Hanauer Stadtgoldschmied

Hanau ernennt seit 2004 alle zwei Jahre einen Stadtgoldschmied, der für sechs Wochen in der Brüder-Grimm-Stadt lebt und an der Staatlichen Zeichenakademie arbeitet. Damit hat die Stadt Hanau einen neuen Akzent als Goldschmiedestadt gesetzt.

Neben dem Deutschen Goldschmiedehaus, der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V., der Staatlichen Zeichenakademie und den in der Stadt tätigen Gold- und Silberschmieden ist die Ernennung eines/er Stadtgoldschmieds/in ein weiteres Highlight der Brüder Grimm Stadt Hanau.

2011 - Karl Fritsch, Neuseeland

Ring mit Gold
Zu den musikalischen und literarischen Größen Hanaus gehören ohne Frage Paul Hindemith und die Brüder Grimm, an die in Hanau mit der Vergabe gleichnamiger Preise erinnert wird. Auch das Goldschmiedehandwerk hat in Hanau eine lange Tradition – bereits 1610 gab es hier die Zunft der Gold- und Silberschmiede.

Neben der Staatlichen Zeichenakademie, dem Deutschen Goldschmiedehaus und der Gesellschaft für Goldschmiedekunst sowie den in der Stadt tätigen Gold- und Silberschmieden ist der Stadtgoldschmied, der 2004 auf Anregung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst ins Leben gerufen wurde, ein weiteres Highlight in der Brüder Grimm Stadt Hanau.

Die enge Verbindung der drei Institutionen kommt auch in der gemeinsamen Ausrichtung des Stadtgoldschmieds zum Ausdruck: Die Gesellschaft für Goldschmiedekunst organisiert und betreut den Stadtgoldschmied, die Staatliche Zeichenakademie stellt den Arbeitsplatz für den Stadtgoldschmied zur Verfügung, das Deutsche Goldschmiedehaus ermöglicht dem Stadtgoldschmied die Präsentation seiner Arbeiten und nicht zuletzt ist es die Stadt Hanau, die den finanziellen Rahmen schafft und somit als Ausrichter des Stadtgoldschmieds zu nennen ist.

Im Jahre 2009 hat die Jury, der Gabriele Jahns-Duttenhöfer, Direktorin der Staatlichen Zeichenakademie Hanau, die Stadtgoldschmiedin Hilde De Decker, die Goldschmiedin Dorothea Förster aus Hanau, der Innungsobermeister Günter Kasper, der Kulturbeauftragte Klaus Remer, der Leiter der Hanauer Museen, Richard Schaffer-Hartmann sowie die Geschäftsführerin der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Dr. Christianne Weber-Stöber, angehören, Karl Fritsch aus Neuseeland zum vierten Hanauer Stadtgoldschmied gewählt.

Karl Fritsch wurde 1963 in Sonthofen im Allgäu geboren, er besuchte von 1982 bis 1984 die Goldschmiedeschule in Pforzheim, war von 1984 bis 1986 dort bei der Firma C. Neusser tätig und absolvierte von 1987 bis 1993 an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Hermann Jünger und Prof. Otto Künzli – beide Ehrenringträger der Gesellschaft für Goldschmiedekunst - sein Studium, das er 1994 mit dem Diplom abschloss.
Heute lebt und arbeitet Karl Fritsch in Neuseeland, ein Schwerpunkt seines künstlerischen Schaffens ist die Kreation unterschiedlichster Ringe zu verschiedenen Themen.

Arbeiten von Karl Fritsch sind in den namhaftesten Museen und Privatsammlungen der Welt vertreten, wie etwa der Danner Rotunde der Pinakothek der Moderne in München, The Helen Drutt Collection in Philadelphia, dem Schmuckmuseum Pforzheim, dem Auckland Museum in Neuseeland oder dem Metropolitan Museum in New York.
Karl Fritsch wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie etwa dem Herbert Hoffman Gedächtnispreis der Internationalen Handwerksmesse München (1995), dem Förderpreis für angewandte Kunst der Landeshauptstadt München (1996), dem Projektstipendium des Deutschen Museums München (1997) oder dem Françoise van den Bosch Award (2006).
Zwischen 1995 und 2008 hatte Karl Fritsch weltweit über 30 Einzelausstellungen, zuletzt in diesen Tagen in der Galerie „Jewelers Werk“ in Washington und mehr als 50 Gruppenausstellungen, dieser Tage in der Hamish McKay Gallery unter dem Titel „Gesamtkunstwerk“.
Zwischen 1989 und 2006 war der Künstler an vielen Orten der Welt als Gastdozent und als Referent zu Symposien eingeladen.

2008 / 2009 - Hilde de Decker

2008 wählte die Jury die flämische Künstlerin Hilde De Decker zur Stadtgoldschmiedin 2008/2009

Mit der Ernennung des dritten Hanauer Stadtgoldschmieds geht die Auszeichnung erstmalig an eine Künstlerin, an die flämische Schmuckgestalterin Hilde De Decker aus Londerzeel.

Hilde De Deckers Arbeitsfeld beschränkt sich nicht auf das Schaffen einzelner Schmuckstücke im Sinne von dekorativen Accessoires, vielmehr stehen Inszenierungen von Schmuck und Gerät im Mittelpunkt. Die Künstlerin erzählt uns Geschichten, gelegentlich reizen sie Provokation und das Austesten von Grenzen der Machbarkeit.

Hilde de Decker

2006 / 2007 - Jiro Kamata

Halsschmuck Kameralinsen in geschwärztem Silber
Halsschmuck Kameralinsen in geschwärztem Silber
Jiro Kamata aus München wurde zum Stadtgoldschmied 2006/2007 ernannt.

Jiro Kamata wurde 1978 in Hirosaki in Japan geboren und lebt seit 1998 in Deutschland. Erst in Pforzheim und heute in München. U.a. wurde er 2005 Meisterschüler der Akademie der Bildenden Künste in der bayerischen Landeshauptstadt.

Wenn mann seine Werke in Augenschein nimmt, wird einem sogleich auffallen, dass Jiro Kamata nicht der klassischen Goldschmiedekunst zuzurechnen ist. Seine Arbeiten stellen ihn als kreativen, experimentierfreudigen Künstler dar, der keine Scheu hat, sich ohne Berührungsängste unterschiedlichen Materialien zu widmen. Man könnte seine Werke als „Schmuckinstallationen“ bezeichnen.

Es handelt sich bei seinen Werken um interessante, eigenwillige, spannende Arbeiten, die faszinieren und fesseln. Arbeiten die althergebrachten seh- und Schmuckgewohnheiten widersprechen und im besten Sinne um der Kunst willen zu Für- und Widermeinungen anregen.

Jiro Kamata

2004 / 2005 - Rudolf Bott

Fußschale in Silber
Fußschale in Silber
Rudolf Bott aus Neuburg wirkte als Stadtgoldschmied 2004/2005 in Hanau.

Reflexionen des ersten Hanauer Stadtgoldschmiedes Rudolf Bott am 20.11.2005 im Deutschen Goldschmiedehaus Hanau zu seinem Aufenthalt und seiner Arbeit im Sommer 2005 in Hanau.

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