Paul-Hindemith-Preis
Paul Hindemith, am 16. November 1895 in Hanau geboren, war Komponist, Instrumentalmusiker und Musikpädagoge.
Er zählt zu den führenden kreativen Köpfen des 20. Jahrhunderts weltweit.
Hindemiths Lebensphilosophie zeichnete sich insbesondere durch große menschliche Zugewandtheit und Sensibilität aus. Als herausragender Musikpädagoge richtete er sein Augenmerk vor allem auf junge Menschen, deren musikalische Erziehung ihm ein wichtiges Anliegen war. Durch sein Wirken hat er die Musik und das kompositorische Schaffen nach seiner Zeit nachhaltig beeinflusst.
Seine Geburtsstadt Hanau fühlt sich dem weltberühmten Komponisten und praktizierenden Musiker in besonderer Weise verbunden.
Zu seinen Ehren und seinem Andenken verleiht der Magistrat der Stadt analog zum Brüder-Grimm-Preis für Literatur seit dem Jahr 2000 den "Paul-Hindemith-Preis“, der in feierlichem Rahmen vom Oberbürgermeister überreicht wird.
Der Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau würdigt somit das Lebenswerk dieses großartigen Künstlers und seinen Zugang zur Musik.
Vergaberichtlinien
- Die Stadt Hanau verleiht ab 2006 den Paul-Hindemith-Preis der Stadt Hanau.
- Der Paul-Hindemith-Preis wird mit 10.000 € dotiert. Er besteht aus einer Urkunde, einer Ehrenmedaille in Silber und dem Geldbetrag.
- Die Preisverleihung erfolgt im Paul-Hindemith-Saal des Congress Park Hanau. Bei der Verleihung wird die Stadt Hanau inhaltlich vom Hindemith-Institut Frankfurt beraten und unterstützt.
- Der Preis wird alle 2 Jahre verliehen.
Die Jury
- Die/der Preisträger/in wird vom Stiftungsrat der Hindemith-Stiftung im Beisein des/der Kulturdezernenten/in der Stadt Hanau und einer von ihm/ihm bestimmten Person vorgeschlagen und vom Magistrat der Stadt Hanau bestimmt.
Dem Stiftungsrat der Hindemith-Stiftung gehören gegenwärtig an:
- Prof. Dr. Andreas Eckhardt (Präsident)
- Francois Margot (Vizepräsident)
- Prof. Hans-Dieter Resch
- Dipl.-Ing. Andreas Schober
- Dr. Andres Briner (Ehrenmitglied)
Preisträger des Paul-Hindemith-Preises
2010 - Frank Peter Zimmermann
Violinist
* 1965 in Duisburg
Frank Peter Zimmermann begann im Alter von fünf Jahren mit dem Geigenspiel. Er gab bereits mit 10 Jahren sein erstes Konzert mit Orchester.
Er gastierte bei allen wichtigen internationalen Musik-Festivals, wie beim Schleswig-Holstein Musikfestival und beim Lucerne Festival. Er spielte mit allen berühmten Orchestern: den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra, den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem New York Philharmonic Orchestra, dem London Symphony Orchestra, der Staatskapelle Berlin, dem Pittsburgh Symphony Orchestra und der Staatskapelle Dresden unter Dirigenten wie Bernhard Haitink, Sir Simon Rattle, Christoph Dohnanyi, Pierre Boulez, Alan Gilbert, Daniel Barenboim, Manfred Honeck und Fabio Luisi. Frank Peter Zimmermann brachte drei Violinkonzerte zur Welturaufführung, beispielweise das Konzert „The Lost Art of Letter Writing“ von Brett Dean.
Sensibles Klanggespür und unbändige Virtuosität macht Zimmermanns Konzerte zu faszinierenden Musikerlebnissen. In einer Zeit, die äußerstes Virtuosentum gern mit Kunst verwechselt, zwingt er zum Hinhören und zur Auseinandersetzung mit den Stücken.
Mit seinen Interpretationen voller Leidenschaft und Emphase ist er ein würdiger Preisträger des Paul Hindemith-Preises der Stadt Hanau 2010.
Violinist
* 1965 in Duisburg
Frank Peter Zimmermann begann im Alter von fünf Jahren mit dem Geigenspiel. Er gab bereits mit 10 Jahren sein erstes Konzert mit Orchester.
Er gastierte bei allen wichtigen internationalen Musik-Festivals, wie beim Schleswig-Holstein Musikfestival und beim Lucerne Festival. Er spielte mit allen berühmten Orchestern: den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra, den Wiener Philharmonikern, dem Boston Symphony Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem New York Philharmonic Orchestra, dem London Symphony Orchestra, der Staatskapelle Berlin, dem Pittsburgh Symphony Orchestra und der Staatskapelle Dresden unter Dirigenten wie Bernhard Haitink, Sir Simon Rattle, Christoph Dohnanyi, Pierre Boulez, Alan Gilbert, Daniel Barenboim, Manfred Honeck und Fabio Luisi. Frank Peter Zimmermann brachte drei Violinkonzerte zur Welturaufführung, beispielweise das Konzert „The Lost Art of Letter Writing“ von Brett Dean.
