Brüder Grimm-Preis

Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau für Barbara Zoeke Nach Oben

Copyright Annette Koroll
Copyright Annette Koroll

- Öffentliche Preisverleihung am Freitag, 17. November, 20 Uhr, im Kulturforum

Mit dem Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau 2017 wird Barbara Zoeke für ihren Roman "Die Stunde der Spezialisten" ausgezeichnet. Die Jury mit Literaturkritikerin Dr. Insa Wilke, Literaturprofessor Professor Dr. Heiner Boehncke und dem ehemaligen Vorsitzenden des hessischen Bibliotheksverbandes Aloys Lenz MdL a.D. votierte nach eingehender Diskussion der eingereichten Veröffentlichungen einstimmig für das kürzlich im Verlag „Die Andere Bibliothek“ erschienene Buch. Der Magistrat der Stadt Hanau schloss sich einmütig dem Votum der Jury an.
Dr. Barbara Zoeke verbrachte ihre Kindheit im thüringischen Vogtland und studierte in Köln und Münster. Sie ist habilitierte Psychologin, forschte in den USA und war über mehrere Jahre im Vorstand der "International Society of Comparative Psychology". Sie lehrte und forschte an den Universitäten von Münster, Frankfurt, Würzburg und München. Neben wissenschaftlichen Arbeiten zur Wahrnehmung und zum Gedächtnis veröffentlichte sie erzählende Prosa, Lyrik und Sachbuchtexte. Die Autorin lebt seit 2008 in Berlin.
Aus der Jury-Entscheidung:
„Barbara Zoekes Roman „Die Stunde der Spezialisten“ widmet sich einem in der deutschsprachigen Literatur immer noch auffällig selten erzählten Verbrechen der Nationalsozialisten: der Ermordung von Psychiatriepatienten und Behinderten, allgemein unter dem Euphemismus „Euthanasie“ bekannt. Autorinnen wie Olga Martynova und entfernt auch Angela Steidele haben sich zuletzt mit diesem Stoff auseinandergesetzt; Barbara Zoeke ist jedoch die erste Autorin, die wohl auch aufgrund ihrer psychiatrischen Praxis die besondere Sprache der Patienten in eine literarische verwandelt und ihnen so auf besondere Weise ein Denkmal setzt. Virtuos komponiert sie auf diese Weise aus den Stimmen der Opfer wie auch der Täter in je spezifischen Sprechweisen ein beklemmendes Kunstwerk in humanistischen Traditionen, das bei seinen Leserinnen und Lesern für einen inneren Aufruhr sorgt, wie ihn nur hervorragende literarische Werke hervorzubringen imstande sind. Die Jury sieht in der meisterlichen Sprache des Romans und dem sensiblen Umgang mit den unterschiedlichen Stimmen überdies eine Nähe zu dem Werk der Brüder Grimm, das sich auf der Grenze zwischen Archiv, Sprachforschung und Erzählen bewegt.“ Oberbürgermeister Claus Kaminsky gratuliert der 18. Preisträgerin des Brüder-Grimm-Preises der Stadt Hanau sehr herzlich und lädt bereits heute alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur öffentlichen Preisverleihung am Freitag, 17. November 2017, 20 Uhr, in die Hanauer Stadtbibliothek / Kulturforum Hanau, Am Freiheitsplatz 18a, ein. Die Laudatio auf die Preisträgerin wird der Literatur-Chef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Andreas Platthaus halten.
Der Klappentext zum Buch:
"NS-Deutschland 1940. Max Koenig ist Professor für Kunstgeschichte. Die Diagnose eines ererbten Nervenleidens, das einmal der "Schwarze Gast" hieß, reißt ihn aus seiner Karriere und fort von seiner italienischen Frau und der kleinen Tochter. Emphatisch und erschütternd klar: Barbara Zoeke gibt den Opfern und Tätern eines der verdrängten Verbrechen der Nationalsozialisten eine literarische Stimme - eine "Litanei auf die Farbe Schwarz". Es ist die Stunde der Spezialisten, wenn der größte Feind der Wahrheit nicht die Lüge ist, sondern die Überzeugung."

Der Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau rühmt sprachlich herausragende Werke. Er ermutigt Autorinnen und Autoren, ihre literarische Arbeit fortzusetzen.

Der Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau schmückt die Stifterin, weil sie ihr kulturelles Erbe ernst nimmt und weiterträgt. Mit dem Preis verweist sie darauf, dass literarische Kultur große Bedeutung für die Gesellschaft hat.

Der Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau ehrt die Namensgeber.
Vergaberichtlinien und Jury
Die Jury
Frühere Preisträger des Brüder-Grimm-Preises
Die Namenspatrone

Vergaberichtlinien und Jury Nach Oben

Der Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau ist in erster Linie ein Literaturpreis für ein herausragendes Werk in deutscher Sprache aus dem Gebiet der Prosa, Lyrik oder Dramatik (einschließlich Kinder-und Jugendliteratur). Dem wissenschaftlichen Anliegen Jacob und Wilhelm Grimms entsprechend kann aber auch ein herausragendes Werk in deutscher Sprache, das sich außerdem durch hohe sprachliche Qualität und Verständlichkeit auszeichnen muss, aus dem Gebiet der Sprachforschung oder der Volkskunde prämiert werden.

