Limes

Hanau und der Limes

Zeichnung Neuwirtshaus
Rekonstruktionszeichnung Kleinkastell Neuwirtshaus

Römische Spuren in Hanau Deutsche Limes-Straße und Limesradweg Offizielles zum Weltkulturerbe Limes Römische Siedlung am Hanauer Salisberg Museum Schloss Steinheim Deutsche Limesstrasse

Der Limes der Ostwetterau verläuft zu Anfang des zweiten Jahrhunderts zwischen den Kohortenkastellen Rückingen und Großkrotzenburg schnurgerade von Nord nach Süd, teilweise auch auf Hanauer Territorium.
Etwa 87 m hinter der römischen Grenze lag das Kleinkastell "Neuwirtshaus" bei Wolfgang. Reste dieses, etwa zur Regierungszeit Kaiser Hadrians gebauten, Kleinkastells sind noch heute sichtbar.

Mit einer Höhendifferenz von über 2,5 m zwischen Wallkrone und Grabensohle lässt sich der äußere Graben immer noch gut erkennen, während der innere Wall zwischenzeitlich durch Verschüttung nur noch schlecht sichtbar ist. Die 3,5 – 4 m breite Umwehrung wurden durch hölzerne Zuganker und Querstreben verstärkt; die Außenböschungen waren mit Rasensodenplatten abgedeckt. Der Zugang zur 21 x 25 m großen Anlage markiert heute eine Mulde. Der Tordurchlass war evtl. durch zwei Tortürme gesichert. Den Innenraum nahm ein hufeisenförmiger Barackenkomplex mit einem 11 x 17 m großen ungepflasterten Zentralhof ein.



Aufgabe dieses, erst später in die Postenkette des Limes eingefügten, Kleinkastells dürfte die Sicherung der in der Nähe den Limes kreuzenden, schon vorgeschichtlich begangenen "Birkenhainer Straße" gewesen sein. Eine andere Möglichkeit ist die Unpassierbarkeit weiter Streckenbereiche des Limes zwischen Rückingen und Großkrotzenburg bei schlechten Wetterverhältnissen. Hierfür spricht, daß es genau in der Mitte des Limesabschnittes zwischen den beiden Sumpfgebiete am Doppelbiergraben (NSG "Rote Lache") und dem Auheimer Torfbruch ("Schifflache") liegt.

Den Limes kann man auf dem mit einem schwarzen Turm ausgeschilderten Limes-Wanderweg vom Kastell Großkrotzenburg bis zum Kastell in Erlensee zu Fuß oder mit dem Fahrrad verfolgen. Im Gelände ist der Limes noch stellenweise als 1 bis 1,5 m hoher Wall erkennbar. In seiner endgültigen Gestalt bestand der Pfahlgraben aus einem Wall mit Palisade und einem vorgelagerten Graben. Auf besonders gut erhaltene Stellen wird ab 1999 mit einer Beschilderung hingewiesen.