Boden und Wasserschutz

 Die großflächige Anwendung von PBSM in Landwirtschaft und Gärtnerei erfordert besondere Sachkenntnis.

Die großflächige Anwendung von PBSM in Landwirtschaft und Gärtnerei erfordert besondere Sachkenntnis.

Der Boden ist eine unverzichtbare Lebensgrundlage für Natur und Gesellschaft, deren Entwicklung und nachhaltige Nutzbarkeit. Boden ist nicht vermehrbar und verfügt über eine nur begrenzte Belastbarkeit. Einmal geschädigter Boden erneuert und erholt sich wenn überhaupt nur sehr langsam. Bedrohliche Gefahren können sich aus einer schleichenden Anreicherung umweltgefährdender Stoffe im Boden ergeben.
Neben Wasser und Luft ist auch der Schutz des Bodens als weiteres Objekt des Umweltschutzes rechtlich festgelegt worden. Bei allen Einwirkungen auf den Boden ist der Vorsorge-Grundsatz des sparsamen und schonenden Umganges mit Grund und Boden zu beachten, um die natürlichen Bodenfunktionen in ausreichendem Maß zu erhalten. Schädliche Bodenveränderungen oder Altlasten sind zu sanieren. So kann gleichzeitig die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten für kommende Generationen bewahrt werden.
Böden gehören lt. Charta des Europarates zu den besonders zu schützenden Gütern der Menschheit. Wie können Böden geschützt werden?
Im Bundesbodenschutzgesetz wird geregelt, wie Böden geschützt werden sollen, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen und Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen zu erhalten:
  • Vorsorge gegen Schadstoffeinträge in Boden und Gewässer
  • Sanierung von schadstoffbelasteten Böden und Altlasten
  • Erhalt der Bodenqualität in der Landwirtschaft
  • Sparsamen und schonenden Umgang mit Boden
Was ist Boden?
Boden ist die oberste, etwa 50 bis 200 cm dicke belebte Verwitterungsschicht der Erdrinde.
Sie besteht aus Mineralien, Humus, Lebewesen, Luft und Wasser.
In einer Handvoll Boden existieren Milliarden von Organismen, die für den Abbau organischer Abfälle verantwortlich sind und somit bei der Bodenbildung helfen.

Boden ist wie Luft, Wasser oder Licht eine natürliche und notwendige Lebensgrundlage für alle Lebewesen, die kaum ersetzbar ist. Boden steht als Ressource nur begrenzt zur Verfügung. Um unsere Böden und deren Funktionen für uns und unsere Nachfahren lebenswert zu erhalten benötigen sie daher unseren Schutz.

Boden hat vielfältige Funktionen
Im Bundesbodenschutzgesetz sind verschiedene Bodenfunktionen festgelegt:

Natürliche Funktionen
Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen
Bestandteil des Naturhaushalts, insb. mit seinen Wasser- und Nährstoffkreisläufen

Abbau-, Ausgleichs- und Aufbaumedium für stoffliche Einwirkungen aufgrund der Filter-, Puffer- und Stoffumwandlungseigenschaften, insb. auch zum Schutz des Grundwassers
Nutzungsfunktionen
Rohstofflagerstätte
Fläche für Siedlung und Erholung
Standort für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung
Standort für sonstige wirtschaftliche und öffentliche Nutzungen, Verkehr, Ver- und Entsorgung
Außerdem dienen Böden auch als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte.
Bundesbodenschutzgesetz

Schon gewusst?
Im Durchschnitt leben unter 1 ha Land 3 - 4 t Bodenorganismen. Bakterien, Pilze und Regenwürmer sind mit je 1 t vertreten. Alle übrigen Bodentiere, wie Asseln, Springschwänze, Larven usw. weisen zusammen nur eine halb so grosse Biomasse auf, also etwa 0.5 t. (aus www.regenwurm.ch)
In einer Hand voll Boden gibt es mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde.
Tag für Tag wird in Deutschland ca. 130 ha Boden verbraucht, das sind etwa 130 Fußballfelder pro Tag, die verbaut oder versiegelt werden.
"Der Boden ist eines der kostbarsten Güter der Menschheit. Er ermöglicht es Pflanzen, Tieren und Menschen, auf der Erdoberfläche zu leben." (Europäische Bodencharta)
Unsere heutigen Böden in Mitteleuropa sind nach der letzten Eiszeit in einem Zeitraum von etwa 10.000 Jahren entstanden.
"Stadtböden" wurden als Boden des Jahres 2010 ausgewählt (UBA)
Regenwurm


