Persönlichkeiten

Die Geschichte der Stadt Hanau ist reich an tiefgreifenden Begebenheiten und besonderen Ereignissen. Hiermit verbunden sind Namen. Geschichte ist nicht im luftleeren Raum geschehen - Menschen veränderten oder prägten Hanau nachhaltig. Eine - bei weitem nicht vollständige - Auswahl bieten wir an dieser Stelle. Neben den bedeutenden, allseits mit Hanau in Verbindung gebrachten Persönlichkeiten, werden auch einige Menschen vorgestellt, die nicht im „Rampenlicht der Geschichte" gestanden haben, wenngleich ihr Engagement und ihre Leistungen nicht nur das Leben in Hanau veränderten.
Ziel dieser wenigen Kurzportraits und Darstellungen ist es, eine Anregung für die vertiefende Beschäftigung mit den Genannten zu geben, sich mit den Hanauer Impulsen für Wissenschaft, Kunst, Kultur, Soziales, Wirtschaft und Politik zu beschäftigen. Alle Genannten wurden entweder in Hanau geboren oder lebten eine Zeit lang in der Brüder-Grimm-Stadt (noch lebende Persönlichkeiten sind nicht aufgeführt).

Indagine, eigtl. Johannes Rosenbach (um 1467-1537)

Pfarrer in Großsteinheim (1488-1537), schrieb Werke über Astrologie, Handlesekunst und Physiognomie, aber auch lokalgeschichtliche Themen. Beriet astrologisch die Kurfürsten bei der Kasierwahl in Frankfurt (1519). Hofastrologe von Kurfürst Albrecht von Brandenburg, befreundet mit Mathis Gothart Grünewald.

Juliane von Stolberg-Wernigerode (1506-1580)

Gräfin von Hanau, ab 1523 Frau von Graf Philipp II. von Hanau-Münzenberg. Gilt als "Urmutter" des niederländischen Königshauses Oranien.

Philipp Ludwig II., Graf von Hanau-Münzenberg (1576-1612)

Gründer der Hanauer Neustadt durch Vertrag mit wallonischen und niederländischen Glaubensflüchtlingen (1597), privilegierte eine zweite Hanauer Judengemeinde (1603), gründete die Hohe Landesschule (1607).

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Katharina Belgia, Gräfin von Hanau-Münzenberg (1578-1648)

Gemahlin von Graf Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg,
Tochter von Wilhelm von Oranien und Charlotte von Bourbon-Montpensier, Hanauer Regentin von 1612 bis 1627.

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Heinrich Oraeus (1584-1646)

Pfarrer in verschiedenen Orten der Grafschaft Hanau-Münzenberg, u.a. Kesselstadt, verfasste im Auftrag Merians den dritten Band des Theatrum Europaeum, Stadtprediger und Konsitorialrat in Hanau.

Guillaume "Wilhelm" von Lamboy (Geburtstag und -ort unbekannt - 1659)

Kaiserlicher Generalfeldmarschall. Belagerer Hanaus im Dreißigjährigen Krieg (Lamboyfest).

Gustav II. Adolf von Schweden (1594-1632)

König von Schweden. Logierte auf einer Brautfahrt 1620 im Hanauer Stadtschloss. Während des Dreißigjährigen Krieges hielt er am 25.11.1631 Einzug in Hanau und nahm am 22.1.1632 an Verhandlungen teil, bei denen dem Hanauer Grafenhaus eine Anzahl eroberter mainzischer Gebiete zugesprochen wurden, darunter Orb, Biebergrund, Freigericht und Steinheim.

Amelia Elisabeth Landgräfin von Hessen-Kassel (1602-1651)

Tochter von Philipp Ludwig II. und Catherina Belgia, Ehefrau von Wilhelm V. von Hessen-Kassel, führte die Hanauer Regierungsgeschäfte von 1637 - 1650.

Isaak und Peter Soreau (1604-1645, 1604-1672)

Zwillingsbrüder, Schüler in der Werkstatt ihres Vaters Daniel Soreau, die nach dem Tod von Sebastian Stoskopff weitergeführt wurde. bedeutende Vertreter der Stilllebenmalerei des 17. Jahrhunderts.

