Arten und Biotopschutz

Natürliche Vielfalt

Zauneidechse
Der Arten- und Biotopschutz dient dem Schutz und der Pflege der wildwachsenden Pflanzen und wildlebenden Tiere und ihrer Lebensräume als Teil des Naturhaushaltes. Zahlreiche internationale Vereinbarungen und Rechtsvorschriftern wurden geschlossen, um den Artenrückgang zu verhindern oder abzumildern. Hessen hat eine Biodiversitätsstrategie verabschiedet.

 
Artenschutz in Hanau
In warmen Sommern mit ausgedehnten Regenfällen steht in und rund um Hanau viel Wasser in den Wiesen und Wäldern. Diese feuchten Stellen bieten leider auch gute Entwicklungsmöglichkeiten für Mücken, die dann als echte Plagegeister auftreten können. Wie kann man sich schützen?

Hier finden Sie einige Tipps:

Welche Mückenarten gibt es in Hanau?
Hanau ist umgeben von Wasserflächen und naturnahen Feuchtgebieten wie Erlenbruchwälder, Auwiesen und Auwälder. Mücken gab es hier schon immer – aber bedingt durch die vielen Starkregen in den letzten Wochen, steht nun viel Wasser in den Wäldern und Wiesen. Hier können sich Mücken gut vermehren und in den Wohnbereichen als echte Plagegeister auftreten.
Die Stadt Hanau hat die Mückenbrutgebiete in Hanau kartiert und wird auch weiterhin beobachten, wie sich die "Mückenzentren" entwickeln. Durch gezielte Aktionen und aktives Wassermanagement wird die Mückenpopulation direkt in den Mückenzentren eingedämmt, um erst gar keine Plage aufkommen zu lassen.

Eine Stechmückenart, die Hausmücke (Culex spec.) vermehrt sich speziell im engeren Wohnbereich und in Gärten. Sie kann besonders während der Abendzeit und Nachtruhe empfindlich belästigen.
Hier sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen, denn die Brutstätten der Hausmücken befinden sich im Gegensatz zu denen der Überschwemmungsmücken und Waldmücken meist in unmittelbarer Nähe Ihrer Wohnungen – z.B. in Wasserfässern, Blumenübertöpfen, Gullys.

Der Mückenkreislauf:
Auf stehenden Wasseroberflächen legen die Hausmückenweibchen ihre Eischiffchen (ca. 200 bis 400 Eier pro Gelege) ab. Je nach Temperatur entwickelt sich die Brut nach vier Larvenstadien und einem Puppenstadium zu den uns bekannten Fluginsekten. Die Weibchen fliegen nach erfolgter Begattung sofort zu einer neuen Quelle für eine Blutmahlzeit (Säugetiere, Vögel oder auch Sie) und dringen dabei auch in Häuser ein. Sie orientieren sich an dem Kohlendioxid der Atemluft oder Schweißbestandteile, weniger am Licht. Die Mückenweibchen benötigen nur eine einzige Blutmahlzeit und legen wenige Tage später ein neues Eischiffchen auf eine Wasseroberfläche ab, womit der Kreislauf geschlossen ist. Bei warmen Temperaturen und vielen Wasserflächen führt dieser Kreislauf zu einem raschen Anstieg der Population. Die Mücken werden zur Plage.Hausmücken überwintern in Kellern oder anderen frostgeschützten Räumen.

Was also tun gegen die Mücken?
Unterbrechen Sie den Mückenkreislauf! Es bieten sich folgende Möglichkeiten an:
Beseitigen Sie alle unnötigen Wasserbehälter.
Decken Sie Wasserbehälter ab (z.B. Regenfässer), damit die Stechmücken ihre Eigelege nicht auf die Wasseroberfläche legen können.
Leeren Sie Regentonnen und andere Wasserbehälter (z.B. Vogeltränken, Blumenuntersetzer) regelmäßig restlos aus, damit die Mückenbrut auf das Trockene fällt (alle 10 Tage).
Ab und an hilft ein Tropfen (!!) Spülmittel. Dieser setzt die Oberflächenspannung des Wassers in der Regentonne herab, so dass die Mückenlarven, die unter der Oberfläche sitzen untergehen
Besetzen Sie Ihre Gartenteiche mit Fischen. Diese vertilgen die Mückenbrut am besten. Gartenteiche werden nach und nach von den natürlichen Fressfeinden der Stechmückenlarven besiedelt. Sie sind daher üblicherweise keine Massenbrutstätten der Hausmücken. Neuangelegte Teiche sollten Sie jedoch auf Larvenbesatz überprüfen. Dazu nehmen Sie am besten in einem weißen Gefäß eine Schöpfprobe. Die Mückenlarven sind gut zu erkennen.
Können die genannten Maßnahmen nicht vorgenommen werden, dann empfiehlt sich eine Bekämpfung der Wasserflächen mit umweltverträglichen Präparaten auf biologischer Basis. Im Baumarkt oder Gartenmärkten können Sie Tabs mit einem biologischen Wirkstoff erhalten. Diese Bti-Tabs können Sie in Ihren neuangelegten Teich oder andere Wasserflächen geben. Die Mückenlarven fressen das beigemischte Protein und sterben ab. Allerdings ist ein Neubefall möglich! Hinweise, dass das Präparat in üblicher Dosierung giftig für Fische ist, gibt es derzeit nicht.
Wie helfen die Bti-Tabletten?

Diese Tabs enthalten ein Protein eines Bakteriums (Bacillus thuringensis israelensis). Das Protein ist ein Fraßgift und wirkt nur, wenn die Mückenlarven das Mittel im Wasser fressen. Die Anwendung ist für Regentonnen oder Gartenteiche gedacht, die keine Fische enthalten.
Ein Versprühen in der Luft, Auftragen auf die Haut oder sogar selbst einnehmen hilft nicht, sondern kann sogar gesundheitsschädigend sein!!
Das Mittel können sie in jedem Baumarkt oder Gartenmarkt für wenige Euro erhalten.
Bürger und Bürgerinnen von Hanau erhalten im Stadtladen geringe Mengen der Bti-Tabs kostenlos.
Einwohner von umliegenden Gemeinden wenden sich bitte an die eigene Gemeindeverwaltung oder an Geschäfte.
 
Mauereidechse Ruhrstrasse

Mauereidechse in der Ruhrstraße in Hanau

Zaun- oder Mauereidechsen gehören zu den streng geschützten Tierarten. Töten, verletzen oder Entnahme der Tiere aus ihrem Lebensraum, auch das Zerstören von Quartieren oder Gelegeplätzen ist streng verboten und wird strafrechtlich verfolgt.
In Hanau finden viele dieser flinken kleinen Tiere gute Lebensbedingungen. Vor allem die Bereiche entlang der Bahntrassen und die ausgedehnten sandigen Böden in Steinheim und Klein-Auheim bieten den Eidechsen alles was sie benötigen: Sonnenplätze auf Steinen oder Totholz, Eiablageplätze im Sand oder lockeren Boden und Insekten als Nahrung.
Die erfreuliche Zunahme der kleinen Echsen führt aber gelegentlich zu Konflikten, wenn z.B. durch ein Bauvorhaben in einen Eidechsenlebensraum eingegriffen werden muss. Im Zweifelsfall müssen Eidechsen umgesiedelt werden in ein geeignetes, evtl. auch neu angelegtes Habitat.
Falls Sie dazu Fragen  haben, können Sie sich gern an die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hanau wenden.

