Natur und Landschaftsschutzgebiete

Naturschutzgebiet
Hanau ist eine Stadt im Grünen. Zwei Flüsse mit ihren Auewiesen und -wäldern durchqueren Hanau. So sind allein im Stadtgebiet von Hanau 9 Naturschutzgebiete ausgewiesen. Dazu gibt es etwa 10 Landschaftsschutzgebiete, 5 europaweit anerkannte FFH-Gebiete und mehrere geschützte Landschaftsbestandteile. Die Landschaftsschutzgebiete von Hanau umfassen große Teile der außerhalb der Bebauung liegenden Waldflächen, Flußauen an Main und Kinzig, Wiesen und großen Parkanlagen. Landschaftsschutzgebiete sind laut Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) § 26 rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, in denen ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft erforderlich ist.

Schutzgründe sind z.B. die Erhaltung des Naturhaushalts und der Schutz von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Aber auch aufgrund der Schönheit oder kulturhistorischen Bedeutung einer Landschaft kann ein Gebiet zu einem Landschaftsgebiet erklärt werden. Dies gilt auch für Gebiete mit besonderer Bedeutung für die Erholung. In diesen Gebieten sind "alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen." (BNatschG)

In Hanau gibt es seit dem 22.10.2013 zwei Landschaftsschutzgebiete:
  • „Stadt Hanau“
  • „Hessische Mainauen“
Grundsätzlich ist es verboten Grünland umzubrechen oder zu entwässern. Andere Nutzungen, wie Errichtung von baulichen Anlagen, Anlage von Gärten, Veranstaltungen, Zelten oder Lagern, Parken oder Befahren sind nur ausnahmsweise zulässig und bedürfen der Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Eine Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn dadurch weder der Gebietscharakter verändert noch das Landschaftsbild beeinträchtigt wird.
 

Schutzgebiete

Verordnungen der Landschaftsschutzgebiete
Westlich von Steinheim liegen diese strukturreichen Flugsandlandschaften mit ihren seltenen Magertrockenrasen. Einige Teile vom Amerikafeld sind Naturschutzgebiet. Gemeinsam mit dem westlich gelegenen Gailenberg wurden sie als Natura 2000 Gebiet festgelegt.
Amerikafeld Infotafeln
Lage:
Am westlichen Ortsrand von Hanau-Steinheim gelegen. Begrenzt wird das Gebiet im Norden durch ein Gewerbegebiet, im Süden durch die Kreisstraße 213 (Steinheim-Lämmerspiel), im Osten durch die B 45, im Südwesten durch Sportanlagen und Kleingärten, im Nordwesten durch Waldflächen.
Das Amerikafeld liegt in der östlichen Untermainebene und gehört zur Naturraumeinheit "Steinheimer Terrassen" (Schwenzer 1967, Klausing 1974). Geologisch ist die östliche Mainebene aus Ablagerungen der Erdneuzeit aufgebaut. Die Bodenverhältnisse des Amerikafeldes sind aufgrund des ausgeprägten Kleinreliefs sehr vielfältig. Die obere Bodenschicht besteht durchweg aus Decksedimenten, vor allem aus Flug- und Terrassensanden. Daraus folgt eine geringe Wasserhaltefähigkeit und eine geringe Nährstoffversorgung, was eine spezielle, an Nährstoffarmut angepasste Flora fördert.

Größe NSG: 15,95 ha, FFH-Gebiet: 20,1 ha

TK-Nr. 5819 Hanau, Main-Kinzig-Kreis, Stadt Hanau, Gemarkung Groß-Steinheim (Fl. 9) und Klein-Steinheim (Fl. 10).

