Natur und Grün in Hanau

Wanderung in der Bulau
Mit dem Sommer kommen auch die Wespen wieder
Es stehen Gutachten zur biologische Gewässerqualität und zum Sediment zur Verfügung
Die Umsiedlung von dem Bauprojekt Kinzigbogen in ehemalige Basaltsteinbrüche war erfolgreich
Auf der Spielwiese im Schlossgarten ist Kicken erlaubt
Im Schlossgarten am Congress Park Hanau steht nahe des Eingangs an der Eugen-Kaiser-Straße ein neues buntes Schild mit der Aufschrift „Spielwiese“. In diesem Bereich darf auch Fußball gespielt werden. Die städtische Parkordnung untersagt das Ausüben dieser Sportart eigentlich. „Doch da trotz des Verbots an verschiedenen Stellen im Park gekickt wird“, so Stadtrat Axel Weiss-Thiel, „wollen wir das sportliche Treiben mit dem Ball auf dieser einen Wiese konzentrieren.“
Wer das vergleichsweise sanfte Badminton spielt, stößt selten auf Ablehnung unter den Besucherinnen und Besuchern der beliebten Grünanlage in der Hanauer Innenstadt. „Doch Bolzen kommt schlecht an“, erfährt Weiss-Thiel immer wieder.
Die Leute haben Angst, von einem Fußball getroffen zu werden oder fühlen sich gestört, wenn wenige Meter neben ihrer Picknickdecke gekickt wird.“ Um diesen „Nutzungskonflikt zu entschärfen“, hat die Stadt die Grünfläche ausgesucht, auf der sich Bewegungsfreudige austoben können.
Im Schlossgarten tummeln sich je nach Tageszeit und Wetterlage immer Menschen verschiedener Generationen. Es gibt einen Spielplatz für Kinder und einen Bewegungsparcours für Erwachsene, Bänke und Rasenflächen, die zum Sonnen, Ausruhen und Picknicken einladen. „Wir würden uns freuen, wenn es uns mit dieser Maßnahme gelingt, das Miteinander in der attraktivsten Grünanlage der Innenstadt zu verbessern“, betont Anne-Dorothea Stübing. Sie ist Vorsitzende des Präventionsrates, an den Kinder den Wunsch nach einer Spielwiese herangetragen hatten. Orte der Bewegung an der frischen Luft seien für das körperliche und seelische Wohlbefinden aller Generationen wichtig.
„Wenn die Haushaltmittel voraussichtlich im Herbst freigeben werden“, so Stadtrat Weiss-Thiel, „kann auch der von vielen Eltern gewünschte Spielplatz für Kleinkinder in der Nähe des Biergartens angelegt werden.“
Blumenschmuck in Hanau ist gut und vielfältig
Frühlingsboten aus der Fontanestraße: Der Eigenbetrieb Hanau Grünflächen hat in und an seinen Gewächshäusern derzeit Hochkonjunktur. Pünktlich zum verkaufsoffenen Sonntag am 1. April setzt er gelbe florale Akzente im Stadtbild mit Narzissen in den Pflanzkästen am Rathaus-Balkon sowie mit Forsythien und Stiefmütterchen in 80 Kübeln in der City. „Die Blumenpracht vom beginnenden Frühling bis zum endenden Herbst gehört zu den Markenzeichen unseres Stadtbilds. Dafür heimsen wir – und vor allem unsere Gärtner – viel Lob bei Gästen, Einheimischen und nicht zuletzt bei Fachleuten ein“, betont Gründezernent Axel Weiss-Thiel.
Rund 200 verschiedene Pflanzen für drinnen und draußen gedeihen beim Eigenbetrieb Hanau Grünflächen, erzählt Klaus Hestermann, Vorarbeiter in den Gewächshäusern an der Theodor-Fontane-Straße, wo er 1978 schon als Gärtner-Lehrling in städtischen Diensten sein Arbeitsleben begonnen hat. Während er das schildert, holt eine der Regiekolonnen, die für die verschiedenen Stadtteile zuständig sind, Tulpenpflanzen en masse aus einem der Freiluft-Beete. Sie bringen den Kreisel am Freiheitsplatz ebenso zum Blühen wie Narzissen und Stiefmütterchen.
Die Tulpenblüte freilich lässt in diesem Frühling einen Tick länger auf sich warten, bedingt durch den frostigen Februar. Dafür strahlt jetzt schon das Gelb der von den städtischen Gärtnern selbst gezogenen Narzissen und der Forsythien, die sie als Kleinpflanzen gekauft und dann hochgezogen haben.
Diese Sträucher sollen am 1. April ein Blickfang in Hanaus Einkaufsstraßen sein. Einzelhändler mieten die Kübel über die Hanau Marketing Gesellschaft vom städtischem Grünbetrieb. Sie bieten bis Mitte Mai ein schmuckes Straßenbild, ehe sie in der Innenstadt von Geranienkübeln und -pyramiden abgelöst werden. Die Fächer dieser Edelstahl-Pyramiden befüllen die drei Mitarbeiter und zwei Auszubildenden im Eigenbetrieb Hanau Grünflächen jetzt schon fleißig mit jeweils einem Kubikmeter nährstoffreicher Erde. Außer Geranien werden sie mit Petunien, Männertreu und Weihrauch bepflanzt, so dass sie ein buntes, blühendes Bild abgeben.