Links
Das Umweltmedium Boden und der Bodenschutz sind mittlerweile als wichtig erkannt worden. Entsprechend vielfältig und umfassend sind die Informationen, die über das Internet verbreitet werden. Wir haben Ihnen daher hier keine erneute Zusammenfassung der Informationen geliefert, sondern verweisen auf wichtige und informative Links:
Bodenschutz für Investoren, Bauträger, Architekten und Planer
  • Flächenrecycling
  • flächensparendes Bauen
  • "bodenfreundliche" Konzeptionierung der Planung
  • Beratung von Bauherren im Hinblick auf
  • eine "bodenfreundliche" Gestaltung Ihres Grundstücks und die Möglichkeiten ökologischen Bauens
  • Bodenschutz für Haus- und Grundstückseigentümer, Bauherren

"Entsiegeln und Versickern"
  • Einschränkung von "Pflegemaßnahmen" auf nicht versiegelten Flächen
  • Baureserven auf dem eigenen Grundstück ausschöpfen
  • Verzicht auf Produkte mit boden- und grundwassergefährdenden Stoffen beim Bauen und Renovieren
  • Erneuerung von Heizungsanlagen

Bodenschutz für Landwirtschaft
  • standortangepasste Bodenbearbeitung zur Vermeidung von Bodenverdichtung und Bodenerosion
  • Erhalt von naturbetonten Strukturelementen der Feldflur wie Hecken, Feldgehölze, Feldraine, Ackerterrassen
  • Erhalt oder Förderung der biologischen Aktivität durch Anbau standortgerechter Pflanzen und entsprechende Fruchtfolgegestaltung
  • Erhalt des standorttypischen Humusgehaltes
  • Maßnahmen zur Auflockerung verdichteter Bodenschichten zur Unterstützung der Bodenregenerierung
  • Reduzierung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln auf das notwendige Maß
  • Richtiger Umgang mit Pestiziden

Bodenschutz für Industrie und Gewerbe
  • Betrieb von Anlagen nach den neuesten Stand der Technik
  • regelmäßige Wartung, Kontrolle, Erneuerung von Filteranlagen
  • Verzicht auf boden- und grundwassergefährdende Stoffe, die durch Alternativprodukte ersetzt werden können
  • Ordnungsgemäße Lagerung, Transport, Verarbeitung und Umgang mit boden- und grundwassergefährdenden Stoffen
  • Öko-Audit
Welche rechtlichen Grundlagen sind zu beachten?
  • Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG)
  • Hessisches Altlasten- und Bodenschutzgesetz (HAltBodSchG)
  • Verordnung über Zuständigkeiten nach dem Hessischen Altlasten- und Bodenschutzgesetz (Zuständigkeitsverordnung Bodenschutz - BodSchZustV)
Was sind Altlasten, Altablagerungen, Altstandorte oder Rüstungsaltlasten? Gibt es das in Hanau?
In einer gewerblich-industriell geprägten Stadt wie Hanau gibt es viele Flächen, bei denen durch die frühere Nutzung Schadstoffe in den Boden gelangt sind. Nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz sind schädliche Bodenveränderungen definiert als "Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen, die geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für den einzelnen oder die Allgemeinheit herbeizuführen."