Als Beispiel für eine der ersten großen Umsiedelungsaktionen in Hessen stellen wir Ihnen hier eine erfolgreiche Umsiedlung von Mauereidechsen aus einem ehemaligen Bahngelände in ein Naturschutzgebiet vor:

Umzug von Mauereidechsen aus der Stadt aufs Land
Vom Kinzigbogen in der Brüder-Grimm-Stadt in die ehemaligen Steinbrüche nach Mühlheim-Dietesheim: Podarcis muralis, gemeinhin besser als Mauereidechse bekannt, musste umziehen. In den Jahren 2008 und 2011 wurden knapp 3000 der besonders geschützten Tiere auf dem Gelände des ehemaligen Gleisbauhofes gefangen und in den Steinbrüchen wieder ausgesetzt.

Die Mauereidechse - ein Portrait:
Das wärmeliebende kleine Reptil ist in Deutschland als bestandsgefährdete Rarität eingestuft und kommt normalerweise nur in besonders warmen Weinbaugegenden vor, wie etwa im Kaiserstuhl, am Pfälzer Wald und den berühmten Weinlagen an Mosel, Nahe und Mittelrhein.
In Hanau und dem Umland kam die Mauereidechse früher nicht vor. Sie breitet sich aber seit Anfang der 90er Jahre entlang von Bahntrassen aus. Das trockene und heiße Kleinklima der Schotterbetten der Bahndämme in Zusammenhang mit den steigenden Temperaturen in den Sommermonaten ist für die ursprünglich mediterrane Art sehr förderlich.
Mauereidechsen sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz und dem Anhang IV der europäischen Fauna-Flora-Habitat Richtlinie (FFH-Richtlinie) streng geschützt.
Weil der ehemalige Gleisbauhof zum Gewerbegebiet "Kinzigbogen" entwickelt wurde, war es zwingend erforderlich die Tiere vor Baubeginn in einen geeigneten Lebensraum umzusiedeln.

Was passierte mit den Mauereidechsen?
Neue Heimat wurde das Gelände der alten Basaltsteinbrüche in Mühlheim-Dietesheim. Diese bieten sich in idealer Weise für das Umsiedlungsvorhaben an, weisen doch die stillgelegten Steinbrüche warme, sonnenenbeschienene Steilfelsen auf, die ein perfektes neues Eidechsen-Quartier abgeben. Im Frühjahr 2008 wurde durch ein Biologenteam in aufwändigen und spannenden Fangaktionen knapp 2000 Eidechsen gefangen. Haushaltsschwämme oder Angeln mit Fangschlingen und viel Geduld waren wichtige Helfer beim verletzungsfreien Eidechsenfang. Die Tiere wurden an mehreren Stellen in den ehemaligen Balsaltsteinbrüchen ausgesetzt. Weitere Tiere wurden in 2011, vor Beginn der Bauarbeiten eingefangen.
Somit wurde durch die Hanauer Naturschutzbehörde sichergestellt, dass bei den Bauarbeiten keine Echsen „unter die Räder“ kamen und eine wirklich lebensfähige, große Startpopulation in den Steinbrüchen Fuß fassen konnte.
Beobachtungen zeigten schon im Sommer 2008, unmittelbar nach den ersten Umsetzungen, dass sich die flinken Tiere gut in ihrer neuen Heimat, den Dietesheimer Steinbrüchen eingelebt hatten und sich gut vermehrten. Spaziergänger können die Eidechsen heute an ihren Sonnenplätzen in den Steilwänden des Steinbruchs bei geeigneten Wetterbedingungen beim Sonnenbaden beobachten.

Mauereidechsen erobern Hanau:
Einige Mauereidechsen des Gleisbauhofes sind dem Umzug zuvorgekommen. Beobachtungen im August 2008 zeigten, dass sich die Mauereidechsen entlang der Schienentrassen im Hanauer Stadtgebiet ausbreiteten.
So scheint sich das Hanauer Stadtgebiet mit seinem milden Klima zu einem gut geeigneten Lebensraum für eine besonders geschützte Tierart zu entwickeln.
Auf dem verbliebenen Gleisbauhof der Bahn wurden spezielle Schotter-Drahtkörbe aufgestellt, um auch hier die Vermehrung der verbliebenen Tiere zu unterstützen.
Storchenpaar

Storchenpaar - Foto von M. Schroth

Die Störche sind zurück in Hanau.
Die wenigsten Menschen in Hanau werden sich erinnern können, denn Störche gab es in Hanau bereits seit den 60er Jahren nicht mehr. Augenzeugen berichten, dass in Mittelbuchen zuletzt in 1953 ein Storch gesichtet wurden.