Franciscus Sylvius (1614-1672)

eigtl. Franz de le Boe. Arzt, Anatom und Naturwissenschaftler. Doktor der Universität Basel, Professor der Medizin und Vizekanzler der Universität Leiden. Begründer der naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin und klinischen Chemie.

Hans Jacob Christoph von Grimmelshausen (1620/21-1676)

Größter deutscher Erzähler des 17. Jahrhunderts, kaiserlicher Dragoner, Regimentssekretär. In seinem Volksroman "Der abenteuerliche Simplicissimus" schildert er ausführlich die Zustände im belagerten Hanau und seiner Umgebung während des Dreißigjährigen Krieges. Sein Sohn Franz Christoph heiratete 1670 in Steinheim eine gewisse Anna Catharina.

Friedrich Grimm (1672-1748)

Pfarrer an der Marienkirche, Inspektor über die reformierten Kirchengemeinden der Grafschaft Hanau-Münzenberg, Urgroßvater der Brüder Grimm.

Johann Jakob Samhammer (1685-1745)

Architekt, von 1727-1745 Stadtbaumeister von Frankfurt, schuf die Hauptwache (1729/30). Ließ 1742 die Bauten zur Krönungszeremonie für Kaiser Karl VII. errichten.

Friedrich Grimm (1707-1777)

Pfarrer in Steinau, Großvater der Grimms.

Jean Louis Gallien (1730-1809)

Goldschmied, Zeichner, Graveur. Gründungsdirektor der Zeichenakademie Hanau (1772).

Franz Ludwig von Cancrin (1738-1816)

Ingenieur, Mineraloge, Hofbaudirektor. Errichte u. a. das Hanauer Stadttheater, Architekt von Wilhelmsbad mit Karussell. Staatsrat in St. Petersburg.

Wilhelm I. von Hessen-Kassel (1743-1821)

Erbprinz von Hessen-Kassel und Graf von Hanau (1764 - 1785), Landgraf (1785 - 1803) und Kurfürst von Hessen-Kassel (1803 - 1821). Ließ die Festungsanlagen zwischen Alt- und Neustadt schleifen, Bauherr der Kur- und Badeanlagen Wilhelmsbad, Stifter der Hanauer Zeichenakademie.

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Karoline, Landgräfin und Kurfürstin von Hessen-Kassel (1747-1820)

Gemahlin von Wilhelm I. von Hessen-Kassel, Tochter König Friedrichs V. von Dänemark und Louise, Prinzessin von Großbritannien, förderte karitative und kulturelle Einrichtungen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Dem Dichterfürsten war Hanau gut bekannt, einige Begegebenheiten sind schriftlich überliefert. In seiner Schrift "Über die Kunstschätze am Rhein, Main und Neckar in den Jahren 1814 und 1815" widmet er mehrere Seiten Hanauer Künstlern und Naturforschern, der Wetterauischen Gesellschaft (deren Ehrenmitglied er 1808 wurde) sowie der Zeichenakademie (Ehrenmitglied 1815, "Unter den Bildungsanstalten zur Kunst verdient die Zeichenschule in Hanau eine sehr ehrenvolle Erwähnung.").

Philipp Wilhelm Grimm (1751-1796)

Hofgerichtsadvokat, Stadt- und Landschreiber der Altstadt Hanau und des Amtes Büchertal, Vater der Grimms.

Adolph Freiherr Knigge (1752-1796)

Gesellschaftsphilosoph und Aufklärer. Lebte von 1777-1779 am Hof des Erbprinzen Wilhelm in Hanau, leitete u. a. ein Liebhabertheater und brachte hier sein Erstlingswerk "Warder" zur Aufführung.

Hector Wilhelm von Günderrode (1755–1796)

Schriftsteller, Jurist, badischer Regierungsrat, Vater der Karoline von Günderrode.

Johann Georg Geißelbrecht (1762-1826)

Puppenspieler, Puppentheaterbetreiber und Mechanikus. Ausgedehnte Tourneen durch ganz Europa, diente als Vorbild für Theodor Storms "Pole Poppenspäler".

Friedrich Bury (1763-1823)

Porträt- und Historienmaler, Mitglied der Preußischen Akademie der Künste, Freund von Goethe und Anton Wilhelm Tischbein.