Pflanzenwelt:
Sandstrohblume
Sand-Grasnelke (Armeria elongata), Frühe Segge (Carex praecox), Acker-Rittersporn (Consolida regalis), Silbergras (Corynephorus canescens), Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata), Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) , Heide-Nelke (Dianthus deltoides), Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), Behaartes Bruchkraut (Herniaria hirsuta), Buntes Vergißmeinnicht (Myosotis discolor), Natternzunge (Ophioglossum vulgatum), Heide-Löwenzahn (Taraxacum erythrospermum), Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis), Sand-Wicke (Vicia lathyriodes), Sumpf-Veilchen (Viola palustris) , Trespen-Federschwingel (Vulpia bromoides).

Tierwelt:
Feldlerche (Alauda arvensis), Steinkauz (Athene noctua), Neuntöter (Lanius collurio), Pirol (Oriolus oriolus), Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Goldene Acht (Colias hyale), Senfweißling (Leptidea sinapis), Dunkelbrauner Bläuling (Aricia agestis), Zweifarbige Beißschrecke (Metrioptera bicolor), Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata), Weinhähnchen (Oecanthus pellucens), Feuerlibelle (Crocothemis erythraea), Zauneidechse (Lacerta agilis), Bergmolch (Triturus alpestris).
Konflikte
Nur ca. 35 % der Flächen stehen im Eigentum der Stadt Hanau. Der Rest verteilt sich auf über 60 Privateigentümer. Die Akzeptanz des Naturschutzgebietes ist trotz des hohen ökologischen Wertes von Seiten der Anlieger relativ gering. Der Widerstand bei der Ausweisung des Gebietes war hoch, obwohl der größte Teil der betroffenen Flächen aus Brachflächen besteht. Die unmittelbare Nähe zum Gewerbegebiet hatte die Anlieger zu der Hoffnung veranlasst, ihr Land teuer als Bauland veräußern zu können. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet führte zu einer "Entwertung" der Grundstücke. Um diese Ausweisung zu verhindern, wurden in Nacht- und Nebel-Aktionen Grundstücke umgepflügt. Am 06.04.1992 wurde das Gebiet deshalb per Verordnung des RP Darmstadt einstweilig sichergestellt.

Erfolge:
Wichtigste Aufgabe im NSG Amerikafeld ist die Erhaltung der Sandmagerrasen und der Grasnelken-Rasen. Zu diesem Zweck muss das Gebiet beweidet werden, weil ansonsten unvermeidlich die Sukzession mit Erle, Birke und Aspe einsetzt. Die noch existierenden Äcker sollen mittelfiristig extensiviert bzw. in Grünland umgewandelt werden.
Das Gebiet "Bulau" ist eine naturnahe Auelandschaft, wie es sie in Deutschland nur noch ganz selten gibt. Gemeinsam mit dem Gebiet "Erlensee" ist sie als Natura2000 Gebiet (FFH) mit europaweitem Schutzstatus versehen. Viele Spazierwege machen das Gebiet und seine vielfältige Flora und Fauna vor allem im Frühling zu einem Erlebnis.
Bulau Eisringe
Lage:
Die Bulau liegt in der östlichen Untermainebene im unteren Kinzigtal zwischen der Stadt Hanau und der Gemeinde Erlensee entlang der Kinzig. Auf ca. 600 Hektar existieren hier Auewald und Feuchtgrünland. Die Landschaft ist geprägt von der Kinzig mit ihren regelmäßigen Überschwemmungen und der Lache, einem kleinen, sehr langsam fließenden Gewässer.
Die Kinzig mäandriert idyllisch in naturnahem Lauf mit Prall- und Gleithängen, Uferabbrüchen, Kies- und Sandbänken. Etliche Bäume sind über und in die Kinzig gestürzt und erhöhen die schon vorhandene Strukturvielfalt dieses Flusses. Ebenso existieren verschiedene Altarme und Altwasser.
Der Auewald besteht aus der Weichholzaue mit Weiden und Erlen und der uferfernen Hartholzaue mit Stieleichen, Hainbuchen, Eschen und Ulmen. Im Osten der Bulau liegt der 16,5 Hektar große Erlensee, entstanden durch Kiesabbau, heute mit dem ihn umgebenden Wald als wertvolles Rast- und Brutbiotop verschiedener Wasservogelarten geschützt (Naturschutzgebiet).

