Wolfgang im Überblick

Seit der Hessischen Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 ist Wolfgang ein Hanauer Stadtteil. Kurze Zeit vorher war Wolfgang ein Stadtteil des benachbarten Großauheim geworden. Die Geschichte der ehemals selbstständigen Gemeinde basiert auf der im Jahr 1468 von Erasmus Hasefuß zu Ehren von Sankt Wolfgang, einem im zehnten Jahrhundert in Regensburg wirkenden Bischof, errichteten Kapelle in dem damals fast undurchdringlichen und sumpfigen Wald der Bulau.

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Alte Klosteruine

Der Stifter Erasmus Hasefuß wird in einer Urkunde als „Trompeter“ des frommen Grafen Philipp des Jüngeren bezeichnet. Durch milde Gaben und Kollekten entsteht 1492 aus der Kapelle das „Klösterlein“ Sankt Wolfgang für Mönche des Augustinerordens, das 1502 dem Spital in Hanau unterstellt wird. In den Wirren des im 16. Jahrhunderts herrschenden Bauernkrieges wird das Kloster dann im Jahr 1525 bis auf die Grundmauern zerstört.

In der unmittelbaren Nähe der Klosterruine lässt der letzte Hanauer Graf, Johann Reinhard III. von hanau-Lichtenberg, im Jahr 1715 ein Jagdhaus errichten, das in den Jahren 1868/69 den Status einer Oberförsterei bekommt und über eine Gesamtfläche von 4950 Hektar verfügte. Später wurde daraus das Hessische Forstamt mit der weithin bekannten Samendarre, die 1884 gegründet wurde.
Tausendjährige Eiche
Tausendjährige Eiche

Der Bulau-Wald war aus historischer und auch kultureller Sicht öfter von Bedeutung gewesen. Hier jagte Kaiser Barbarossa von seiner Pfalz Gelnhausen aus; im Dreißigjährigen Krieg war er immer wieder Durchzugsgebiet zahlreicher fremder Kriegsvölker. So hatte 1632 Gustav Adolf sein Hauptquartier im benachbarten Niederrodenbach bezogen. Napoleon erkämpfte sich nach der Schlacht bei Leipzig im Bulau- und Lamboywald die Rückkehr nach Frankreich.
Kulturell bedeutend wurde das verwunschene Wolfgangkloster 1838, als der Dichter Clemens von Brentano für sein Märchen „Gockel, Hinkel und Gackeleia“ diesen Ort als Schauplatz wählte.

Eine besondere Bedeutung sollte Wolfgang nach Beendigung des deutsch-französischen Krieges im Jahr 1871 bekommen. Das damalige Preußen plante im Rhein-Main-Gebiet den Bau einer „Pulverfabrik“, deren Konzession am 23. Juli 1875 erfolgte. Bis 1880 ist die Pulverfabrik zum selbstständigen Gutsbezirk erhoben und besteht aus großflächigen Betriebsgebäuden und dazugehörigen Wohneinheiten. Aufsehen erregen 1888/89 diverse Explosionsunglücke, die insgesamt 23 Menschen das Leben kosten.
Forstamt und Samendarre
Forstamt und Samendarre

Der Erste Weltkrieg und der damit verbundene gesteigerte Bedarf an Schießpulver für Heer und Marine lässt die Produktionszahlen gewaltig steigen. So verfügt die Fabrik bei Beendigung des Krieges über 5.000 Personen, zumeist Frauen und Mädchen. 1920 erfolgt unter hohen Kosten von insgesamt ca. 10 Millionen Mark die Liquidierung der Anlagen der Pulverfabrik und die Umstellung auf die Produktion von Kunstleder und petrochemischer Produkte. In der Folgezeit siedeln sich in Wolfgang weitere bedeutsame Industrieunternehmen wie Degussa und Condux oder Betriebe der Nuklearindustrie an. Letztere wurden zwischenzeitlich rückgebaut. Der Stadtteil hat sich zu einem Zentrum der Hochtechnologie entwickelt.

Wappen von Wolfgang Nach Oben


Wappen von Wolfgang

Der heutige Stadtteil Wolfgang wurde Ende 1928 aus dem Gutsbezirk Pulverfabrik und der Oberförsterei Wolfgang gebildet. Die erste Gemeindevertretung wurde am 20. Januar 1929 gewählt, als erster Bürgermeister Georg Johann Giez am 11. März 1929 eingeführt. 1972 wurde Wolfgang nach Großauheim eingegliedert, beide dann im Zuge der Hessischen Gemeinde- und Gebietsreform 1974 nach Hanau eingemeindet.

Das am 13. Februar 1967 vom Regierungspräsident genehmigte Wappen zeigt die Sparren der Hanauer Grafen sowie Lilie und Krone aus dem Wappen des Klosters Wolfgang von 1494.

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