Oberbürgermeister zu aktuellen Themen

Claus Kaminsky 2016 1 1_
Es ist angesichts der bestehenden Wohnungsnot schwer zu verstehen: 22 gut erhaltene, mehrgeschossige Häuser der früheren US-Kaserne Sportsfield Housing sollen abgerissen werden. Geht es nach den maßgeblichen immissionsschutzrechtlichen Regelwerken, ist es dort für die Ausweisung eines Wohngebietes zu laut, und es riecht zu häufig nach den Produkten benachbarten Gewerbebetriebe. Lärm- und Geruchsbelastung sind jedoch nicht intensiver als in vielen vorhandenen Stadtquartieren deutscher Großstädte; und die Werte sind weit von der Schwelle der Gesundheitsgefährdung entfernt. Nur werden an die Nachnutzung des Sportsfield Housing die gleichen Maßstäbe angelegt wie an eine neue Wohngebietsentwicklung auf der grünen Wiese; und die wäre bei den vorhandenen Grenzwertüberschreitungen nach geltendem Recht nicht machbar.
 
Was lässt sich dagegen unternehmen? Die Rechtslage muss sich ändern. Den Städten im Ballungsraum muss mehr Planungshoheit zurückgegeben werden, um das drängende Problem der Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu lösen. Richtwerte dürfen keine starren Grenzen setzen, wenn nach der Überzeugung der vor Ort Handelnden auch bei Überschreitungen gute Wohn- und Lebensverhältnisse gewahrt sind. Das gilt vor allem bei der Nach- und Umnutzung vorhandener Bausubstanz. Davon will die Stadt Hanau wichtige Europa-, Bundes- und Landespolitiker und -innen überzeugen. Ihnen soll die Lage auf Sportsfield direkt vor Augen geführt werden, damit sie ein Gespür für die gesetzgeberische Absurdität haben können.      
Ein Tag im Leben eines Oberbürgermeisters

Immer wieder werde ich angesprochen, wie der so aussieht. Oft sind die Menschen überrascht, dass ich nicht den ganzen Tag in meinem Büro am Schreibtisch sitze. Durchschnittlich 13 bis 14 Stunden hat ein Arbeitstag. Und am Wochenende geht es durchgängig weiter. Als Kai Pfaffenbach mich ansprach, ob er mich mal begleiten dürfte, habe ich spontan zugesagt. Es sind Bilder entstanden, die man sonst nicht unbedingt in der Öffentlichkeit sieht. Sie dokumentieren nicht alles, weil viele Sitzungen nicht öffentlich sind, aber sie geben einen Eindruck, wie die für mich schönste Aufgabe täglich aussieht. (Mit Klick auf das Bild erfahren Sie mehr)