um 14 Uhr / 5. Februar um 14 Uhr / 4. März um 14 Uhr / 1. April um 14 und 16 Uhr / 6. Mai um 14 und 16 Uhr / 3. Juni um 14 und 16 Uhr / 1. Juli um 14 und 16 Uhr / 5. August um 14 und 16 Uhr / 2. September um 14 und 16 Uhr / 7. Oktober um 14 Uhr / 4. November um 14 Uhr / 2. Dezember um 14 Uhr.

Die Teilnahme an der Führung kostet 3,00 Euro pro Erwachsener und für Kinder die Hälfte. Eine Familienkarte ist für 7,00 Euro erhältlich.

Für Gruppen und Schulklassen können unabhängig von den festen Führungsterminen umweltpädagogische Führungen organisiert werden. Die Führungen werden von fachkundigen, speziell für Campo Pond und die Przewalski-Pferde geschulten Referenten des Umweltzentrum Hanau durchgeführt. Sie weisen alle neben einem fachlichen Studium (Biologie oder Landespflege) auch eine pädagogische Ausbildung vor.

umweltzentrum@hanau

Die Neuen sind da!

Die fünf neuen Przewalski-Stuten
Die fünf neuen Przewalski-Stuten
Fünf weitere Przewalski-Stuten auf Campo Pond angesiedelt

Knapp ein Jahr nachdem die ersten fünf Przewalski-Urwildpferde im Naturschutzgebiet Camp Pond im Hanauer Stadtteil Großauheim, ihre neue Heimat gefunden haben, hat die Herde jetzt Zuwachs von fünf neuen Stuten erhalten.

Am Nachmittag des 8. Septembers rollten die beiden Pferdeanhänger auf das Gelände des Bundesforsts, um ihre kostbare Fracht abzuladen. Journalisten, Fotografen und Kamerateams sowie Vertreter der Stadt Hanau und des Bundesforsts beobachteten gespannt, wie die fünf Tiere die ersten Schritte in ihr großes neues Gehege machten. Noch etwas mitgenommen von der langen Fahrt stolperten die Przewalski-Stuten aus den Wagen, um nach einer kurzen Phase der Orientierung gemeinsam in das Gelände davon zu galoppieren.

Die Neuzugänge stammen aus verschiedenen Zoos in Bayern: Die beiden vierjährigen Stuten Ginger und Galinka kommen aus dem Tierpark Hellabrunn in München, Adina (ein Jahr) und ihre Mutter Abadia (zehn Jahre) gehören dem Zoo Nürnberg und die zwei Jahre alte Pferdedame Ilonka stößt aus dem Nationalpark Bayerischer Wald hinzu.

Erst im August war neue Koppel mit 25 Hektar Grasland und Waldgebiet im Auftrag des Bundesforsts fertig gestellt worden. Die etwa gleich große Koppel auf der anderen Hälfte des Geländes beherbergt seit September 2009 ebenfalls fünf Stuten.

Eine davon verließ die Herde nun aus aktuellem Anlass. Das Betreuerteam aus München nahm Ebola mit zurück in den Tierpark Hellabrunn, damit sie dort in einer Zuchtgruppe für Nachwuchs sorgen kann.

Ursprünglich war geplant auch in die Hanauer Herde einen Hengst zu integrieren, um mit der Nachzucht von Urwildpferden zu beginnen. Doch das für das internationale Artenschutzprogramm zuständige Expertengremium des EEP (Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Przewalskipferde) beschloss nun die Zucht der seltenen Tiere bevorzugt in den Zoos unter tierärztlicher Aufsicht zu betreiben und das weitläufige und ursprüngliche Naturschutzgebiet Campo Pond zu nutzen, um die Urwildpferde auf eine mögliche Auswilderung in die Mongolei vorzubereiten.
Bis auf Weiteres werden die acht Pferdedamen also unter sich bleiben...