Johannes Neeb (1767-1843)

in Großsteinheim geboren. Professor der Philosophie an der Universität Bonn (1792), Lehrstuhl für Philosophie und Moral in Mainz (1798). Bürgermeister von Niedersaulsheim (1808-1842), Provinzialrat von Rheinhessen, Abgeordneter der 2. Parlamentskammer des Großherzogtums Hessen (1820).

Friedrich Jonas Beschort (1767-1846)

Sänger und Darsteller von Liebhaber-, Helden-, später auch komischen Charakterrollen aus der Schule Schröder und Iffland, u. a. in Maria Stuart (Shrewsbury), Minna von Barnhelm (Riccaut), Donna Diana (Perin) und Hamlet (Polonius).

Johann Philipp Achilles Leisler (1771-1813)

Arzt und Zoologe. Beschrieb in seinem populären Naturrecht (1799-1806) zahlreiche u. a. von ihm neu entdeckte Vogel- und Fledermausarten.

Georg Graf Cancrin (1774–1845)

Sohn von Franz Ludwig Cancrin, deutsch-russischer General und Staatsmann, Generalintendant der russischen Armee, Mitglied des russischen Reichsrates und Finanzminister.

Johannes Geibel (1776-1853)

Pastor und Liederdichter. Hauslehrer in Kopenhagen, Prediger der reformierten Gemeinde Lübeck (1798), Ehrendoktor der Berliner theologischen Fakultät. Vater des Dichters Emanuel Geibel.

Johann Heinrich Kopp (1777-1858)

Landphysikus des Amtes Schwarzenfels, Professor am Lyzeum (Alte Hola) frü Chemie, Physik und Naturkunde. Medizinalrat (1813), Hofrat (1815), Leibarzt der Kurfürsten von Hessen. Mitgründer der Wetterauischen Gesellschaft.

Wilhelm II. (1777-1857)

Kurfürst von Hessen-Kassel. Unter ihm kam es zur Neuordnung der kurhessischen Armee und Landesverwaltung, schloss 1831 den Zollvertrag mit Preußen ab, ließ Schloss Philippsruhe renovieren, das alte Stadtschloss abbrechen (1829).

Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852)

"Turnvater", leitete den ersten Deutschen Turnertag in der Wallonisch-Niederländischen Kirche in Hanau. Gründer des Deutschen Turnerbundes.

Johann Peter Krafft (1780-1856)

Genre- und Historienmaler. Professor an der Wiener Akademie (1823), Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerie und Schlosshauptmann vom Belvédère in Wien (1828), Restaurator im Schloss Schönbrunn.

Karoline von Günderrode (1780-1806)

Bedeutende Dichterin der Romantik. Verwandtschaftlich eng mit Hanau und dem Hofgut Trages verbunden. Lebte von 1786 an in Hanau, ehe sie als 17-jährige in das Cronstetten-Hynsperg´sche Stift Frankfurt aufgenommen wurde. Ihr Großvater war Regierungs- und Hofgerichtsrat in Hanau.

Johann Christian Hundeshagen (1783-1834)

Forstwissenschaftler, Herausgeber der "Encyclopädie der Forstwissenschaft" sowie "Methodologie und Grundriss der Forstwirtschaft". Gilt als Vater der forstlichen Statistik.

Helfrich Bernhard Hundeshagen (1784-1858)

Germanist und Kunsthistoriker. Leiter der öffentlichen Bibliothek Wiesbaden (heute Landesbibliothek Wiesbaden).

Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859)

Grimm Doppelporträt von Ludwig-Emil Grimm
Die beiden Universalgelehrten - Märchensammler, Germanisten, Juristen, Demokraten - wurden am ehemaligen Paradeplatz Nr. 1 (heute Freiheitsplatz) geboren.

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Friedrich Rückert (1788–1866)

Dichter, Übersetzer und einer der Begründer der deutschen Orientalistik. Im Frühjahr 1813 zum Professor an der Hohen Landesschule Hanau berufen, enfernte sich aber nach dreimonatigem Aufenthalt "heimlich aus der Stadt", so zeitgenössische Berichte.