Sensibles Klanggespür und unbändige Virtuosität macht Zimmermanns Konzerte zu faszinierenden Musikerlebnissen. In einer Zeit, die äußerstes Virtuosentum gern mit Kunst verwechselt, zwingt er zum Hinhören und zur Auseinandersetzung mit den Stücken.
Mit seinen Interpretationen voller Leidenschaft und Emphase ist er ein würdiger Preisträger des Paul Hindemith-Preises der Stadt Hanau 2010.
2008 - Professor Gerd Albrecht
Dirigent
* 19.07.1935 in Essen
Als jüngster Preisträger nahm Gerd Albrecht im Alter von 22 Jahren seine erste Auszeichnung als Dirigent – den Ersten Preis beim internationalen Dirigentenwettbewerb in Besançon – entgegen, womit der Grundstein für seine internationale Karriere gelegt war. Nach Stationen an der Staatsoper Stuttgart und der Oper Mainz wurde der ehemalige Schüler Herbert von-Karajans fünf Jahre später als jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands in Lübeck engagiert. In der gleichen Position ging er später ans Staatstheater Kassel, die Deutsche Oper Berlin und von 1988-1997 nach Hamburg, wo er gemeinsam mit Peter Ruzicka die Leitung des Staatsorchester und der Oper übernahm. Gastverträge führten Gerd Albrecht regelmäßig u.a. an die Wiener Staatsoper und zu den Salzburger Festspielen. Als Chefdirigent leitete er des Tonhalle-Orchester in Zürich und von 1993-1996 die Tschechische Philharmonie Prag.
Von 1998 bis 2007 leitete Gerd Albrecht als Chefdirigent das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Tokio und parallel dazu von 2000 bis 2004 das Dänische Radio-Symphonieorchester in Kopenhagen. Als Dirigent internationaler Opern- und Konzertorchester gastiert Gerd Albrecht regelmäßig bei Festivals in Salzburg, München, Edinburgh, Luzern und Wien. 2006 und 2007 führten ihn Engagements an die Opera La Fenice in Venedig, auf das Festival Las Canarias, sowie u.a. nach Prag, Brüssel, Moskau, Turin, Bayreuth und München.
In seiner künstlerischen Tätigkeit legt Gerd Albrecht, am 19. Juli 1935 in Essen geboren und vorwiegend in Berlin aufgewachsen, drei Schwerpunkte: Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die Vermittlung zeitgenössischer Musik und das Engagement für zu Unrecht vergessene Kompositionen.
2006 - Professor Tabea Zimmermann
Bratschistin
* 8.10.1966 in Lahr
Professor Tabea Zimmermann gehört seit vielen Jahren zu den beliebtesten und renommiertesten Musikern unserer Zeit. Ihre charismatische Persönlichkeit, ihr tiefes musikalisches Verständnis und ihr natürliches Spiel werden von den Zuhörern und ihren musikalischen Partnern gleichermaßen geschätzt. Dass sie heute als weltweit führende Bratschistin gilt, gründet nicht nur in ihrer außergewöhnlichen Begabung, sondern ebenso in der frühen und intensiven Förderung durch ihre Eltern, der umfassenden Ausbildung durch exzellente Lehrer und dem unermüdlichen Enthusiasmus, mit dem sie ihr Verständnis der Werke und ihre Liebe zur Musik an ihr Publikum vermittelt.
Tabea Zimmermann erhielt im Alter von 3 Jahren ihren ersten Bratschenunterricht, zwei Jahre später begann sie mit dem Klavierspiel. An ihre Ausbildung bei Ulrich Koch an der Musikhochschule Freiburg schloss sich ein kurzes, intensives Studium bei Sandor Végh am Mozarteum in Salzburg an. Eine Reihe von Wettbewerbserfolgen krönte ihre Ausbildung, darunter erste Preise beim internationalen Wettbewerb "Maurice Vieux" und 1984 in Budapest. In Paris erhielt sie als Preis eine Bratsche des zeitgenössischen Geigenbauers Etienne Vatelot, auf der sie seitdem konzertiert.
In unzähligen Konzerten hat sich die Künstlerin in der ganzen Welt für das Werk von Paul Hindemith eingesetzt. Darüber hinaus vermittelt sie ihr Können und speziell auch die Interpretationskunst der Kompositionen Paul Hindemiths im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit an der Hanns-Eisler-Musikhochschule in Berlin, sowie in zahlreichen Meisterkursen im In- und Ausland.
Mehr Informationen unter: www.tabea-zimmermann.de.
2004 - Daniel Barenboim
Pianist, Dirigent
* 15.11.1942 in Buenos Aires
Daniel Barenboim wurde 1942 als Sohn von Eltern jüdisch-russischer Abstammung in Buenos Aires geboren. Im Alter von fünf Jahren begann seine Mutter ihn im Klavierspiel zu unterrichten, später studierte er bei seinem Vater, der sein einziger Klavierlehrer blieb. Im Alter von sieben Jahren, 1950, gab er sein Debüt als Pianist.