Flächen, bei denen aufgrund der früheren Nutzung der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen nicht auszuschließen ist, werden beim Technischen Umweltschutz in der sogenannten "Altflächendatei" geführt. Nach dem Umweltinformationsgesetz können Sie jederzeit Auskünfte aus dieser Altflächendatei erhalten.
Altflächendatei

Altablagerungen
Gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz handelt es sich hierbei um stillgelegte Abfallbeseitigungsanlagen sowie sonstige Grundstücke, auf denen Abfälle behandelt, gelagert oder abgelagert worden sind. In Hanau handelt es sich meist um ehemalige Kies- und Sandgruben, Steinbrüche und Senken, die vor der Zeit des ersten Abfallgesetzes im Jahre 1972 mit Abfällen verfüllt wurden.

Altstandorte
Gemäß Bundes-Bodenschutzgesetz handelt es sich hierbei um Grundstücke stillgelegter Anlagen und sonstige Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist, ausgenommen Anlagen, deren Stilllegung einer Genehmigung nach dem Atomgesetz bedarf.

Zu den Altstandorten zählen auch Grundstücke, die militärisch genutzt wurden. Dabei ist zu unterscheiden zwischen Kasernen und Truppenübungsplätzen sowie stillgelegten Betrieben, in denen Produkte, die der militärischen Nutzung dienten, hergestellt wurden (z.B. Sprengstoff, Waffen, Flugzeuge, Panzer, etc.). Die von der US-Armee bis 2008 aufgegebenen Kasernen und Truppenübungsplätze sowie die ehemalige Pulverfabrik Wolfgang stellen flächenmäßig die größten Altstandorte Hanaus dar.

Altlasten
Als Altlasten bezeichnet man Altstandorte und Altablagerungen, bei denen schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden.
Wird auf einer Fläche durch Gutachten dieser Nachweis erbracht, so kann die Bodenschutzbehörde nach dem Hessischen Altlasten- und Bodenschutzgesetz eine Sanierung anordnen, um diese Gefahren zu beseitigen.
Die wohl bekannteste "Altlast" Hanaus ist das sogenannte "Pintsch-Gelände" auf der Hafeninsel. Hier wurden durch den Betrieb einer Altölraffinerie Boden und Grundwasser verunreinigt. Rund 100 Millionen DM kostete das Land Hessen die mittlerweile abgeschlossene Sanierung. Eine Dokumentation der Erkundung und Sanierung des Pintsch-Standortes ist als Buch erschienen (ISBN: 3811499904).

Auffüllungen
Als Auffüllungen sind all die Flächen gekennzeichnet, auf denen Boden, Bauschutt zur Einebnung der Fläche aufgetragen wurde.
Dies kann z.B. auch Trümmerschutt sein, der als Erbe des letzten Krieges heute noch den Untergrund der Städte in hohem Maße prägt.
Man findet in den dicht besiedelten Bereichen der Stadt kaum noch natürlich gewachsene Böden, denn diese sind i.d.R. von künstlichen Auffüllungen überdeckt, die zu einem großen Teil aus Trümmerschutt bestehen. Im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Krieg wurde der Trümmerschutt an Ort und Stelle einplaniert oder auch in andere Stadtteile abgefahren und dort zur Auffüllung von Grundstücken verwendet.
Die Auffüllungen enthalten neben dem mineralischen Bauschutt der Gebäude sehr häufig Schlacke, Kohle, Asche, Teer- und Asphaltreste und weisen somit ein entsprechendes Schadstoffpotential auf. Aufgrund des hohen Versiegelungsgrades der Innenstadt stellen diese Schadstoffe i.d.R. keine Gefahr für die Nutzer der Grundstücke und das Grundwasser dar.
Fällt im Rahmen von Bauarbeiten auf einer aufgefüllten Fläche Bodenaushub an, so ist zu bewerten, ob Schadstoffe vorhanden sind und welche Art der Wiederverwertung möglich ist.

Sonstige schädliche Bodenveränderungen
Unter diesem Begriff werden in der Hanauer Altflächendatei alle schädlichen Bodenveränderungen zusammengefasst, die keiner der o.g. Kategorien zuzuordnen sind. Hierunter fallen beispielsweise Verunreinigungen durch einen undichten Heizöltank im Keller eines Wohnhauses, der flächige Eintrag von Schadstoffen aus dem Straßenverkehr oder aus den Emissionen der Industriebetriebe sowie der Eintrag von Pflanzenschutz- und Düngemitteln durch die Landwirtschaft.