Ferdinand Philipp Grimm (1788–1845)

Sagensammler, Bruder der Brüder Grimm

Ludwig Emil Grimm (1790–1863)

Ludwig Emil Grimm
"Maler-Bruder" von Jacob und Wilhelm Grimm. Bedeutender Illustrator der Grimm´schen Märchen, Porträtist. Geboren in der Langstraße 41.

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Carl Röttelberg (1793-1869)

Kontrolleur der Hanauer Dienstmänneranstalt, Mitunterzeichner des Hanauer Ultimatums, Mitglied der Hanauer Volkskommission 1848. Mit August Schärttner und Christian Lautenschläger Mitglied des Rüstungsausschusses zur Aufstellung des Freikorps der Hanauer Bürgergarde. Hauptmann der 10. Kompanie der Bürgergarde.

Ludwig Hassenpflug (1794-1862)

In Hanau geboren, verheiratet mit Lotte Grimm, Schwester der Brüder Grimm. Kurhessischer Justiz- und Innenminister, entschiedener Gegner des Konstitutionalismus und Liberalismus (als Kopf der reaktionären Staatsregierung im Volksmund "Hessen-Fluch" genannt).

Georg Wilhelm Röder (1795–1872)

Erzieher bei Graf Benzel-Sternau am Züricher See, Gymnasialprofessor und Mitdirektor der Kantonsschule in Chur/Schweiz, Ehrenbürger des Kantons Graubünden. Direktor der Bürger- und Realschule Hanau (1838-1852), zugleich Schulinspektor. Führte unter Oberbürgermeister Eberhard grundlegende Schulreformen in Hanau durch. Vorsitzender des Märzvereins, Mitglied der Hanauer Volkskommission 1848. Präsident der 2. Deutschen Realschulkonferenz in Mainz (1846).

Johann Bernhard Eberhard (1795–1860)

Jurist und Oberbürgermeister von Hanau. Vorsitzender der Hanauer Volkskommission und Unterzeichner des Hanauer Ultimatums von 1848. Hessischer Minister des Inneren (1848 - 1850), Staatsrat in Kassel.

Karl Ludwig Blum (1796-1869)

Historiker, Professor für Geografie und Statistik an der russischen Universität Dorpat (heute Tartu in Estland).

Heinrich Kuhl (1797-1828)

Mediziner und Zoologe. Forschungsexpeditionen an die Nordsee und nach Übersee. Entdeckte zahlreiche Tierarten. Starb auf Java.

Moritz Daniel Oppenheim (1800–1882)

Oppenheim Selbstbildnis
In der Hanauer Judengasse geboren, gilt als "erster jüdischer Maler". Bekannt durch den Zyklus "Bilder aus dem altjüdischen Familienleben". Werke in allen weltweit bedeutenden Kunstsammlungen.

Luise von Plönnies (1803-1872)

Schriftstellerin und Übersetzerin, schrieb Liebes- und Landschaftsgedichte, biblische Dramen. Mitglied der Königlichen Akademie Belgien.

Pedro Jung (1808-1886)

Tabakfabrikant, Mitunterzeichner des Hanauer Ultimatums vom 9.3.1848 an den Kurfürsten von Hessen-Kassel. Stand an der Spitze der sog. "Hanauer Sturm-Deputation", Mitglied der Hanauer Volkskommission. Mitunterzeichner des Aufrufs zum Bau des Brüder-Grimm-Nationaldenkmals. Vermachte der Stadt Hanau eine Stiftung von 245.000 Mark und seine Villa (im Zweiten Weltkrieg zerstört, heute Pedro-Jung-Park).

Conrad l´Allemand (1809-1880)

Porträtmaler, Bruder von Fritz l´Allemand.

Georg Ludwig Pfeiffer (1809-1892)

Tabakfabrikant und Bankier. Erster Vorsitzender der Handelskammer Kassel.

Wilhelm Ziegler (1809-1878)

Musiklehrer, Verfasser der "Ziegler´schen Chronik", die eine Fundgrube für jeden Stadthistoriker Hanaus für das 19. Jahrhundert darstellt.