Im April 2014 hat ein Storchenpaar sein Nest in Hanau Mittelbuchen gebaut und Mitte Mai sind drei Jungstörche geschlüpft. Aufmerksame Spaziergänger konnten die Aufzucht, erste Flugversuche und Nahrungssuche der Jungstörche beobachten, bevor sich diese im Spätsommer auf den Weg nach Süden machten.
Seitdem wird das Nest jährlich bebrütet. Die Wiederansiedlung von Störchen rund um Hanau ist durchaus eine Erfolgsgeschichte und zeigt, wie unter geeigneten Bedingungen auch größere Tiere wieder heimisch werden. Der Rückgang von Dioxinen und DDT in die Umwelt, Wiederherstellung von Feuchtwiesen, und Aufstellen Nisthilfen helfen dem Storch bei seiner Ausbreitung.

Das Feuchtgebiet in Mittelbuchen und die Fallbach Auen:
Mit der Anlage eines neuen Wohngebietes in Mittelbuchen wurde es für die Stadt notwendig, Raum für das abfließende Regenwasser zu schaffen. Durch die Versiegelung von Flächen kann Regenwasser nicht mehr versickern, sondern braucht neue Räume: entweder - als teure Lösung - betonierte Regenrückhaltebecken oder besser und günstiger die Anlage von Wasserspeichern in der Natur. Auf der städtischen Wiese wurden daher im September 2007 mehrere Mulden und Gräben durch Hanau Infrastrukturservice (HIS) ausgebaggert, die sich auch gleich mit Wasser füllten. Bei starkem Regen kann nun das Zuviel an Wasser aus dem städtischen Kanal kurzzeitig in diese Wasserspeicher abfließen.
Die Feuchtwiese bietet einen idealen Lebensraum für Störche: weite Wiesen, ungestört am Rande einer Besiedelung. Daher ließen die Untere Naturschutzbehörde und die Stadtwerke bereits im Jahr 2008 in umliegenden Wiesen zwei 12 m hohen Masten mit 2 m breiten Nestunterlagen errichten.
Jahrelang hatten die Störche die Wiesen zwar begutachtet, aber zur Brut auf den Nestern hatte sich erst in 2014 ein Brutpaar niedergelassen.

Diese Hoffnung hat auch der Ortsbeirat Nordwest, der in den Fallbach-Auen Anfang März 2015 ein Storchennest aufstellen ließ. Die Fallbach-Auen wurden in 2012 als Ausgleich zum Bau des Kinzigbogens renaturiert. Seit dem finden hier Störche wieder Nahrung und tummeln sich auf den Wiesen. .

Störche in Hessen:
Heute kann man an vielen Stellen in Hessen beobachten, dass hinter Traktoren mehrere Störche schreiten und nach aufgescheuchten Mäusen oder Fröschen picken, so wie vor den 70er Jahren. Aber seit Mitte der 80er Jahre gab es in Hessen keine Störche mehr - in Hanau schon seit den 60er Jahren. Grund war das Zurückdrängen von Lebensraum, starke Zersiedelung der Landschaft, evtl. auch das Anreichern von Pestiziden in den Lebensräumen.
Mit dem gezielten Anlegen von Feuchtbiotopen, Nistgelegenheiten und Nahrungsteichen kamen nach und nach die Störche zurück. Nach Angaben des Naturschutzbundes Hessen (NABU) beobachtet man seit diesem Jahrtausend einen kontinuerlichen Anstieg der Brutpaare. In Hessen gab es in 2019 mehr als 750 Brutpaare mit mehr als 1400 Jungen.
Erschreckend sehen Sie ja schon aus, die mächtigen Kastanienbäume, die schon im Sommer ihr verbräuntes Laub verlieren. Schuld daran ist eine kleine Motte, deren Larven sich durch die Blätter fressen.

