Ludwig-Emil-Grimm-Preis

Ludwig Emil Grimm-Preis für Karikatur 2021 geht an Franziska Becker
Ludwigemilgrimm 2
Der 4. Ludwig Emil Grimm-Preis für Karikatur der Stadt Hanau wird in 2021 an Franziska Becker verliehen. Vom 03. Juli bis 31. Oktober 2021 zeigt das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe in Kooperation mit dem Caricatura Museum Frankfurt am Main eine Werkschau von 100 Objekten aus dem Privatbesitz der Künstlerin.

Franziska Becker ist eine der bekanntesten deutschen freischaffenden KarikaturistInnen, CartoonistInnen und MalerInnen. Sie lebt und arbeitet in Köln, im Bergischen Land und Philadelphia.  Becker wurde 1949 in Mannheim geboren. Nach dem Abitur und einer Ausbildung als medizinisch-technische Assistentin studierte sie 1972-1976 an der Kunstakademie Karlsruhe, unter anderem bei Markus Lüpertz. An 1973 engagierte sie sich in der feministischen Bewegung,
Schloss Philippsruhe Franziska Becker Portrait Foto Harvey Clark Greisman

Franziska Becker

1977 erschien ihr erster Cartoon in der Zeitschrift EMMA von Alice Schwarzer, des Weiteren publizierte sie unter anderem in Magazinen und Zeitungen wie Annabelle, Psychologie Heute, Spielen und Lernen, Titanic, Stern, Züricher Tagesanzeiger-Magazin, Kölner Stadtanzeiger. Seit den 19080er Jahren veröffentlichte sie rund 20 Bücher, sowie Buchillustrationen, Kalender und Plakate. 1988 erhielt sie den Max und Moritz-Preis als "Bester Deutscher Comic-Künstler". 2010 präsentierte das caricatura museum Frankfurt am Main eine große Werkschau mit circa 300 ihrer Arbeiten. 2012 wurde sie mit dem "Göttinger Elch", 2013 dem Wilhelm Busch-Preis und 2019 mit der Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Franziska Becker ist der erste weibliche Träger des Hanauer Ludwig Emil Grimm-Preises nach Hans Traxler (2012), Greser & Lenz (2015) und F. W. Bernstein (2018).  Ihre Palette reicht von der tagespolitischen Karikatur über starirische Bildgeschichte, den Comic und die pointierte Illustration bis zum malerischen Großbild. Beckers Themen sind breit gefächert und höchst unterschiedlich: Diät, Mode, Geld, Männer, Weibern, Paare, Alter, Jugendwahn, Bundespolitik, Kirche, Krieg, Neue Weltordnung, Reproduktionstechnologie, Kinder, Tiere, Psycho, Esoterik, Yuppies, Parteitage, Medien, Reisen, Historische Neuerfindung, Science Fiction, tiefer Ernst und höherer Blödsinn. Kurz: Sie beschreibt den politischen Zeitgeist in all seinen Facetten "mit einem unbestechlichen Blick, der zugleich gemein und liebevoll sein kann, immer aber treffsicher und anarchistisch"(Alice Schwarzer). Dabei ist die Selbstironie eine der deftigsten Farben auf ihrer Palette.
Die Sonderausstellung mit einer Auswahl von Beckers Werken wird im Frühjahr 2021 im Parterre des Nordflügels von Schloss Philippsruhe gezeigt und in bewährter Zusammenarbeit mit dem caricatura museum Frankfurt am Main veranstaltet. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro stiftet wie bisher der Lions Club Hanau Brüder Grimm.

 Zur Ausstellung Franziska Becker
Franziska Becker - Hauptmotiv: Experiment gelungen!

Franziska Becker

Ludwig Emil Grimm wurde am 14. März 1790 in der Langen Gasse, der heutigen Langstraße in Hanau geboren. Er war nicht nur der sogenannte "Malerbruder" von Jacob und Wilhelm Grimm, der deren Kinder- und Hausmärchensammlung illustrierte, sondern avancierte zu einer eigenständigen Künstlerpersönlichkeit als Maler und Grafiker mit Professur. Neben seinen bekannten Porträts von Protagonisten der Romantik trat er auch durch bissige Karikaturen hervor und gilt als einer der Wegbereiter der heutigen Cartoons. "Louis" Grimm starb 1863 in Kassel. Seine Lebenserinnerungen wurden vor kurzem von Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz, illustriert von Albert Schindehütte neu herausgegeben.

 

Info und Begleitprogramm

Jury

Dr. Victoria Asschenfeldt (Direktorin Städtische Museen Hanau),
Achim Frenz (Leiter caricatura museum Frankfurt am Main),
Jörg Börstinghaus (Lions Club Hanau Brüder Grimm),
Hans Zippert (Redakteur und Satiriker)
unter Vorsitz von Oberbürgermeister Claus Kaminsky
und Geschäftsführung von Martin Hoppe (Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen).