NSG Rote Lache bei Wolfgang

Hierbei handelt es sich um ein Feuchtgebiet mit einer bemerkenswerten Zonierung naturnaher Pflanzengesellschaften.

Lage
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Pflanzenwelt
Tierwelt
Konflikte/Belastungen/Probleme
Erfolge/Entwicklung
Sonstiges
Verordnung vom
Literatur

Lage Nach Oben

Nsg Rote Lache
NSG Rote Lache bei Wolfgang

Das NSG liegt in der östlichen Mainniederung, etwa in der Mitte zwischen dem Ortsteil Hanau-Wolfgang und dem Forstamt Wolfgang.
Es gehört zum Wilhemsbad-Wolfganger Flugsandgebiet (nach O. Klausing, 1974) und zur Haupteinheit Untermainebene. Das Gebiet ist sehr schwach zu dem von Ost nach West fließenden Doppelbier-Graben geneigt.
Bei den Böden handelt es sich überwiegend um eutrophe Gley-Standorte.

Größe: 65,03 ha

TK-Nr. 5819 Hanau, Main-Kinzig-Kreis, Stadt Hanau, Gemarkung Wolfgang.

Schutzziel Nach Oben

Nsg Rote Lache Wasser
Feuchtflächen im NSG

Bei dem NSG "Rote Lache von Wolfgang" handelt es sich um ein Feuchtgebiet mit einer bemerkenswerten Zonierung naturnaher Pflanzengesellschaften.
Gemäß der Höhenstufenzonierung existieren auf dem höchsten Geländeniveau Birken-Eichen-Wälder und dann absteigend Eichen-Hainbuchen-Wälder, Erlen-Eschen-Auewälder und echte Erlenbruchwälder bis hin zu gehölzfreien Flächen mit Röhrichten und Großseggenbereichen. Dabei muss aus naturschutzfachlicher Sicht insbesondere der Erlenbruchwald als wertvoll angesehen werden, weil derartige naturnahe Waldgesellschaften in Hessen nur noch in geringer Zahl vorhanden sind und einer ganzen Reihe von seltenen, spezialisierten Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum dienen. Desweiteren muss die gesamte Freifläche des NSG als sehr schutzwürdig angesehen werden. Aus vegetationskundlicher Sicht sind hier besonders das seltene Uferseggen-Ried (Caricetum ripariae) und die Sumpfreitgras-Bestände (Calamagrostis canescens-Gesellschaft) zu erwähnen.

Pflanzenwelt Nach Oben

Carex riparia (Ufersegge), Carex canescens (Grausegge), Hottonia palustris (Wasserfeder), Thelypteris palustris (Sumpffarn), Viola palustris (Sumpf-Veilchen), Epilobium palustre (Sumpf-Weidenröschen).

Tierwelt Nach Oben

Mittelspecht (Dendrocops medius), Waldschnepfe (Scolopax rusticola), Grasfrosch (Rana temporaria), Schachbrett (Melanargia galathea), Sumpfschrecke (Mecostethus grossus), Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus), Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar).

Konflikte/Belastungen/Probleme Nach Oben

Nsgrotelache
Blick in das NSG Rote Lache

Die schützenswerten Bereiche der Roten Lache sind ausnahmslos auf nasse, feuchte bis wechselfeuchte Standorte angewiesen. Das Gebiet leidet immer mehr unter akutem Wassermangel, dessen Ursache nicht bis ins Letzte geklärt werden kann. In den letzten Jahren haben die Niederschläge nicht ausgereicht, die Grundwasservorräte wieder aufzufüllen. Der Doppelbiergraben, der durch das Gebiet führt, fällt für immer längere Zeit im Jahr trocken. Die Biotope werden zunehmend durch die einsetzende Sukzession von Erlen-, Birken-, und Kiefernnaturverjüngung verdrängt.
Schon im vegetationskundlichen Gutachten von 1983 wurde festgestellt, dass sich Dauer und Intensität der Überschwemmungen in der Roten Lache verringert haben. Im Wald ist das an den Stelzwurzelbildungen der Erle und an den Sackungen von Torfhorizonten zu erkennen, auf der Freifläche an der Änderung der Verbreitung der verschiedenen Pflanzengesellschaften. So hat sich seit 1983 der auf relativ trockenen Standorten konkurrenzkräftige Sumpfreitgras-Bestand vorwiegend auf Kosten des Sumpfseggen-Riedes und des Wasserschwaden-Röhrichts ausgebreitet.

Erfolge/Entwicklung Nach Oben

Zur Erhaltung besonders der Großseggenbereiche soll ein Projekt zur Beweidung der durch den Wassermangel gefährdeten Bereiche mit einer anspruchslosen Rinderart gestartet werden. Dadurch soll die weitere Sukzession der Fläche gestoppt und die Naturverjüngung zurückgedrängt werden.
In den Doppelbier-Graben ist ein Wehr eingebaut worden, das das Winterwasser länger auf der Großseggenfläche halten soll.

Sonstiges Nach Oben

Das gesamte Schutzgebiet steht im Eigentum der hessischen Landesforstverwaltung. Die besonders nassen Erlen-Bruchwälder sind als Grenzwirtschaftswald ohne Nutzungsansatz ausgewiesen, während der restliche Wald bisher forstlich genutzt wurde. Die heute nicht mehr bewirtschaftete Freifläche diente früher als Viehweide.
Im Westen des NSG verläuft noch in Relikten erhalten der Limes.

Verordnung vom Nach Oben

08.10.1981, St.Anz. für das Land Hessen Nr. 43, 1981,
S. 2042

Literatur Nach Oben

  • Klausing, O., 1974: Die Naturräume Hessens. Wiesbaden
  • Wedra, C., 1983: Vegetationskundliches Gutachten zum mittelfristigen Pflegeplan für das NSG "Rote Lache". Hohenahr-Erda

  • Planungs- und Beratungsbüro für Forstwirtschaft und Naturschutz Dirkmann, T., 1992: Schutzwürdigkeitsgutachten für das NSG "Rote Lache von Wolfgang"
  • Planungs- und Beratungsbüro für Forstwirtschaft und Naturschutz Dirkmann, T., 1992: Mittelfristiger Pflege- und Entwicklungsplan für das NSG "Rote Lache von Wolfgang", gültig von 1993 bis 2002