Nicht in der Altflächendatei erfasst sind schädliche Bodenveränderungen, die aus der Versiegelung von Böden und der Bodenerosion durch Wasser und Wind resultieren. Auf die Flächenversiegelung wird im Rahmen der Erläuterungen zum Thema ”Ökologisches Bauen” näher eingegangen. Die Bodenerosion ist mit Ausnahme kleinräumiger Bodenveränderungen im Stadtgebiet von Hanau weniger relevant.
Was ist eine Altflächendatei?

Beim Hessischen Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie(HLNUG) wird die Altflächendatei des Landes Hessen geführt. Diese ist Teil des Hessischen Bodeninformationssystems und beinhaltet Flächen nach § 2 Abs. 3 - 6 des Bundes-Bodenschutz- und Altlastengesetzes, also

Schädliche Bodenveränderungen - Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen, die geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für den einzelnen oder die Allgemeinheit herbeizuführen.
Verdachtsflächen - Grundstücke, bei denen der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen besteht
Altlasten - Altablagerungen und Altstandorte durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden
Altlastverdächtige Flächen - Altablagerungen und Altstandorte, bei denen der Verdacht schädlicher Bodenveränderungen oder sonstiger Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit besteht
In der Altflächendatei stehen alle Informationen und Daten, die über diese Fläche durch Untersuchung, Bewertung und Sanierung oder sonstige Maßnahmen bekannt geworden sind.

Die Altflächendatei wird ständig fortgeschrieben. Gemäß § 8 Abs. 4 des Hessischen Bodenschutzgesetztes sind die Gemeinden verpflichtet, die ihnen vorliegenden Erkenntnisse über schadstoffbedingte Verdachtsflächen, Altablagerungen und Altstandorte unverzüglich dem HLUG mitzuteilen. Zu diesem Zweck haben sie verfügbare Daten zu erheben, die Gewerberegister auszuwerten und bereits erhobene Daten fortzuschreiben.
Die Altflächendatei der Stadt Hanau

Bereits im Jahr 1987 ließ die Stadt Hanau erstmals die im Hanauer Stadtgebiet vorliegenden Altablagerungen über eine Karten- und Luftbildauswertung, Zeitzeugenbefragungen und Aktenrecherchen erfassen.

Anfang der 1990er Jahre wurde das Gewerberegister hinsichtlich der Erfassung von Altstandorten ausgewertet. 1997/1998 wurden alle erfassten Altstandorte mittels einer Ortsbegehung auf Plausibilität überprüft. Unklare Standorte wurden durch den Abgleich historischer und aktueller Stadtkarten sowie Bauaktenauswertung näher recherchiert.
Einordnung und Bewertung der Altflächen

Ziel der Überprüfung war eine Erstbewertung der Altstandorte, die eine Einstufung erlaubt in die Kategorie

nicht altlastenrelevant - z.B. nicht relevantes Gewerbe, Betriebsgröße oder Betriebszeitraum, Wohnadresse des Betreibers etc. Ausscheiden, d.h. keine Übernahme in die Altflächendatei des Landes Hessen
altlastenrelevant - relevantes Gewerbe, Betriebsgröße, Betriebszeitraum, besondere Vorkommnisse etc. Altlastenverdacht wahrscheinlich
eingeschränkt altlastenrelevant - durch Ortsbegehung und Recherche nicht eindeutig zuzuordnen gezielte Datennacherhebung

Seitdem werden die Daten aus dem Gewerberegister regelmäßig abgerufen, mittels Ortsbesichtigung validiert und erstbewertet. Die relevanten und eingeschränkt altlastenrelevanten Betriebe werden dann an das HLNUG zur Übernahme in die Altflächendatei des Landes Hessen übermittelt.