Bildergalerie: Die Neuen sind da

Die Ankunft der ersten Wildpferde

Die Ankunft der Wildpferde
Die Ankunft der Wildpferde
Endlich hatte das Warten auf die Przewalski-Pferde ein Ende. Am Nachmittag des 15. September rollten die Wagen mit Pferdehänger aus dem Zoo Nürnberg und dem Tierpark Hellabrunn in München auf das ehemalige US-Army-Trainingsgelände Campo Pond im Hanauer Stadtteil Großauheim und parkten mit Ihrer kostbaren Fracht hinter dem Gatter der 25 Hektar großen Koppel, die in den vergangenen Wochen extra für die Tiere errichtet worden war. In den Boxen warteten insgesamt fünf Stuten nervös und Hufe scharrend darauf wieder in die Freiheit entlassen zu werden.

Bildergalerie Urwildpferde in Tennenlohe

Przewalski-Pferde
Przewalski-Pferde
Aus Nürnberg kamen Sira und Ajala und aus München Barioja, Sibebschka und Ebola um die neue Herde auf Campo Pond zu gründen. „Wir freuen uns sehr, dass die Tiere endlich hier bei uns ankommen sind und alles so gut geklappt hat.“, strahlte Stadtrat Dr. Ralf-Rainer Piesold, der gemeinsam mit Martin Bieberle, dem Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bürgerservice, die Pferde im Namen der Stadt in Empfang nahm.„Wir hätten uns keine bessere Nutzung für dieses Gelände vorstellen können und unterstützen dieses großartige Projekt mit allen Kräften“, fügte Dr. Piesold hinzu.

Auch Vertreter des Bundesforsts und der Deutschen Bahn, sowie eine ganze Reihe von Kamerateams, Fotografen und Journalisten hatten sich versammelt, um dem denkwürdigen Erlebnis beizuwohnen. „Um die Tiere zu schonen, haben wir die Nachricht von der bevor stehenden Ankunft der Pferde bewusst nicht veröffentlicht“, erklärte Piesold.
Gegen vier Uhr nachmittags war es auch dann endlich so weit: Prof. Dr. Henning Wiesner, Direktor des Tierpark Hellabrunn und Leiter der internationalen Przewalski-Zuchtprogramms, öffnete gemeinsam mit den anwesenden Tierärzten und Pferdepflegern die Türen der Pferdeboxen. Vorsichtig steckten die ersten Pferdedamen die Köpfe hinaus und blinzelten ins helle Licht der Sonne, die gerade noch rechtzeitig hinter den Wolken hervorgebrochen war. Nach einander stolperten die ersten vier Stuten aufs freie Feld, blieben zur Freude der Anwesenden einen Moment stehen, um sich zu orientieren, bevor sie geschlossen Richtung Wald galoppierten.
Nur Pferdedame Ajala ließ sich länger bitten, bevor sie sich schließlich entschied den Hänger zu verlassen. Verwirrt blickte sie in die Runde bevor sie dann in die entgegen gesetzte Richtung davon stieb. Als Ajala auch nach längerer Zeit keine Anstalten machte ihre neue Herde aufzusuchen, beschloss Tierexperte Wiesner einzugreifen. „Die müssen wir wieder zusammenbringen“, orderte der Veterinär kurz entschlossen an und forderte alle Anwesenden auf zu helfen. Und so kam es, dass rund 20 Menschen eine Kette auf freiem Feld bildeten und die Irrläuferin wieder zur restlichen Herde trieben. Die Tiere begrüßten sich mit freudigem Wiehern und galoppierten dann gemeinsam übers Feld davon. „Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis“ waren sich alle einig.
„Jetzt kann ich beruhigt nach München zurück fahren“, kommentierte Wiesner zufrieden. „Etwas Schöneres hätte ich mir in meinem letzten Jahr als Zoodirektor in München nicht vorstellen können“, sagte der renommierte Tierforscher, der seit über 30 Jahren Przewalski-Pferde züchtet und in wenigen Wochen in Pension geht. „Die Projekt ist hier in Hanau wirklich in Rekordzeit umgesetzt worden“, lobte Wiesner, „so viel unbürokratische Unterstützung habe ich bisher selten erlebt.“
In den kommenden Jahren werden voraussichtlich noch ein bis zwei weitere Pferdegruppen in Großauheim angesiedelt werden. Doch vorerst bleiben die Pferdedamen auf Campo Pond noch unter sich. Im Frühjahr wird dann ein Hengst zu der Gruppe dazu stoßen und für Nachwuchs sorgen.
Die Öffentlichkeit muss sich noch ein wenig gedulden, bis sie die Pferde vor Ort bewundern kann. „Die Tiere müssen jetzt erst mal eine Weile unter sich bleiben und sich und ihre neues Zuhause kennenlernen“, erklärte Wiesner.
Sobald sich die Tiere eingelebt will die Stadt Hanau 2010 erste geführte Touren auf das Gelände und zu den Pferden anbieten.
Anmeldungen werden unter der Internetadresse umweltzentrum@hanau.de oder per Telefon -Rufnummer Hanau 3049148 (Umweltzentrum) - entgegen genommen.