1952 Umzug nach Israel. Zwei Jahre später, im Sommer 1954, Beginn der Dirigentenausbildung bei Igor Markevich in Salzburg. Wilhelm Furtwängler urteilte über ihn: »Der elfjährige Daniel Barenboim ist ein Phänomen.« Ab 1955 Studien der Harmonielehre und Komposition in Paris. In den 1960er Jahren Einspielungen der Solokonzerte von Mozart, Beethoven und Brahms.
Dirigierdebüt 1967 in London mit dem Philharmonic Orchestra. 1975 als Nachfolger von Sir Georg Solti Chefdirigent des Orchestre de Paris. 1987 künstlerischer Direktor der neuen Bastille-Oper Paris. 1991 Chefdirigent des Chicago Symphony Orchestra, seit 1992 künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Chefdirigent der Staatskapelle Berlin auf Lebenszeit.
Zusammen mit dem palästinensischen Literaturwissenschaftler Edward Said setzt er sich durch gemeinsame Konzerte jüdischer und arabischer Musiker im Rahmen des von beiden begründeten West-Eastern Divan Orchestra für eine Annäherung der verfeindeten Volksgruppen im Nahostkonflikt ein. Auch für dieses Projekt erhielt er den Preis Prinz von Asturien (2002), den Haviva-Raik-Friedenspreis (2004), die Buber-Rosenzweig-Medaille (2004), den Ernst-von-Siemens-Musikpreis (2006) und den Hessischen Friedenspreis (2006).
Mehr Informationen unter: www.danielbarenboim.com.
2002 - Professor Rolf Riehm
Komponist
* 15.6.1937 in Saarbrücken
Rolf Riehm studierte zunächst Schulmusik in Frankfurt/Main und ab 1958 Komposition bei Wolfgang Fortner in Freiburg. Danach Tätigkeit als Solo-Oboist (u.a. mit "Ungebräuchliches" bei den Internationalen Ferienkursen Darmstadt 1966). Riehm ist Mitbegründer der Frankfurter Vereinigung für Musik, die von 1964 bis 1970 existierte. Nach kurzem Schuldienst ab 1968 Dozent an der Rheinischen Musikschule Köln, wo er bis 1972 auch Mitglied der "Gruppe 8" - einem Zusammenschluss Kölner Komponisten - war. 1968 erhielt er die Auszeichnung "Premio Marzotto per la Musica" und ein Stipendium der Villa Massimo, das ihm einen Aufenthalt in Rom ermöglichte. Von 1974 bis 2000 Professor für Komposition und Tonsatz an der Musikhochschule Frankfurt/Main, 1976 bis 1981 Mitglied des legendären "Sogenannten Linksradikalen Blasorchesters" Frankfurt. Konzertreisen, Vorträge und Workshops führten ihn u.a. nach Mittel- bzw. Südamerika und Japan. 1992 Kunstpreis des Saarlandes.
Mehr Informationen unter: www.rolf-riehm.de.
2000 - Professor Albert Mangelsdorff
Jazzposaunist
* 5.9.1928 in Frankfurt am Main
† 25.7.2005 in Frankfurt am Main
1957 wird Mangelsdorff Leiter des Jazz Ensembles des Hessischen Rundfunks, 1958 nimmt er als Mitglied der "International Youth Band" am Newport Jazz Festival in den USA teil. 1961 Gründung des "Albert Mangelsdorff Quintetts". Ende der 60er Jahre spielt er verstärkt Free Jazz und wird international bekannt. 1993 Ernennung zum Honorarprofessor für Jazz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Seit 1995 künstlerischer Leiter des Jazzfestes Berlin.
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. das Bundesverdienstkreuz, Auszeichnung als weltbester Jazzposaunist durch das amerikanische Fachmagazin "Downbeat", die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main sowie die Benennung des alljährlich von der "Union Deutscher Jazzmusiker" verliehenen "Albert-Mangelsdorff-Preises".
Albert Mangelsdorff galt als "wichtigster Erneuerer des Posaunenspiels". Als Musiker und Persönlichkeit genoss Albert Mangelsdorff weltweit hohes Ansehen.
Jazzposaunist
* 5.9.1928 in Frankfurt am Main
† 25.7.2005 in Frankfurt am Main
1957 wird Mangelsdorff Leiter des Jazz Ensembles des Hessischen Rundfunks, 1958 nimmt er als Mitglied der "International Youth Band" am Newport Jazz Festival in den USA teil. 1961 Gründung des "Albert Mangelsdorff Quintetts". Ende der 60er Jahre spielt er verstärkt Free Jazz und wird international bekannt. 1993 Ernennung zum Honorarprofessor für Jazz an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Seit 1995 künstlerischer Leiter des Jazzfestes Berlin.
Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. das Bundesverdienstkreuz, Auszeichnung als weltbester Jazzposaunist durch das amerikanische Fachmagazin "Downbeat", die Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main sowie die Benennung des alljährlich von der "Union Deutscher Jazzmusiker" verliehenen "Albert-Mangelsdorff-Preises".
Albert Mangelsdorff galt als "wichtigster Erneuerer des Posaunenspiels". Als Musiker und Persönlichkeit genoss Albert Mangelsdorff weltweit hohes Ansehen.