Gefrässige Mottenlarven:
Die Miniermotte (Cameraria ohridella) ist ein Kleinschmetterling, der sich seit Anfang der 90er Jahre von Südost Europa bis mittlerweile Dänemark und England verbreitet hat.
Die Miniermotte legt ihre Eier auf die Blätter der weißblühenden Rosskastanie. Nach etwa 2 - 3 Wochen schlüpfen winzige Larven, bohren sich in das Blattgewebe und beginnen dort ihr Zerstörungswerk indem sie Gänge (Minen) in das Blattgewebe fressen. Nach einer kurzen Pause als Puppen schlüpfen die ca. 5 mm großen Falter wieder aus und der nächste Zyklus beginnt. Je nach Witterung entstehen 3 - 4 Mottengenerationen im Jahr.

Die Gefräßigkeit der Larven führt zum Austrocknen der Kastanienblätter, die schon im Sommer verbräunen und abgeworfen werden. Verstärkt wird das Schadbild oft durch den Befall mit dem Blattbräunepilz (Guignardia aesculi). Als Folge findet man schon im Spätsommer kahle Kastanien, was besonders in Baumalleen und Biergärten erschreckend auffällt.

Zwar scheinen die Kastanien auch durch starken Befall nicht abzusterben, geschwächt werden sie trotzdem und könnten somit anfälliger sein für andere Krankheitserreger.
Die Miniermotte ist ein Einwanderer aus Südosteuropa. Sie ist sie somit ein Neozoon (neue Art), das sich ohne natürliche Feinde sehr schnell vermehren und ausbreiten kann. Diese ungehinderte Vermehrung sorgt auch für das massenhafte Auftreten und somit die starke Schädigung der Bäume.

Was kann man tun?
Leider sind die Puppen der Motten auch recht resistent gegenüber der Winterkälte, so dass sie im Laub überwintern können, um im nächsten Frühjahr die Kastanien sofort erneut zu befallen.
Die beste Methode, den Neubefall zu verhindern, ist, das Laub unter den Kastanien ganzjährig und besonders im Herbst komplett zu entfernen und zu entsorgen. Eine Kompostierung im eigenen Garten reicht nicht aus. Kompostierungsanlagen scheinen jedoch aufgrund der höheren Temperaturen die Mottenpuppen zu vernichten. Hat man die Mottenpuppen entfernt, so kann man den Befall stark eindämmen.
Chemische Bekämpfung ist zwar erlaubt, aber aufgrund der Größe der Bäume praktisch nur schwer möglich.

Tipp: Pflanzen Sie rosablühende Kastanien. Diese werden nicht durch die Miniermotte befallen
Hundeleinenzwang Innenstadt Lamby

Anleinpflicht für Hunde in der Innenstadt

In Hanau gibt es zwei Satzungen, die den Leinenzwang für Hunde regeln.
  1. Innerhalb der Bebauung ganzjährig gilt die Gefahrenabwehrverordnung, § 14 der Verordnung zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung.
  2. In einigen Wiesen und Wäldern gilt aus Naturschutzgründen die Leinenzwangsatzung während der Brut- und Setzzeit vom 1. März bis 30. Juni

Leinenzwang nach Gefahrenabwehrverordnung
Satzungstext Leinenzwang nach der Gefahrenabwehrverordnung

Diese Verordnung dient dem Schutz der Bevölkerung und gilt ganzjährig:
In der hessischen Gefahrenabwehrverordnung über das Halten und Führen von Hunden ist geregelt, dass Hunde u.a. bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Märkten, Messen, in Gaststätten und öffentlichen Verkehrsmitteln an der Leine zu führen sind. In Ergänzung hat die Stadt stark frequentierte Fußgängerbereiche sowie Parkanlagen und Grünzüge im Stadtbereich ausgewiesen in denen ebenfalls die Hunde ganzjährig anzuleinen sind.