Die Pferde im Winter

Bei Minustemperaturen und Schnee fühlen sich die Pferde sozusagen pudelwohl und leiden keinesfalls Hunger. Minus 15 Grad Celsius sind für sie eher frühlingshaft, erst bei -40°C würden sie anfangen leicht zu "frieren"...

Die Pferde im Winter
Die Pferde im Winter

Die Pferde im Winter
Die Pferde im Winter

Steckbriefe

Barioja Barioja
Barioja
  • geboren am: 07.08.1990
  • Herkunft: München (Tierpark Hellabrunn)
  • Geschlecht: w
  • Kennzeichen: groß; Brandzeichen hinten links; kleines weißes Abzeichen auf der Stirn (weißer Zwischenaugenwirbel); ausgeprägte Beinstreifen

Ajala Ajala
Ajala
  • geboren am: 30.04.2008
  • Herkunft: Nürnberg (Tiergarten Nürnberg)
  • Geschlecht: w
  • Tochter von Abadia
  • Kennzeichen: schmaler Körperbau; helles Fell; Beinstreifen undeutlich

Sira Sira
Sira
  • geboren am: 28.05.2006
  • Herkunft Nürnberg (Tiergarten Nürnberg)
  • Geschlecht: w
  • Kennzeichen: klein; schmaler Körperbau; eher helles Fell

Abadia Abadia
Abadia
  • geboren am: 06.06.2000
  • Herkunft: Nürnberg (Tiergarten Nürnberg)
  • Geschlecht: w
  • Mutter von Abadia und Ajala
  • Kennzeichen: sehr helles Fell; schlank; ausgeprägter heller Ring um die Augen

Galinka Galinka
Galinka
  • geboren am: 16.09.2006
  • Herkunft: München (Tierpark Hellabrunn)
  • Geschlecht: w
  • Kennzeichen: groß und stämmig; viele braune Haare am Kopf; sehr ausgeprägtes, dunkles Kreuz im Bereich der Schulter

Ginger Ginger
Ginger
  • geboren am: 20.05.2006
  • Herkunft: München (Tierpark Hellabrunn)
  • Geschlecht: w
  • Kennzeichen: groß und stämmig; helles Kreuz im Bereich der Schulter



Ilonka Ilonka
Ilonka
  • geboren am: 31.08.2008
  • Herkunft: Nationalpark Bayerischer Wald (Tierpark Hellabrunn)
  • Geschlecht: w
  • Kennzeichen: klein und drahtig; eher dunkles Fell



Das Natura-2000-Gebiet Campo Pond

Ffh Campop Karte N
Gebietsausweisung für das FFH-Gebiet Campo Pond
Campo Pond, die Heimat der Przewalski-Pferde, diente mehr als sechs Jahrzehnte lang als militärisches Trainingsgelände für die US-Armee. Panzer und andere schwere Militärfahrzeuge befuhren regelmäßig das Gelände, Camps wurden errichtet und der Bau von Pontonbrücken am Teich geprobt. Zu besonderen Anlässen nutzte die US-amerikanische Militärgemeinde das Areal auch um Veranstaltungen, wie beispielsweise das deutsch-amerikanische Freundschaftsfest auszurichten.