Auskünfte zu Altstandorten, Altablagerungen und Grundwasserschadensfällen
Wir weisen darauf hin, dass die bei der Stadt Hanau vorliegenden umfangreichen Daten zu Altflächen lediglich als Hinweis auf mögliche Verunreinigungen zu verstehen sind.

Die nach dem Hessischen Altlasten- und Bodenschutzgesetz zuständige Behörde ist das

Regierungspräsidium Darmstadt
Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt Frankfurt
Dezernat 41.1 / Bodenschutz Ost
Gutleutstraße 114
60327 Frankfurt a.M.
Telefon 069/2714-0

Für rechtsverbindliche Auskünfte zu Fragen der Erkundung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Altlasten wenden Sie sich bitte an die genannte Stelle.

Auskünfte aus der Altflächendatei der Stadt Hanau werden auf schriftliche Anfrage erteilt. Das Antragsformular erhalten Sie hier:
Regierungspräsidium Darmstadt

Bei uns können Sie Umweltdaten zu Bodenverunreinigungen, Altablagerungen, Grundwassermessstellen, Naturschutzgebiete u.v.m. erfragen
Umweltinformationssystem (UIS)

Altflächendatei Antrag auf Auskunfts
Geologische Situation in Hanau
Die Stadt Hanau liegt in der Untermainebene, im Bereich der sogenannten Hanau-Seligenstädter Senke, einem Grabeneinbruch innerhalb des Hanauer Beckens, das sich zur Tertiärzeit gebildet hat. Im Nordwesten wird die Senke durch die Höhenzüge des Bergener Rückens begrenzt, zu dem bereits der Stadtteil Mittelbuchen gehört.

Vor ca. 15-16 Mio. Jahren, ergossen sich Lavaströme aus dem Vogelsberg in diese Senke und bildeten eine fast geschlossene Basaltdecke. Die im subtropischen Klima der Tertiärzeit verwitterten Basalte wurden während der Eiszeiten weiträumig wieder abgetragen und mit Sedimenten überdeckt. Oberflächennah ist der Basalt daher heute nur noch vereinzelt in Steinheim und Wilhelmsbad zu finden, wo er früher auch in Steinbrüchen abgebaut wurde (z.B. ehem. Steinbruch Kaiser). Die Kuppe des Steinheimer Gailenbergs bildet den exponiertesten Basaltaufschluss im Hanauer Stadtgebiet.

Gegen Ende der Tertiärzeit senkte sich das Gebiet weiter ab, so dass sich die Sedimente des damaligen Flusssystems verstärkt akkumulieren konnten. Diese pliozänen Sedimente bilden heute überwiegend den Untergrund von Hanau, treten jedoch nur selten an die Oberfläche, da sie im Quartär, der jüngsten erdgeschichtlichen Zeit, von weiteren Sedimenten überdeckt wurden.

Die teilweise mehr als 10 m mächtigen quartären Sedimente setzen sich aus sandigen und kiesigen Terrassenablagerungen des Mains und der Kinzig zusammen, die wiederum von älteren Hochflutlehmen, jüngeren Auenlehmen sowie Flugsanden überdeckt werden. In Großauheim wurden stellenweise bis zu 6 m hohe Flugsanddünen aufgeweht. Löß- und Lößlehmablagerungen findet man ausschließlich in der Umgebung von Mittelbuchen, im Bereich des Bergener Rückens. Löß wurde hier in der Vergangenheit häufig in Tongruben abgebaut und in Ziegeleien verarbeitet.

Bodentypen in Hanau
Die quartären Sedimente, aus denen sich während der Eiszeiten durch klimabedingte Prozesse Schuttdecken bildeten, stellen das Ausgangssubstrat für die Entwicklung der Böden in Hanau dar. Die verschiedenen Substrate spiegeln sich dabei deutlich in den unterschiedlichen Bodentypen wider. Eine Besonderheit stellen die fossilen Bodenbildungen aus Basalt dar, die nur noch vereinzelt zu finden und von quartären Sedimenten überdeckt sind. Die folgende Tabelle gibt eine vereinfachte Übersicht über die wichtigsten Bodentypen im Stadtgebiet von Hanau.