Karl Ferdinand Gutzkow (1811-1878)

Schriftsteller und Publizist. Nach einem Selbstmordversuch 1865 wählte er von den ihm "empfohlenen Wohnorten in halbländlicher Stille" Kesselstadt. Dort lebte er 1866-1868 an der Philippsruher Allee im sog. "Gutzkowhäuschen" (heute ersetzt durch ein Hochhaus). Die letzten Bände seines Romans "Hohenschwangau" hat er hier geschrieben.

Fritz l´Allemand (1812-1866)

Historien- und Schlachtenmaler, Bruder von Conrad l´Allemand.

August Rühl (1815-1850)

Tabakfabrikant, maßgeblicher Verfasser des "Hanauer Ultimatums", Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49, Hanauer Oberbürgermeister.

Hermann Kopp (1817–1892)

Professor für Physik und Chemie, gilt als erster Historiker der Chemie. Arbeitete mit Liebig und Wöhler.

August Schärttner (1817–1859)

Küfermeister, Mitgründer und späterer Vorsitzender der Turngemeinde Hanau. Führende Persönlichkeit der deutschen Turnerbewegung, Mitunterzeichner des "Hanauer Ultimatums" von 1848, Mitglied der Hanauer Volksommission. War maßgeblich an den ersten Turntagen in Hanau und damit der Gründung des Deutschen Turnerbundes beteiligt. Führte 1849 die Hanauer Turnerwehr zur Verteidigung der Reichsverfassung nach Baden.

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Louis Paul Amédée Appia (1818–1898)

Dr. med., Mitbegründer des Roten Kreuzes. Beteiligt am Zustandekommen der Genfer Konvention von 1863. Die Bestimmung des Artikels 8, die als Kennzeichnung des freiwilligen Sanitätspersonals die weiße Armbinde vorsieht, geht auf seinen Vorschlag zurück.

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Christian Lautenschläger (1820–1877)

Gelernter Graveur, einer der Gründer der Turngemeinde Hanau, deren erster Vorsitzender und Turnwart (1837-1841). Mitglied der Hanauer Volkskommission, Mitunterzeichner des Hanauer Ultimatums 1848. Hauptmann der 2. Kompanie beim Zug der Hanauer Turnerwehr nach Baden.

Friedrich Karl Hausmann (1825–1886)

Maler, ausgedehnte Studienreisen, Direktor der Königlichen Zeichenakademie Hanau (ab 1870), Vorstandsmitglied im Hanauer Geschichtsvereins.

Georg Cornicelius (1825–1898)

Maler, ausgedehnte Studienreisen, Ehrenmitglied der Hanau Zeichenakademie (1872), Königlich Preußischer Professor (1888).

Wilhelm Carl Heraeus (1827–1904)

Apotheker, Chemiker, Begründer der deutschen Platinindustrie. Gründer des Hanauer Weltunternehmens Heraeus. Ehrenbürger.

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Eduard Pflüger (1829-1910)

Professor der Physiologie an der Universität Bonn (1859) und deren Rektor (1889-1890). Geheimer Medizinalrat. Nach ihm ist das "Pfüger´sche Zuckungsgesetz" benannt. Seit 1902 mehrmals für den Medizin-Nobelpreis nominiert. Ehrenbürger der Stadt Bonn. Orden Pour de Mérite für Wissenschaft und Kunst.

Matthias Daßbach (1829-1899)

Zigarrenarbeiter, nahm am Turnerzug nach Baden 1849 teil. Mitglied des Vereins der Zigarrenarbeiter Hanau 1860, gilt als Gründer des ab 1.10.1867 belegten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins Hanau (Vorläufer der SPD).

Johann Heinrich Nickel (1829-1905)

Bijouterie-Kaufmann, 1864 Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Hanauer Kreditvereins, Handelsrichter,
1875-1882 Vizebürgermeister. 1882-1885 Mitglied der hessischen Abgeordnetenkammer und 1887-1890 Mitglied des Reichstages (Wahlkreis Kassel, Deutsch-Freisinnige Partei). Ehrenbürger von Hanau.

Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917)

Erfinder des lenkbaren Luftschiffs. Als württembergischer Rittmeister kam er im Juli 1866 auf einem Patrouillenritt auch nach Steinheim und wohnte im dortigen Hofbrauhaus.