Als die Amerikaner Ende 2008 aus Hanau abzogen, ging Campo Pond, genau wie alle anderen amerikanischen Liegenschaften, in das Eigentum des Bundes über, der durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) von der Sparte Bundesforst vertreten wird. Campo Pond ist daher Konversionsgelände und nimmt mit 101 Hektar einen beachtlichen Teil der insgesamt 340 Hektar Konversionsflächen in Hanau ein. Campo Pond umfasst neben den Offenlandflächen auch rund 19 Hektar Wald, dieser gehört zum Teil der Stadt Hanau und dem Land Hessen. Es ist geplant durch einen Waldflächentausch die Gesamtfläche komplett in die Verwaltung des Bundesforstes zu übergeben, um eine einheitliche naturschutzgerechte Pflege und die Verkehrssicherung zu gewährleisten.

Auf dem über viele Jahrzehnte durch Drahtzäune abgeschlossenen Campo Pond haben zahlreiche besonders geschützte Pflanzen- und Tierarten überlebt. Verursacht durch die stete Befahrung mit schweren Fahrzeugen ist dort ein einzigartiges Biotop entstanden. Unterschiedliche Lebensräume, wie Sand-Magerrasen, Steppenvegetation und nicht forstwirtschaftlich genutzten Wälder bieten Rehen, Kaninchen, Füchsen, Fledermäusen, vielen Insekten und diversen Amphibienarten ein Zuhause.

Rund 70 Hektar des Geländes wurden auf Grund des besonders seltenen „Sand-Magerrasen“, vom Hessischen Naturschutz-Ministerium als FFH-Gebiet (FFH=Fauna-Flora-Habitat) ausgewiesen und sind somit durch EU-Verordnung als "Natura-2000-Gebiet" geschützt. Der gute ökologische Zustand muss gemäß FFH-Richtlinie gehalten werden. Die Verantwortung zum Erhalt und Pflege des FFH-Gebiets obliegt dem Land Hessen in Abstimmung mit dem Eigentümer Bundesforst. Das Land Hessen muss alle sechs Jahre den Zustand der Flächen dokumentieren und zur EU nach Brüssel melden.
Den Monitoringbericht aus 2011 stellen wir Ihnen als Download zur Verfügung.

  Monitoringbericht 2011 Dateigröße
Dateisymbol Pflanzensoziologische Untersuchung im Bereich der Wildpferdekoppel 1128.1kb
Pferde als Landschaftspfleger
Pferde als Landschaftspfleger

Um den FFH-Status zu erhalten, entstand die Idee Przewalski-Pferde als Landschaftspfleger anzusiedeln. Sie pflegen das Fauna-Flora-Habitat „Campo Pond“, in dem sie neue Baumtriebe abknabbern („verbeißen“) und das Gelände von Unterholz freihalten. Damit tragen sie zur Offenhaltung des wertvollen Sand-Magerrasens bei. Durch das große Engagement und die finanzielle Unterstützung des Bundesforsts war es möglich das Przewalski-Artenschutzprojekt nach Hanau zu holen.

Im Sommer 2009 errichtete der Bundesforst die erste 25 Hektar große Pferde-Koppel auf dem Gelände, die in der Zwischenzeit um weitere sieben Hektar erweitert wurde. Der Koppelzaun wird zudem noch verstärkt, damit sie auch den zukünftigen Fohlen ein ausbruchsicheres Zuhause bieten kann. Fünf Przewalski-Stuten beweideten und pflegten das Gelände. Um Platz für weitere Tiere zu schaffen baute der Bundesforst eine zweite über 50 Hektar große Koppel, die im August 2010 fertig gestellt wurde - inzwischen sind es acht Pferdedamen.

Beide Koppeln sind durch ein Gatter miteinander verbunden, das nach Bedarf geöffnet werden kann. Auf den Koppeln befinden sich zudem natürliche Teiche, die den Tieren als Wasserstelle dienen.