Achtung: Gefährliche Hunde ohne positive Wesensprüfung sind generell anzuleinen!

Die Verordnung gilt in den Gebieten:
Innenstadt
  • Fußgängerzonen
  • Grünfläche Am Mainkanal
  • Martin-Luther-Anlage
  • Wallonisch-Niederländische Kirche
  • Deutscher Friedhof, Nußallee
  • Grünfläche Postcarrée
  • Schlossgarten
Lamboy - Tümpelgarten
  • Pappelwald Licht- und Luftbad
  • Francoisgärten
  • Tiefgarten
Steinheim
  • Schlossgarten
  • Burggarten
  • Kneipp-Anlage
  • Grünfläche Dietzenseestraße u. a.
  • Grünfläche zw. Schachenwald- und Odenwaldstraße

Klein-Auheim
  • Rosengarten
  • Grünfläche Feldstraße/ Weiskircher Straße
Großauheim
  • Alter Friedhof, einschl. Dr. Franz-Freisfeld-Weg
  • Lindenaupark
  • Grünflächen im Wohngebiet Waldwiese
  • Mainaue Haggasse (hier gilt der Leinenzwang sogar vom 1.4.- 31.10.) und
  • auf den Wegen entlang ausgewiesener Liegewiesen am Mainufer
Wolfgang
  • Grünzug „Vor der Pulvermühle"
Kesselstadt / Weststadt
  • Grünfläche Am Weihergraben
  • Alter Friedhof
  • Fußgängerbereich und. Grünfläche Kurt-Schumacher-Platz
  • Grünfläche Dresdnerstraße
  • Hochgericht
  • Grünfläche Otto-Hahn-Schule
  • Schlosspark Philippsruhe
  • Mainwiesen unterhalb vom Schloss zwischen Gehweg und Spielplatz

Nordwest
  • Grünfläche entlang des Salisbaches

Mehr Informationen über das Halten von Hunden, Gefährliche Hunde und Leinenzwang erhalten Sie beim Ordnungsamt und Bürgerservice 06181/295-455.
Brut- und Setzzeit Hund Verbot Außenbereich

Leinenzwang für Hunde während der Brut- und Setzzeit

Leinenzwang auf Wiesen und Wäldern während der Brut- und Setzzeit
Satzungstext Leinenzwang im Außenbereich in der Brut- und Setzzteit

Hundehalter sind während der Brut- und Setzzeit vom 1. März bis 30. Juni jeden Jahres verpflichtet, in den Außenbereichen von Hanau, ihre Hunde anzuleinen. Das Gebiet deckt sich meist mit dem Landschaftsschutzgebiet Hanau Stadt. Die Anleinpflicht gilt in allen Wäldern und den meisten Wiesen rund um Hanau, z.B. nördlich von Hanau im Hirzwald und rund um Wilhelmsbad. Südwestlich von Steinheim und Klein-Auheim, im Hellenwald, am Hellenbach, rund um die Fasanerie. Östlich von Hanau in der gesamten Bulau.
Der Grund dafür ist, dass freilaufende Hunde Vögel und andere Tiere aufschrecken und ggbf. von Nestern wegscheuchen. Vögel, die permanent gestört werden, geben ihr Gelege auf und die Eier vertrocknen. Der Hund "meint das natürlich nicht böse", aber durch das freie Laufen und Schnüffeln an jedem Gebüsch und Unterholz bleibt das Aufschrecken bodenbrütender Vögel nicht aus. z.B. sind die wiesenbrütenden Kiebitze seit Ende der 90er Jahre in Hanau verschwunden. Auch die einstmals sehr häufigen, bodenbrütenden Lerchen sind drastisch im Bestand zurückgegangen.