Ludwig Albert Jaeger (1843-1903)

Kaufmann, Lokalpolitiker in Nordhausen. Mitglied des Reichstags für Erfurt und die Nationalliberale Partei 1874-1881.

Wilhelm Heinrich Leppenau (1838-1901)

Chemiker und Unternehmer, entwickelte Verfahren zur Gewinnung von Öl aus Schiefer. Inhaber einer Paraffin- und Photogenfabrik.

Georg Wolff (1845-1929)

Gymnasiallehrer, Römerforscher, stellvertretender Direktor der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts. Vorstandsmitglied des Hanauer Geschichtsvereins.

Alexander von Bischoffshausen (1846-1918)

Regierungsassessor am Polizeipräsidium Berlin, Landrat von Pinneberg (1881/1882), Unterstaatssekretär im preußischen Innenministerium. Wirklicher Geheimer Rat (1907), Präsident der preußischen Staatsschuldenverwaltung (1907).

Fritz Canthal (1848–1922)

Weinbrand- und Likörfabrikant, Mitglied des Hanauer Stadtrates (1884), Stadtverordnetenvorsteher (1898-1908), Präsident der Handelskammer (1891-1918), Kommerzienrat (1904), Ehrenbürger der Stadt Hanau (1916).

Karl Kihn (1854–1934)

Erster praktischer Arzt in Großauheim (1880), verdienter Spessartforscher, 1900-1924 Vorsitzender des Spessartbundes.

Richard Küch (1860–1915)

Physiker, Chemiker. Grundlagenforschung der Platinindustrie, Konstrukteur der "Künstlichen Höhensonne – Original Hanau". Geschäftsführer von Heraeus.

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Jean Louis Sponsel (1860-1930)

Kunsthistoriker, Professor für Geschichte der Archäologie und Kunstgewerbe. Direktor des Kupferstichkabinetts (1905), des Kunstgewerbemuseums (1908) und des Grünen Gewölbes (1914-1923) in Dresden.

Gustav Hoch (1862-1942)

Redakteur, Schriftsteller, Buch- und Zigarrenhändler. Leiter des Arbeitersekretariats. Stadtverordneter und Mitglied des Reichstags für die SPD. 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Georg Busch (1862-1943)

Professor an der Münchener Kunstakademie, Mitglied der Gesellschaft für Christliche Kunst. Erschuf zahlreiche Altäre, Kreuzwegstationen, Grabmäler und das Steinheimer Friedensdenkmals (1911).

Heinrich Jassoy (1863-1939)

Architekt des Historismus. Professor an der TH Stuttgart (1899-1924), erbaute u. a. die Friedenskirche in Kesselstadt (1904).

Reinhard Scheer (1863-1928)

1879 Eintritt als Kadett in die Kaiserliche Marine, bis 1916 Aufstieg zum Chef des Admiralstabes / Chef der Seekriegsleitung.
"Held vom Skagerrak", wo er Ende Mai 1916 eine Schlacht gegen die englische Kriegsflotte schlug. Ehrenbürger von Hanau (1916).

Luise Kiesselbach (1863-1939)

Erste Armenpflegerin Bayerns (1909), Mitglied im Münchner Stadtrat (1919-1927), gründete den Stadtbund Münchner Frauenverbände, war Vorsitzende des Vereins für Fraueninteressen in München. Mitgründerin und Vorsitzende des paritätischen Wohlfahrtsverbandes Bayern.

Georg Lucas (1865-1930)

Jurist, Präsident des Reichswirtschaftsgerichts, Vorsitzender des Kartellamts. Mitglied des Kreisausschusses und Kreistages, der Landeskreisversammlung für Hanau, Mitglied des Reichstags für die Nationalliberale Partei (1903-1907).

Charles Engelhard (1867-1950)

Industrieller, Vertreter der Fa. Heraeus in den USA (1891). Mäzen. Sein Sohn Charles avancierte Anfang der 1960er Jahre zum sechstreichsten Mann der Vereinigten Staaten (Beinamen "Platinkönig", "Goldfinger").
Ehrenbürger von Hanau.

August Gaul (1869–1921)

Bedeutender Tierbildhauer und -zeichner, Gründungsmitglied der Berliner Sezession (1899), ordentlicher Professor und Mitglied der Berliner Akademie der Künste (1904), in Großauheim geboren.

