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Die Wappen der Stadtteile von Hanau
Hohe Tanne-Akten finden Weg ins Hanauer Stadtarchiv
Wohngebiet feiert 100-jähriges Bestehen im August
Knapp vier Jahrzehnte ist es her, dass die Hohe Tanne nach Hanau eingemeindet wurde. Vorher gehörte das Wohngebiet zu Wachenbuchen, das im Zuge der Gebietsreform in Hessen im Jahr 1974 mit Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt zur neuen Stadt Maintal zusammengefasst wurde. Und im Maintaler Archiv verblieben nach 1974 auch die Pläne und Unterlagen zur der Wohnsiedlung Hohe Tanne, die dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiern kann.
Nun haben die Akten endlich den Weg ins Hanauer Archiv gefunden. Heidi Gebhardt, Anwohnerin und Gründerin der Initiative „100 Jahre Hohe Tanne“ sowie Martin Hoppe, Vorsitzender des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e.V. und im Fachbereich Stadtentwicklung und Bürgerservice für Stadtgeschichte und Stadtidentität zuständig, konnten Oberbürgermeister Claus Kaminsky nun die gesammelten Unterlagen präsentieren, die sie nach längerer Recherche aufgetan haben.
„Das sind allesamt wichtige Dokumente zur der Entwicklung der Hohen Tanne und unserer Brüder-Grimm-Stadt Hanau insgesamt “, sagte OB Kaminsky, der interessiert in den alten Schriftstücken und Plänen von 1911 bis 1974 blätterte. Der Stadt Maintal, die dem Stadtarchiv Hanau die Akten für unbestimmte Zeit überlässt, sei man sehr zu Dank verpflichtet. „Bürgermeister Erhard Rohrbach hat sich in dieser Sache sehr kooperativ gezeigt und die guten Beziehungen zwischen unseren Kommunen weiter gefestigt“, so Kaminsky.
Die Akten belegen eindeutig, dass zum Jahresende 1911 der Gemeindevorstand von Wachenbuchen die Gründung „einer Landhaussiedlung nach dem Vorbild von Buchschlag“ beschloss. „Das Haus Kellner an der Hochstädter Landstraße wurde 1912 fertig gestellt und war somit das erste Haus der Siedlung – vor nunmehr 100 Jahren“, so Heidi Gebhardt. So beriefen sie und Martin Hoppe bisher zwei Anwohnerversammlungen ein. „Mehr als vierzig Gäste kamen und zeigten großes Interesse für eine Dokumentation der Geschichte des Stadtteils und einen geselligen Teil des Jubiläums.
Am Wochenende vom 17. bis 19. August wird nun gefeiert. Neben einem Anwohnerfest mit Musik, Speisen und Gottesdienst auf dem Gelände der katholischen Kirchengemeinde an der Amselstraße wird es auch eine Bilderausstellung über die Geschichte des Stadtteils im Haus Kellner geben. Diese basiert auf den nun übergebenen Akten sowie Fotos, die viele Anwohner der Hohen Tanne beigetragen haben.
Aus dem Kreis der „Hohen Tänner“ hat sich unter Leitung von Martin Hoppe bereits ein Ausstellungsteam gebildet. „Es ist wunderbar, dass die Idee zum Jubiläumsfest von den Anwohnern der Hohen Tanne so begeistert aufgegriffen und umgesetzt wird“, so der OB. „Das füllt den Anlass mit Leben und bringt Menschen zusammen – so wie es ein Nachbarschaftsfest tun sollte.“
Hohe Tanne feiert 100. Geburtstag
Chronik und Straßenfest in Vorbereitung
Dieses Jahr wird es 100 Jahre her sein, dass in der Hohen Tanne die ersten Häuser errichtet wurden. Der besondere Jahrestag liefert einen willkommenen Anlass zum Rückblick und zum Feiern. Um sich ein Bild über vorhandene Archivalien, Bilder und Erinnerungen zu machen, trafen sich im Hessischen Puppenmuseum in direkter Nachbarschaft des Hanauer Stadtteils rund 40 Bürgerinnen und Bürger der Hohen Tanne. Die Zusammenkunft kam auf Anregung von Anwohnerin Heidi Gebhardt und Martin Hoppe vom Hanauer Geschichtsverein zustande. Stadtrat Lutz Wilfert, ebenfalls Anwohner der Hohen Tanne, nahm für den Hanauer Magistrat teil. Oberbürgermeister Claus Kaminsky will das Vorhaben auf jeden Fall unterstützen: „100 Jahre Hohe Tanne müssen gefeiert werden. Die Initiative ist zudem ein wunderbares Beispiel für bürgerschaftliches Engagement, das es zu fördern gilt“, so das Stadtoberhaupt.
Hoppe, Vorsitzender des Geschichtsvereins und im Rathaus zuständig für Stadtgeschichte und Stadtidentität, nutzte das erste Treffen, um einen kurzen Einblick in die Historie des Stadtteils zu geben. Er erläuterte den „Hohen Tännern“ darüber, dass die Gemeindeverwaltung Wachenbuchen, zu der die Hohe Tanne bis zur Gemeinde- und Gebietsreform 1974 gehörte, im Jahre 1911 den Antrag an die Regierung in Kassel stellte, einen Teil des Kiefernwaldes nahe des Wilhelmsbader Hofes abzuholzen, um „ähnlich wie in Buchschlag eine Zivilsiedlung für zahlungskräftige Neubürger“ zu ermöglichen.
Bereits im Frühjahr 1912 konnten nach mehreren Gutachten unter anderem der Forstbehörden und des Landkreises die ersten Baugenehmigungen erteilt werden. Im Herbst 1912 standen die ersten stattlichen Einfamilienhäuser auf Parzellen zu 1000 Quadratmetern entlang der Hochstädter Landstraße. Weitere Hausbauten folgten in den 1920er Jahren und nach dem Zweiten Weltkrieg. Heute zählt die Hohe Tanne zu den „besten Wohnlagen“ in der Brüder-Grimm-Stadt.
Anhand von zahlreichen Plänen und Unterlagen aus dem Stadtarchiv Maintal konnte dargelegt werden, dass es durchaus sinnvoll ist, anhand zahlreich vorhandener Aktenbestände eine kleine Chronik zu verfassen oder auch eine Bilderausstellung vorzubereiten. Die Anwesenden kamen schnell ins Gespräch untereinander und vereinbarten, auch in ihren privaten Bildbeständen auf die Suche nach verwertbaren Material zu gehen. Einige Anwohner hatten schon zum ersten Treffen alte Fotografien und Baupläne aus den 1920er Jahren mitgebracht und damit einen vielversprechenden Anfang gemacht.
Weiter ist geplant, dass die Kommunikation der Familien im Stadtteil durch ein privates Straßenfest im Spätsommer gefördert werden soll. In den nächsten Wochen soll ein weiteres Treffen stattfinden, um im Team das weitere Vorgehen zu besprechen.