Die Beteiligten

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben/Sparte Bundesforst stellt als Grundstückseigentümer das Gelände für das Wildpferde-Projekt zur Verfügung und ist der offizielle Tierhalter. Zudem hat der Bundesforst die beiden Koppeln für die Tiere errichten lassen und komplett vorfinanziert. Der Bundesforst trägt zusätzlich die Kosten für den Transport der Tiere und die tierärztliche Versorgung durch den Zoo Frankfurt.

Der Tierpark Hellabrunn und dem Zoo Nürnberg stellen die Pferde dem Bundesforst im Rahmen des internationalen Zuchtprogramms EEP kostenlos zur Verfügung, damit sie sich hier in Hanau in einer möglichst artgerechten Umgebung fortpflanzen können.

Die Stadt Hanau ist der Gastgeber der Tiere und unterstützt dieses herausragende Projekt mit allen Kräften. So beriet und überwachte die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hanau fachlich die Vorbereitungsarbeiten, die nötig waren, um die Tiere anzusiedeln. Die Stadt Hanau gewährleistet zudem die Betreuung der Pferde, indem sie die Biologin Dr. Marion Beil einstellte, die täglich nach den Tieren schaut und sich um ihr Wohlergehen kümmert.

EEP
Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Przewalskipferde (EEP) wird derzeit von Dr. Waltraut Zimmermann vom Zoo Köln geleitet. (Prof. Wiesner ist mittlerweile im Ruhestand). Die Mitglieder sind Biologen und Veterinäre der einzelnen Przewalski-Züchter (Zoos + Freilandhaltungen) in ganz Europa. Das EEP-Gremium bestimmt, aus welchen Tieren und an welchem Ort neue Zuchtgruppen gebildet werden und an welcher Stelle die nachgezüchteten Tiere wieder ausgewildert werden.

Der Zoo Frankfurt sorgt mit Hilfe der Tierärztinnen Dr. Nicole Schauerte und Dr. Christina Geiger für die tierärztliche Versorgung. Die Kosten trägt der Bundesforst.

Die Deutsche Bahn
beabsichtigt das Wildpferdeprojekt durch Ökopunkte (naturschutzrechtliche Kompensationsmittel) mitzufinanzieren. Die Ökopunkte, die für bares Geld stehen, will die Bahn als Ausgleich dafür einzahlen, dass sie an anderer Stelle Flächen versiegelt, um eine neue ICE-Trasse zu legen.

Dr. Marion Beil, Biologin Dr. Marion Beil, Biologin
Dr. Marion Beil, Biologin
  • Geboren am 15.07.1974 in Passau, aufgewachsen in Hanau / Großauheim
  • Studium der Biologie mit Schwerpunkten Ökologie, Botanik, Umwelt- Raumplanung & Doctor rerum naturalium an der Technischen Universität Darmstadt

Im Auftrag der Stadt Hanau betreut Dr. Beil seit September 2009 die Przewalski-Pferde auf dem Campo-Pond-Gelände. Täglich sieht sie nach den Tieren, versorgt sie mit zusätzlichen Mineralien und achtet auf ihr allgemeines Wohlbefinden.

Presseerklärungen der Stadt zu den Urwildpferden

Neue Informationsbroschüre

Informationsbroschüre über Wildpferde
Informationsbroschüre über Wildpferde

Eine neue Broschüre über das Wildpferdeprojekt in Hanau ist ab dem 16. März 2012 erhältlich. Sie informiert über die Wildpferde, das Projekt "Urwildpferde als Landschaftspfleger" und über den Standort Campo Pond, der neben den Pferden noch vielen anderen bemerkenswerten Tiere und Pflanzen Lebensraum bietet. Wir stellen Ihnen die Broschüre hier als Download zur Verfügung.
  Unser Service für Sie Dateigröße
Dateisymbol Umweltbroschüre Campo Pond "Wildpferde als Landschaftspfleger" 3407.4kb
Wildpferde

Auf dem ehe-maligen Truppen-übungsplatz Campo Pond leben Przewalski-Pferde

Wildpferde in Hanau

Bäume in Hanau

Bäume genießen einen besonderen Schutz

Baumschutz in Hanau