Richard Küch

Richard Küch (1860 – 1915)

Wer während des ganzen Jahres gerne eine gesunde Gesichtsfarbe vorzeigt, jedoch den Tag nur in Innenräumen verbringt, der sollte Richard Küch danken. Der Physiker und Chemiker veränderte wortwörtlich das Aussehen des braungebrannten Teiles der Modetrends folgenden Bevölkerung.

Küch war nach seinem Studium Assistent am Mineralogisch-Petrographischen Institut der Universität Berlin. 1890 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter seiner Schulfreunde Heinrich und Wilhelm Heraeus in deren Unternehmen, der Platinschmelze W.C. Heraeus, und betrieb dort erfolgreich Grundlagenforschung. Mit seinen Erfindungen hatte er einen ganz wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Unternehmens.
Im Jahr 1899 fand er ein Verfahren, durch Schmelzen von Bergkristall im Knallglasgebläse, relativ blasenfreies Quarzglas von höchster Reinheit zu gewinnen. Dies führte zur Gründung der "Heraeus Quarzschmelze". Quarzglas bildete auch eine Grundlage für den nächsten Schritt zur künstlichen Bräune. In den Jahren 1903/04 gelang ihm die Konstruktion einer Quarzglas-Quecksilberlampe, der "Künstlichen Höhensonne – Original Hanau".

Gemeinsam mit Wilhelm Heraeus machte er die Entdeckung, daß Gold gegen konzentrierte Schwefelsäure widerstandsfähiger ist als Platin und entwickelte spezielle Gold-Platin-Legierungen für die chemische Industrie.

Richard Küch stellte erstmals Thermoelemente und Thermometer mit Drähten aus reinem Platin her. Mit der Entwicklung des normierten Platin-Widerstandsthermometers legte er den Grundstein für die moderne Temperaturmeßtechnik.

Nach Richard Küch ist das Besucher- und Ausstellungszentrum des Edelmetall- und Technologie-Unternehmens Heraeus benannt (Richard Küch-Forum).