Einige Hunde mit starkem Jagdtrieb erschrecken andere Tiere nicht nur, sondern jagen sie, so dass Jungtiere gelegentlich gerissen werden.

Hund Kanninchen Acker

Zum Schutz der brütenden Vögel und zum Schutz von Jungtieren sind Hunde in dieser Zeit anzuleinen. Aber auch, wenn in einem Gebiet keine gesetzliche Verpflichtung zum Anleinen besteht, so sollte aus Respekt vor den brütenden Tieren trotzdem der Hund angeleint werden.

Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 100 € geahndet werden.
Mehr Informationen über Naturschutz und Leinenzwang erhalten Sie bei der Unteren Naturschutzbehörde 06181/295– 785

Die Informationen finden Sie gebündelt auch in einer Broschüre zur Leinenpflicht.


Hundehaufen - kein Kavaliersdelikt

Noch eine Bitte:
denken Sie daran, dass Hundekot auf der Straße, in Grünanlagen und auch auf der Wiese (Viehfutter!) stets ein Ärgernis ist. Nehmen Sie die Hundehäufchen in Plastiktüten auf und entsorgen Sie diese im Hausmüll! Weggeworfene Hundebeutelchen in Gebüschen sind mehr als ärgerlich.
Apfel

reife Äpfel auf Hanauer Streuobstwiesen

Blühende Obstbäume, Apfelernte und der Äppelwoi gehören zu unserer Kulturlandschaft. Doch Streuobstwiesen können nur erhalten werden mit entsprechender Neupflanzung und Pflege von Obstbäumen.

Kulturlandschaft Streuobstwiesen

In Hanau-Steinheim beginnt die Hessische Apfelweinstraße, die über Hochstadt bis nach Sachsenhausen reicht. Steinheim war einst ein bedeutendes Streuobst-Anbaugebiet. Die Obstbäume prägten die Landschaft, und aus den Früchten wurde der beliebte Apfelwein hergestellt. Diese alte Kulturlandschaft hat auch einen hohen Stellenwert für den Naturschutz, denn Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen in Europa.
Durch veränderte Landwirtschaft, Ausweisung von Baugebieten und Aufgabe der Nutzung sind diese Kulturlandschaften bedroht. Sie können nur durch intensive Pflege und Neupflanzungen erhalten werden, sonst wuchern die Wiesen zu und die Obstbäume verfallen.
Die Stadt will den Erhalt und die Pflege von Streuobstwiesen unterstützen.

Streuobstwiesen sind wichtig für den Artenschutz
Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten, die umweltverträglich bewirtschaftet werden. Sie gehören zu den artenreichsten Biotopen von Europa und bieten vielen Tieren und Pflanzen Lebensraum.
Sowohl die Bäume als auch die Krautschicht bieten vielfältigen Lebensraum.

Obstbaumbestellaktion:
Die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hanau beteiligt sich seit 2016 an einer Obstbaumbestellaktion des Landschaftspflegeverbandes Main-Kinzig Kreis e.V.  Interessierte können im September eines Jahres aus einer großen Liste von Obstbäumen auswählen und bestellen. Im Angebot sind alte Kultursorten wie Roter Boskop, Ontario, Goldrenette, Kaiser Wilhelm und viele andere Sorten, die sich im Streuobstanbau jahrzehntelang bewährt haben. Bestellbar sind auch Pflaumen-, Zwetschgen-, Mirabellen- und Birnbäume
 
Die bestellten Obstbäume können dann Anfang November bei der Stadt zum Preis von ca. 30 € pro Baum, inkl. Pflanzmaterial wie Holzpfosten, Hasendraht und Seil abgeholt werden.
Die Aktion wird über die Presse und Internet angekündigt. Sie können aber sich auch direkt erkundigen bei der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt.
Biotopschutz
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