Vorkommen Steinheim
  • Ausgangssubstrat: Basalt, Basaltzersatz
  • Überwiegender Bodentyp: Braun-, Graulehme (Fersiallite) als fossile Bodenreste (überdeckt von Quartärsedimenten), Pseudogleye

Vorkommen Terrassen und Flussniederungen
  • Ausgangssubstrat: Terrassensand (-kies);Hochflutlehm, Flugsand, Auenlehm,
  • Überwiegender Bodentyp: Braunerden, Gleye, Pseudogleye, Parabraunerden, Parabraunerde-Pseudogleye, Gleye, Braunerden, Auenböden, Gleye, Parabraunerden

Vorkommen Umgebung von Mittelbuchen
  • Ausgangssubstrat:  Löß
  • Überwiegender Bodentyp: Pararendzinen, Kolluvisole, (Tschernosem-Parabraunerden)
Bodenveränderungen durch Besiedelung
In den besiedelten Bereichen ist ein Großteil der natürlichen Böden durch Baumaßnahmen zerstört oder durch künstliche Auffüllungen überdeckt worden. Bedenkt man, dass unsere heutigen Böden nahezu 10.000 Jahre nach der letzten Eiszeit gebraucht haben, um sich zu entwickeln, so wird deutlich, dass Bodenzerstörung nahezu irreparabel ist. Da die Böden mit ihren Funktionen die Grundlage unseres Lebensraumes bilden, ist ein umfassender Bodenschutz zwingend notwendig.
Main
Am Main wird in der Stadt Hanau vom km53,75 bis km 61,55 ein Überschwemmungsgebiet festgestellt.

Von dem Überschwemmungsgebiet sind folgende Bereiche betroffen
  • Gemarkung Klein-Auheim Flure 14 und 15
  • Gemarkung Groß-Steinheim Flur1
  • Gemarkung Klein-Steinheim Flure 1 bis 4
  • Gemarkung Großauheim Flure 76, 78, 81, 82, 87 bis 91, 102 und 103
  • Gemarkung Hanau Flure 21, 22, 23, 29, 36, 37, 38, 71 und 72
  • Gemarkung Kesselstadt Flure 5, 6 und 9 bis 13
Das Gewässerbett gehört nicht zum Überschwemmungsgebiet. Gleiches gilt für das jeweilige Gewässerbett der einmündenden Nebengewässer.

Kinzig
Überschwemmungsgebiet Kinzig
An der Kinzig wird in der Stadt Hanau ein Überschwemmungsgebiet festgestellt.

Von dem Überschwemmungsgebiet sind folgende Bereiche betroffen
Gemarkung Wolfgang Flure 1 uns 2
Gemarkung HanauFlure 24, 26, 45 bis 50, 61 und 67 bis 69
Das Gewässerbett gehört nicht zum Überschwemmungsgebiet. Gleiches gilt für das jeweilige Gewässerbett der einmündenden Nebengewässer

Krebsbach
Am Krebsbach wird in der Stadt Hanau ein Überschwemmungsgebiet festgestellt.

Vom derm Überschwemmungsgebiet sind folgende Bereiche betroffen
  • Gemarkung Mittelbuchen Flur 15
  • Gemarkung Kesselstadt Flur 1
Das Gewässerbett gehört nicht zu dem Überschwemmungsgebiet. Gleiches gilt für das jeweilige Gewässerbett der einmündenden Nebengewässer.

Fallbach
Überschwemmungsgebiet Fallbach
Am Fallbach wird in der Stadt Hanau ein Überschwemmungsgebiet festgestellt.

Von dem Überschwemmungsgebiet sind folgende Bereiche betroffen
  • Gemarkung Hanau Flure 53, 55, 58, 59, 63 und 64

Das Gewässerbett gehört nicht zum Überschwemmungsgebiet. Gleiches gilt für das jeweilige Gewässerbet der einmündenden Nebengewässer.