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Franz Stassen (1869 - 1949)

Maler, Zeichner, Illustrator. Mitglied des Bayreuther Wagner-Kreises, schuf zahlreiche "Wagner-Mappen". Arbeitete auch für die Reichskanzlei.

Adolf Amberg (1874-1913)

Gestalter und Modelleur für Tafelschmuck aus Edelmetall und Porzellan (Jugendstil), u.a. entwarf er den "Hochzeitszug" für den preußischen Kronprinzen, der in der Königlichen Porzellanmanufaktur produziert wurde.

Rosa Albach-Retty (1874–1980)

Theater- und Filmschauspielerin, Ehrenmitglied des Burgtheaters Wien, Großmutter von Romy Schneider; ihre Eltern Rudolph und Maria Retty waren Ensemblemitglieder des Hanauer Stadtteaters.

August Bischoff (1876-1954)

Bildhauer, Ateliers in Frankfurt und Hanau. Schuf u. a. die Kolossalfiguren "Denkmal der Arbeit" am Hanauer Mainhafen (1924), Vorlagen für die Hanauer Edelmetallindustrie.

August Bock (1879-1968)

Silberschmied, Professor an der Zeichenakademie Hanau. Gilt als virtuoser Meister der Silber-Hammerarbeit.

Eugen Kaiser (1879-1945)

Gärtner, Gewerkschafter, Stadtverordneter und Vorsitzender der Frankfurter SPD. Mitglied des Reichstags (1920-1924), ab 1922 Landrat in Hanau, 1933 vom NS-Regime entlassen. 1944 in der "Aktion Gitter" verhaftet und in das KZ Dachau verschleppt, wo er starb.

Theodor Groppe (1882-1973)

Generalleutnant, wegen seines katholischen Glaubensbekenntnisses der "schwarzer General" genannt. Lebte von 1935 bis 1944 mit Familie in Hanau, später in Trier. Wurde aufgrund seiner regimekritischen Haltung Ende 1941 aus der Wehrmacht entlassen, 1944 verhaftet und sollte noch im April 1945 auf Befehl Himmlers in der Haftanstalt Küstrin exekutiert werden. Die Flucht gelang. Groppe wurde 1952 von der Bundeswehr rehabilitiert und u. a. von Papst Pius XII. mit dem Komturkreuz des Gregoriusordens ausgezeichnet.

Dr. Kurt Blaum (1884-1970)

Jurist, Hanauer Oberbürgermeister von 1921-1933 (vom NS-Regime aus dem Amt gedrängt) und 1945 kurze Zeit kommissarisch von den Alliierten eingesetzt. In seiner Amtszeit entstanden u. a. der Mainhafen, das Musikerviertel und der Beethovenplatz ("Zirkus Blaum"), schuf die "Hanauer Verwaltungsorganisation". 1945 nach seiner Hanauer Zeit kommissarischer OB von Frankfurt, im Vorstand des Kuratoriums der Goethe-Universität, des Roten Kreuzes.

Hugo Wenninger (1888-1952)

Mehrfacher Meister im Wettgehen (Taunus- und Süddeutscher Meister 1913/1925, Main-Hessen-Meister 1929), engagierte sich auch als Obmann im Gehsport, Kampf- und Schiedsrichter.

Jakob Altmaier (1889-1963)

Journalist, Schriftsteller, Widerstandskämpfer. Mitglied des Bundestages für den Wahlkreis Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern (1949-1963). Initiator des deutsch-israelischen Wiedergutmachungsabkommens (1952).

Reinhold Ewald (1890-1974)

Maler und Bildhauer, bedeutender Vertreter des Expressionismus, Gestalter der Kirche Dettingen.

Christian Dell (1893-1974)

Geboren in Kesselstadt, 1907-1911 Silberschmiedelehre bei Schleißner in Hanau, daneben Besuch der Zeichenakademie.
Bedeutender Industriedesigner, Pionier des Kunststoffdesigns.

