Nahverkehrsplan Hanau 2008-2012
Der Nahverkehrsplan der Stadt Hanau 2008-2012 (NVP) wurde am 02. Februar 2009 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.
Der Nahverkehrsplan beschreibt das Leistungsangebot, definiert Qualitätsstandards und gibt Vorgaben für die Ausgestaltung des ÖPNV.
Bei der Erstellung wurden die Vorgaben der einschlägigen Verordnungen und Gesetze, z.B. des Hessischen ÖPNV-Gesetzes, der Raumordnung und des Umweltschutzes sowie die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit beachtet.
Der lokale Nahverkehrsplan der Stadt Hanau wurde vor dem Hintergrund des regionalen Nahverkehrsplans des Rhein-Main-Verkehrsverbundes 2004-2009 entwickelt, der die Vorgaben für den regionalen Bus- und Schienenverkehr im Gestaltungszeitraum gibt. Für eine räumliche und zeitliche Abstimmung des städtischen Busverkehrs und der das Stadtgebiet berührenden regionalen Bus- und Schienenverkehre erfolgte eine enge Abstimmung mit dem NVP des Main-Kinzig-Kreises.
Inhalte des Nahverkehrsplans
Der Nahverkehrsplan enthält folgende Bestandteile:
- Bestandsanalyse mit Beschreibung des Struktur- und Untersuchungsraums,
- Charakterisierung des öffentlichen Verkehrsangebots und der Verkehrsnachfrage im Untersuchungsraum,
- Gegenüberstellung von Planungsvorstellungen aus dem Nahverkehrsplan 1998 und deren Umsetzung,
- Beurteilung des aktuellen Angebots und Identifikation von Schwachstellen (Bestands- und Mängelanalyse),
- Anforderungsprofil zur Fortschreibung des Nahverkehrsplans,
- Angebotskonzeption zur Führung der Buslinien und zum Bedienungsangebot,
- Bewertung des Konzeptes anhand der zu erwartenden Verkehrsnachfrage und der erforderlichen Aufwendungen für den Betrieb des geplanten Bedienungsangebotes,
- Vorschlag zur Linienbündelung vor dem Hintergrund der Genehmigungserteilung,
- Perspektiven möglicher weiterer Entwicklungen über den Planzeitraum bis 2012 hinaus.
Neuerungen
- Die Linien sind fortlaufend neu nummeriert. Bei Linien mit wenigen Änderungen wurde möglichst die bisherige Bezeichnung beibehalten.
- Mit neuen Linienverknüpfungen werden zusätzliche Direktverbindungen zwischen den Stadtteilen sowie zum Hauptbahnhof geschaffen.
- Hohe Tanne – Freiheitsplatz – Hauptbahnhof (Linie 1)
- Kesselstadt – Freiheitsplatz – Lamboy (Linie 10)
- Steinheim – Hauptbahnhof – Wolfgang (Linie 11)
- Unter expliziter Berücksichtigung der Regionallinien erhalten alle Stadtteile eine Busverbindung zum Hauptbahnhof bzw. Bahnhof Wilhemsbad.
- Zur Verbesserung der Erschließung (Otto-Hahn-Straße/ Hauptbahnhof/ Goethestraße/ Industriepark Wolfgang) wird die neue Linie 11 vorgeschlagen.
- Durch Auflösung von Endschleifen in Steinheim (Linie 12) und im Stadtteil Lamboy (Linie 2/10)soll eine Verkürzung der Reisezeiten und damit eine Zunahme der Verbindungsqualität erzielt werden.
- Die Bedienungszeiten entsprechen weitgehend dem heutigen Fahrplanstand, wobei in Einzelfällen auf die geänderte Nachfrageentwicklung geachtet wurde.
- Die Taktzeiten orientieren sich ebenfalls am heutigen Angebot, d.h. die Hauptlinien verkehren tagsüber mindestens im 20-Minuten-Takt. Durch Linienüberlagerung kann auf den wichtigsten Ästen ein 10-Minuten-Takt erzielt werden, um kurze Übergangszeiten zu ermöglichen. In den Neben- und Schwachverkehrszeiten bedienen die Stadtbusse alle 30 bzw. 60 Minuten. Am frühen Abend und sonntags werden Taktverdichtungen zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt vorgenommen.
Qualitative Vorgaben
Die Akzeptanz des ÖPNV-Angebotes hängt in hohem Maße auch von der Qualität des Betriebs, des Personals, der Fahrzeuge und der Infrastruktur ab. Aus diesem Grund werden im Nahverkehrsplan auch qualitative Anforderungen definiert:
- Sicherstellung einer hohen Betriebsqualität (Betriebskontrolle und –leitung, Zuverlässigkeit, Anschlussgewährleistung, Pünktlichkeit)
- Anforderungen an das Fahrpersonal (Freundlichkeit, Fachkenntnisse, Schulungen, Tarif)
- Einsatz von modernen und bequemen Bussen (z.B. Fahrzeugalter und -ausstattung, Barrierefreiheit)
- Reduzierung der Schadstoffe durch Verpflichtung zum EEV-Abgasstandard bei Neufahrzeugen
- Verbesserung der Haltestelleninfrastruktur und Aufenthaltsqualität
- Qualitätsmessung (z.B. mit Pünktlichkeitsvorgabe)
- Anforderungen im Vertrieb (Mobilitätszentrale, Vorverkaufsstellen, Elektronic Ticketing Get>>in)
Investitionen
- Die geplanten Investitionen sehen insbesondere Maßnahmen zum Abbau von Zugangshemmnissen zum ÖPNV vor, wobei der Schwerpunkt auf Maßnahmen für behinderte und mobilitätseingeschränkte Fahrgäste gelegt wird.
- Weitere Investitionen sind für das laufende Programm ”Bike+Ride” vorgesehen.
- Neue Projekte sind die Neugestaltung des Busbahnhofs Freiheitsplatz und eine dynamische Fahrgastinformation für wichtige Haltestellen.
Wirkungen
- Die Betriebsleistung im Stadtbusverkehr beträgt ca. 2,2 Millionen Kilometer jährlich. Gegenüber dem heutigen Zustand steigen die Leistungen um 6,4 %. Die Mehrleistungen dienen vor allem der Erschließung bisher noch nicht oder unzureichend an den ÖPNV angebundener Siedlungsgebiete.
- Mit einem abgestimmten und optimierten Fahrplan sind positive Nachfrageeffekte von +5% bis +10% zu erwarten.
- Der in der Stadt Hanau erreichte ÖPNV-Anteil im Binnenverkehr bleibt innerhalb der modelltheoretischen Prognosegenauigkeit konstant bei etwa 13,2%.
- Die Zielsetzung einer Entlastung der Fußgängerzonen Fahrstraße und Nürnberger Straße wird bei Umsetzung des Angebotskonzeptes erreicht. Im Vergleich zu 2006 fahren durch die Fußgängerzonen ein Viertel weniger Busse.
Umsetzung
- Das Linien- und Fahrplankonzept wird zum Fahrplanwechsel am 13.12.2009 umgesetzt. Weitere Infrastrukturmaßnahmen folgen in den kommenden Jahren.
- Ändert sich in der Laufzeit des Nahverkehrsplans die Verkehrsnachfrage punktuell deutlich, z.B. im großflächigen Einzelhandel oder durch die Entwicklung einzelner Konversionsflächen, sollen Anpassung des Angebots an den daraus resultierenden Verkehrsbedarf vorgenommen werden.
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