Hochwasser / Überschwemmungsgebiete Portal Hessen
Bärensee, Hanau

Kiesbaggersee von 5 ha mit flachem Ufer und zwei Badestränden liegt in einem bewaldeten Erholungsgebiet nördlich vom Lamboyviertel.
Der Campingplatz wird durch die Gemeinde Bruchköbel betrieben.
6,7 km von Hanau Mitte, 21 min. Fahrtzeit mit dem Auto.
Bärensee bei Bruchköbel
mehr Infos zur Wasserqualität


Birkensee, Hanau - seit 2012 kein Badebetrieb mehr

renaturierter Baggersee nördlich vom Lamboyviertel.
Ohne Campingmöglichkeit.

Der Birkensee zeigte seit 2008 vermehrt Probleme mit dem Trophiegrad. Es musste jedes Jahr im Spätsommer mit starken Beeinträchtigungen des Badebetriebes durch massive Blaualgen-Blüten gerechnet werden.
Aufgrund von Nutzungsänderungen ist der Badesee seit 2012 als offizielles EU-Badegewässer abgemeldet, es findet kein Badebetrieb mehr statt.
Strandbad Rodenbach

200 m vom Ortsrand Niederrodenbachs entfernt, Strandbad mit Spielplätzen und Dauercamping. Achtung, in 2015 wegen Baumaßnahmen geschlossen.
9,8 km von Hanau, 18 min mit Auto,
Buslinie HU 53 ab Hanau Freiheitsplatz bis Haltestelle Strandbad, stündlich, 22 min
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Kinzigsee Langenselbold, Main Kinzig Kreis

Ca. 23 ha großes Areal mit Möglichkeiten zu Segeln, Surfen, Angeln ...
16,7 km von Hanau Mitte, 21 min mit Auto
mehr Infos zur Wasserqualität


Strandbad Spessartblick, Main Kinzig Kreis

Baggersee “Freigericht-West” aus altem Braunkohletagebau entstanden. Eher bekannt als Krotzenburger See, Ufer naturbelassen, riesiges Strandbad mit Sandstrand. Große Liegewiese mit Beachvolleyballfeld, großer Kinderbereich. Kein Camping, keine Boote
10,2 km von Hanau Mitte, 24 min mit Auto
Strandbad
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Wegbeschreibung für Fahrradfahrer

Mit dem Fahrrad sehr schöne Strecke ab Lindenaubad Großauheim entlang der Bahnlinie durch den Großauheimer Stadtwald bis direkt zum See.
Unmittelbar vor dem Lindenaubad rechts der Straße “In den Heimerswiesen” folgen. Achtung!! Nach ca 200 m links in einen schmalen Weg einbiegen und entlang der Einzäungung des Sportfeldes die Depotstr. unterqueren.
An der Depotstr. im spitzen Winkel nach links in den Alten Kahler Weg einbiegen und nach Überquerung der Bahnlinie rechts bergab in den Wald fahren. Der Weg führt ca. 2 km parallel der Bahnlinie durch den Wald bis zum Kreuzburggymnasium in Großkrotzenburg.
Hier folgt man der Niederwaldstr. Nach links abbiegend muss man den Waitz-Weg queren (im Sommer viele Autos). Besser ist es unmittelbar vor dem Waitz-Weg nach rechts in einen schmalen Weg abzubiegen, der den Waitz-Weg unterquert. An einer kleinen T-Kreuzung biegt man nach links zum Eingang des Strandbads ab.

Von hier aus kann man mit dem Fahrrad am See entlang fahren zu den Badeseen in Kahl und Alzenau.

Campingsee Kahl

Baggersee “Freigericht-Ost” am Ortseingang von Kahl aus Richtung Hanau, links der B8. Mit 1,5 km langen Sandstrand, 15 m breit.
Über 800 Dauercampingplätze. 11,2 km von Hanau - Mitte
Infos zur Wasserqualität (Landkreis Aschaffenburg)
Campingsee Kahl


Anreise

Mit Auto über die B8 (22 min).
Mit der Bahn (z.B. Kahlgrundbahn) bis Kahl (ca. 10 min)
Buslinie 5905 von Hanau Freiheitsplatz zum Bahnhof Kahl, Fußweg ab Bahnhof ca. 5 min.