Der Preis dient gleichermaßen der Auszeichnung wie der Förderung. Prämiert wird ein bei einem deutschen oder außerdeutschen Verlag erschienenes Werk. Der Magistrat beruft auf die Dauer von drei Jahren (Wiederberufung möglich) eine Jury von fünf Personen, die den Preisträger oder die Preisträgerin benennt. Sie setzt sich wie folgt zusammen: ein Professor oder eine Professorin für Germanistik an einer hessischen Universität, ein weiterer Juror oder eine Jurorin wird von der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt bestimmt. Von den beiden anderen Juroren soll mindestens einer ein sachkundiger Hanauer Bürger oder eine sachkundige Hanauer Bürgerin sein. Außerdem ist der jeweils letzte Preisträger oder die letzte Preisträgerin in der Jury vertreten.

Der Preisträger wird vom Magistrat aufgefordert, im Jahre der Preisverleihung oder danach eine kulturelle Veranstaltung in Hanau durchzuführen.

Der Preis besteht aus einer Ehrenurkunde und dem Geldbetrag i.H.v. 10.000 Euro. Er wird in feierlichem Rahmen vom Oberbürgermeister der Stadt Hanau überreicht.
Seit 2017 wird der Preis in einem dreijährigen Rhythmus im Wechsel mit dem Paul Hindemith-Preis und dem Ludwig Emil Grimm-Preis der Stadt Hanau verliehen.

Die Jury Nach Oben

Prof. Dr. Heiner Boehncke

Aloys Lenz MdL a.D.

Dr. Insa Wilke

Akademie für Sprache und Dichtung‎ derzeit nicht benannt.

Mitglied der Jury als amtierender Preisträger:
Christoph Ransmayr

Frühere Preisträger des Brüder-Grimm-Preises Nach Oben

1983
Wolfgang Hilbig
Abwesenheit. Gedichte (Fischer, 1982) und Unterm Neomond. Erzählungen (Fischer, 1982).

1985
Waltraud Anna Mitgutsch
Die Züchtigung (Claassen, 1985).

1987
Wilhelm Bartsch
Übungen im Joch (Gedichte).

1989
Natascha Wodin
Einmal lebt ich (Luchterhand, 1989).

1991
Monika Maron
Stille Zeile sechs (Fischer, 1991).

1993
Harald Weinrich
Textgrammatik der deutschen Sprache.
(Dudenverlag, 1993)

1995
Adolf Endler
Tarzan am Prenzlauer Berg (Reclam, 1994).

1997
Harry Rowohlt
Übersetzung von Frank McCourt: Die Asche meiner Mutter (Luchterhand,1996).

1999
Georg Klein
Libidissi (Alexander Fest Verlag, 1998)

2001
Heinz Czechowski
"Die Zeit steht still. Ausgewählte Gedichte." (Grupello Verlag 2000)
"Das offene Geheimnis. Liebesgedichte" (Grupello Verlag 1999)

2003
Klaus Böldl
„Die fernen Inseln“ (Fischer Verlag 2003)

2005
Felicitas Hoppe
„Verbrecher und Versager“

2005
Andreas Reimann
"Zwischen den Untergängen"

2007
Björn Kern
"Die Erlöser AG"

2009
Natascha Wodin
"Nachtgeschwister"

2011
Reinhard Kaiser
Übersetzung des Romans „Der abenteuerliche Simplicissimus Deutsch“ von Hans Jacob Christoffel Grimmelshausen aus dem Deutsch des 17. Jahrhunderts.

2013
Christoph Ransmayr
"Atlas eines ängstlichen Mannes"

2017
Dr. Barbara Zoeke
"Die Stunde der Spezialisten"

Die Namenspatrone Nach Oben

Jacob Grimm wurde am 4. Januar 1785 in Hanau geboren, Wilhelm Grimm am 24. Februar 1786. Beide gelten als Begründer der Germanistik und sind am bekanntesten für ihre Sammlung der Kinder- und Hausmärchen. Sie begannen das "Deutsche Wörterbuch", das den deutschen Sprachschatz vollständig sammelt und ethymologisch erläutert. Jacob und Wilhelm Grimm vollendeten die ersten vier Bände, das Werk wurde erst im 20. Jahrhundert abgeschlossen.

Jacob und Wilhelm Grimm waren Mitglieder der "Göttinger Sieben", einer Gruppe von Hochschullehrern, die König Ernst August von Hannover wegen der Aufhebung der Verfassung des Verfassungsbruchs beschuldigt hatten. Alle sieben wurden aus dem Dienst entlassen. Mit der Preisverleihung im November erinnert Hanau an diesen 18. November 1837, an dem die "Göttinger Sieben" ihren mutigen und folgenreichen Protest gegen den Absolutismus ihres Monarchen erhoben.

Brüder Grimm Brüder Grimm-Denkmal

weitere Informationen erhalten Sie bei Nach Oben

Fachbereich Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen
Am Markt 14 -18
63450 Hanau

Gruenerring Logo

Machen Sie einen Rundgang zu den Naturschätzen vor unserer Haustür

Der grüne Ring

weiteres zum Thema:

Notfall

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Notfall

Familie und Kinder

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Familie und Kinder

Bildung

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Beruf, Aus- und Weiterbildung

Alter

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Alter

Behinderung

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Behinderung

Mobilität

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Mobilität

Neubürger und Zuzug

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Neubürger und Zuzug

Planenbauenwohnen

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Planen, Bauen, Wohnen

Gewerbe und Wirtschaft

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Gewerbe und Wirtschaft

Finanzen Steuern

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Finanzen, Steuern und Gebühren

Umwelt und Natur

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Umwelt und Natur

Genehmigungen

Lebenslagen / Lebenssituationen / Hanau für...

Genehmigungen