„Das Frühjahr ist unsere Hauptsaison“, schildert Hestermann. Als weiteres Beispiel dafür nennt er die Clematis-Bepflanzung an einem Zaun nahe der Pulvermühle. Der soll mit seiner Berankung nicht nur die dortige Straßenmitte schmücken, sondern auch als eine Art Sperre auf dem Mittelstreifen dienen, damit Fußgänger zwischendrin warten und auf den Straßenverkehr achten, ehe sie weitergehen.
Hanaus Blumenschmuck hat im Jahr 2010 mit zum Gewinn einer Goldmedaille beim Stadtgestaltungswettbewerb „Entente Florale“ beigetragen. Die Jury meinte seinerzeit: „Der Blumenschmuck in Hanau ist gut und vielfältig. An den Eingangsbereichen und Verkehrsinseln sind schöne Stauden und Gräserpflanzungen vorhanden. Im Innenstadtbereich sind die bepflanzen Pyramiden, Blumenkübel und Ampeln mit Sommerflor sehr gut gepflegt.“ Und das jedes Jahr aufs Neue.
Hanaus Artenvielfalt im Wettbewerb
Hanau hat sich am Wettbewerb zur „Bundeshauptstadt der Biodiversität“ der Deutschen Umwelthilfe unter Beteiligung der Stiftung „Lebendige Stadt“ beteiligt. Dabei ging es um konkrete Schritte, um Natur und Artenvielfalt (Biodiversität) zu schützen. Mit dem Ergebnis ist Gabriele Schaar-von Römer von der städtischen Stabsstelle Umwelt/Agenda 21 „ein bisschen, aber noch nicht ganz zufrieden“.
Aufgefordert waren alle Kommunen in Deutschland, unterschieden wurde nach der Größe der Kommunen. Insgesamt beteiligten sich 124 Kommunen. In dieser Gesamtkategorie kam Hanau auf Rang 51, in der Teilnehmerklasse mit Städten von 30.000 bis 100.000 Menschen auf Platz zwölf unter 30. Aus Hessen nahmen acht Kommunen teil, hier wurde Hanau nach Frankfurt Zweite vor Griesheim, Kirchhain, Marburg, Offenbach, Riedstadt und Steinau an der Straße.
Das Ergebnis zeige, dass „Hanau besser ist als sein Ruf“, findet Schaar-v. Römer. Sie hatte bei allen zuständigen Ämtern, Fachbereichen und Eigenbetrieben der Stadtverwaltung recherchiert und so einen Katalog an bereits erfolgten Schritten zur Biodiversität zusammengetragen. Bewertet wurden die Bereiche Natur in der Stadt, Umweltbildung und Umweltgerechtigkeit, Arten- und Biotopschutz,, Nachhaltige Nutzung, Konzeption, Kommunikation und Kooperation sowie Monitoring, also die Kartierung der Artenvielfalt.
Beim Monitoring erreichte Hanau die volle Punktzahl und konnte belegen, dass die Anzahl der unterschiedlichen heimischen Tier- und Pflanzenarten bekannt ist, so die bei einer Stadtbiotopkartierung 1987/88 gezählten 53 heimische Tagfalterarten. Das Thema Umweltbildung und Umweltgerechtigkeit erhielt durch die vielseitigen Programme des Umweltzentrums, der Vortragsreihe der Abteilung Naturschutz und den Bürger-Beteiligungsprojekten beim Naherholungsgebiet Hochgericht sowie beim Bau des Spielplatzes in der Südlichen Innenstadt im Rahmen der „Sozialen Stadt“ 14 von 19 Punkten.
Hier zählte auch das Engagement der sieben Schulen in Hanau, die seit dem vergangenen Jahr vom Hessischen Kultusministerium als Umweltschulen ausgezeichnet wurden und von der Stabsstelle Umwelt/Agenda21 betreut werden. Das Umweltzentrum konnte mit einem Wettbewerb für Kindertagesstätten zur Biodiversität in Kooperation mit der Kathinka Platzhoff-Stiftung mit dem Motto „Ein Würfel voller Leben“ punkten. Dabei lernten Kinder die Vielfalt auf einem Quadratmeter Erde kennen. Der Wettbewerb soll weiter geführt werden.
Verbessern kann sich die Stadt Hanau beim Unterstützen ökologischer Landwirtschaft, dem vermehrten Ausweisen von Biotopen zum Artenschutz, einem Gesamtkonzept zum vorhandenen Grün in der Stadt sowie beim Weiterentwickeln von Grün in der Stadt, naturnaher Gewässerunterhaltung und dem Vernetzen der vorhandenen Biotope und Schutzgebiete rund um Hanau. Diesem Thema hat sich die Stabsstelle Umwelt/Agenda21 bereits im letzten Jahr angenommen.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt „Grüner Ring Hanau“, der die Stadt mit seinen vielfältigen und sehenswerten Lebensräumen vor den Toren Hanaus umschließt. Eine Projektgruppe erkundet derzeit eine mögliche Route des Grünen Rings, bevor diese der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Eingebunden sind dabei die Tourist-Information und das Umweltzentrum, das Angebote und Führungen im Grünen Ring organisieren wird, ebenso die Fachstelle Sport, die eine im Sportentwicklungsplan für Hanau gewünschte Route für Radler, Läufer und Walker umsetzen möchte. Alle Bedürfnisse, Wege und Angebote fließen in ein Konzept zusammen unter Federführung der Stabsstelle Umwelt/Agenda21.