Wegbeschreibung für Fahrradfahrer

Mit dem Fahhrad schöner Weg ab Großauheim Lindenaubad durch den Großauheimer Stadtwald entlang der Bahnlinie bis nach Kahl.
Siehe Wegbeschreibung zum Großkrotzenburger See (Strandbad Spessartblick).
Von dort aus fährt man, den See auf der linken Seite nach Kahl (ca. 5 min).
Vor dem Bahnübergang links abbiegen. Nach ca. 100 m liegt rechts der See.
Waldseebad Kahl

See Emma-Nord, als Badesee schon 1960 eröffnet. Mit Sonnenterrassen und Wasserrutsche. Kleinkindbereich.
Entfernung mit dem Auto 11,5 km von Hanau Mitte, über die B8.
Infos zur Wasserqualität (Landkreis Aschaffenburg)
Waldseebad


Wegbeschreibung für Fahrradfahrer
Mit dem Fahhrad schöner Weg ab Großauheim Lindenaubad durch den Großauheimer Stadtwald entlang der Bahnlinie bis nach Kahl. Siehe Wegbeschreibung zum Strandbad Spessartblick.
Nach Querung der Bahnlinie in Kahl zunächst geradeaus der Hanauer Landstr. folgen, nach 200 m rechts in Forststr., vorbei am Vogelpark Kahl, die B8 queren, schon da!
Weißsee - Großwelzheim (Karlstein)

Ehemaliger Kiesbaggersee am Ortsausgang von Karlstein in Richtung Kahl.
Camping möglich! 16 ha.
Entfernung mit dem Auto 14,1 km von Hanau Mitte, über die B8, ca. 25 min.
Infos zur Wasserqualität (Landkreis Aschaffenburg)
Weißsee - Großwelzheim (Karlstein)

Meerhofsee Alzenau
Baggersee am Ortseingang von Alzenau aus Richtung Kahl.
Entfernung mit dem Auto 19,7 km von Hanau Mitte, über die B8, ca. 25 min oder A 45 bis zur Abfahrt Alzenau.

Mit der Kahlgrundbahn ab HU - Hauptbahnhof bis Alzenau Nord (16 min), Fußweg ca. 5 min
Infos zur Wasserqualität (Landkreis Aschaffenburg)
Meerhofsee Alzenau

Wegbeschreibung für Fahrradfahrer
Mit dem Fahrrad wie zum Campingsee Kahl, in Kahl an der Bahnlinie dem Radweg folgen und am Hörsteiner Weg die Bahn unterqueren. -Die Prischoßstraße (Anliegerstr., kein Autoverkehr, sehr schöne breite Rad- und Inlinerstr.) führt zum Meerhofsee (ca. 2 km, ausgeschildert).

Knochensee Klein-Krotzenburg
7,5 ha großer Baggersee am Ortsrand, entstanden durch Sand und Kiesabbau. Flaches Ufer.
Kein Camping.
11,3 km von HU - Mitte, 30 min mit Auto
mehr Infos zur Wasserqualität


Schultheisweiher, Kreis Offenbach
11 ha großer Baggersee, nach Kiesabbau entstanden. Sandstrand.
Kein Camping.
14,4 km von HU - Mitte, mit dem Auto ca. 32 min
mehr Infos zur Wasserqualität

Wegbeschreibung für Fahrradfahrer

Mit dem Fahrrad entlang dem Mainuferradweg Richtung Frankfurt.

Hessischen Landesanstalt für Umwelt und Geologie
Über einen Link zur Hessischen Landesanstalt für Umwelt und Geologie (HLUG) können Sie sich über die jeweilige Badewasserqualität in hessischen Seen den letzten Jahren informieren.
Badegewässer in Hessen