Dr. Elisabeth Schmitz (1893-1977)

Lehrerin, Verfasserin der "Denkschrift gegen das Schweigen der bekennenden Kirche zur Verfolgung der deutschen Juden im Dritten Reich" 1935/36. Gewährte verfolgten Juden Unterschlupf in ihrem Wochenendhaus in Berlin-Wandlitz. "Gerechte unter den Völkern" (2011).

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Paul Hindemith (1895–1963)

Musiker, Pädagoge, Musiktheoretiker und Komponist der Neuen Musik ("Mathis der Maler"). Professur in Berlin (1927-1935). Emigration in die Schweiz (1938), dann in die USA (Professor an der Universität Yale 1940-1953).

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Heinrich Bott (1896-1973)

Studienrat, Heimatgeschichtsforscher. Verfasste u. a. "Die Altstadt Hanau", "Gründung und Anfänge der Neustadt Hanau 1596-1620".

Marion Matthäus (1896-1980)

In Hanau geborene, international bekannte Opernsängerin, Liedinterpretin und Gesangspädagogin, lebte von 1936 bis 1949 in Brasilien, Ehrenbürgerin von Rio de Janeiro.

Elisabeth Langgässer (1899-1950)

Schriftstellerin und Pädagogin, lehrte an der heutigen Theodor-Heuss-Schule in Steinheim (1920). Erhielt 1950 posthum den Georg-Büchner-Preis.

Wilhelm Wagenfeld (1900-1990)

Bedeutender industrieller Formgestalter, studierte von 1919 bis 1922 an der Hanauer Zeichenakademie und hielt Zeit seines Lebens Kontakte zu dem Institut.

Prof. Mathilde Hain (1901-1983)

In Großauheim geborene Professorin für Volkskunde (1953), bis 1968 auch Leiterin des Instituts für Volkskunde an der Goethe-Universität Frankfurt. Gab u.a. das Großauheimer Heimatbuch heraus.

Karl Goebels (1901-1991)

Theologe, Mitglied der Bekennenden Kirche. Probst für Frankfurt am Main (1950-1970), Vorsitzender der Evangelischen Allianz und der Frankfurter Bibelgesellschaft.

Nyanaponika Mahathera, geb. als Siegmund Feniger (1901-1994)

Buddhistischer Gelehrter und Autor, gilt als Erneuerer des Buddhismus in Asien.

Hermann Kardinal Volk (1903-1988)

In Großsteinheim geboren. Professor für Dogmatik an der Universität Münster (1946), deren Rektor von 1954-1955. Am 25.3.1962 von Papst Johannes XXIII. zum Bischof von Mainz (1962-1982) ernannt, 1973 zum Kardinal berufen.
Ehrenbürger von Steinheim (1964) und Mainz (1975).

Heinrich von Brentano (1904-1964)

Rechtsanwalt am Landgericht Hanau und am Oberlandesgericht Darmstadt, 1949-1955 und 1961-1964 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 1955-1961 Bundesaußenminister.

Friedrich Adam von Trott zu Solz (1909-1944)

Jurist, Diplomat und einer der bedeutendsten Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, war von Januar bis Juli 1934 Rechtsreferendar am Landgericht Hanau.

Heinrich "Heini" Sonnrein (1911-1944)

Bankangestellter, Fußballer. Nationaltorwart 1935/36 (Heimatclub: FC Hanau ´93).

August Peukert (1912-1986)

Gebrauchsgrafiker, Zeichner, Maler. Arbeitete zudem in den Bereichen Glasfenstertechnik, Mosaikkunst und Wandgestaltung und war kommunalpolitisch aktiv.

Rudolf Hagelstange (1912-1984)

Journalist und Schriftsteller ("Der Niedergang", "Calypso", "Flaschenpost"). Ab 1982 Zweitwohnsitz in Hanau.

Hermann Jünger (1928-2005)

Goldschmied, Silberschmied, Zeichner. Professor an der Akademie der Bildenden Künste München (1972-1990), Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1982).

Jürgen Wohlrabe (1936-1995)

Filmkaufmann und -produzent, Politiker (CDU). Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses (1989-1991).

Wolfgang Hilbig (1941-2007)

Schriftsteller. Erster Brüder-Grimm-Preisträger 1985, lebte von 1985 bis 1987 in Hanau. Georg-Büchner-Preis 2002.

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