Tier- und Pflanzenwelt:
Viele seltene Tier- und Pflanzenarten finden in der Bulau ihren Lebensraum, beispielsweise der Pirol, der Eisvogel, sechs verschiedene Spechtarten, Gelbspötter, acht Amphibienarten, die Ringelnatter, Schwalbenschwanz, Schillerfalter, verschiedene Libellen- und Käferarten. Zur charakteristischen Bodenflora in der Bulau gehören Sumpf-Weidenröschen, Wasserfeder, Sumpfhaarstrang, Wasser-Greiskraut, Echter Wasserschlauch.
Eine Wanderung durch die Bulau ist zur Blütezeit der Frühblüher im April am eindruckvollsten. Buschwindröschen, Lerchensporn, später Bärlauch und viele andere bilden dann regelrechte Blütenteppiche. Besonders auffällig ist im späten Frühjahr die bestandsbildende Blüte des Bärlauchs (Allium ursinum) mit dem charakteristischen knoblauchartigen Geruch.Bitte helfen Sie mit, dieses außergewöhnliche Gebiet zu schützen und bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen. Das Umweltzentrum Kinzigaue bietet geführte Exkursionen und Wanderungen entlang der Kinzig an.
 
Nördlich der A66, zwischen Hanau und Mittelbuchen befindet sich der "Hirzwald von Mittelbuchen", ein sehr ursprüngliches Laubwaldgebiet mit feuchten bis staunassen Böden. Es wurde als FFH-Gebiet ausgewiesen und die Waldbewirtschaftung teilweise stillgelegt. Die natürliche Waldentwicklung - hin zu einem dichten "Urwald" ist nun im vollen Gange.

Lage:
Zwischen Hanau Nord und Mittelbuchen gelegen. Begrenzt wird das Gebiet im Süden durch die A66. Der Hirzwald ist ein geschlossenes Laubwaldgebiet am Rande der Untermainebene auf 106 m bis 109 m ü. NN.Geprägt ist er durch frische, feuchte bis staunasse Böden, die noch aus der nacheiszeitlichen Landschafts-Historie stammen: Vor 5-10 000 Jahren war das Gebiet von einem großen Binnen-Flußdelta des Main-Kinzig-Systems bedeckt. Der Hirzwald ist somit der heutige Überrest dieses postglazialen, riesigen Sumpfgebietes. Der Grund der Ausweisung zum FFH-Gebiet ist die auch heute immer noch sehr hohe Wertigkeit der sehr ursprünglichen Waldtypen.
Größe FFH-Gebiet: 144,6 ha

Schutzgebiet:
Fledermaus
Im Hirzwald finden sich gleich drei nach der FFH-Richtlinie geschützte Waldtypen:
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum, 9110))
  • Waldmeister-Buchenwald (Asperulo-Fagetum, 9130)
  • Subatlantischer oder mitteleuropäischer Stieleichenwald oder Eichen-
  • Hainbuchenwald (Carpinion betuli, 9160)
Im Jahr 2006 wurden nach jahrelangen konstruktiven Verhandlungen mit dem zuständigen Forstamt Hanau-Wolfgang ökologisch wertvolle Abteilungen des Hanauer Stadtwaldes und auch des Staatswaldes aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen. Vom FFH-Gebiet Hirzwald wurden 60,3 ha forstwirtschaftlich stillgelegt
Pflanzenwelt:
Der eindrucksvollste und größte Wert des Hirzwaldes liegt in seinen alten und standortgerechten Auwaldtypen. Besonders hervorstechend sind alte Exemplare der Flatterulme (Ulmus laevis) und Stieleiche (Quercus robur). In der Krautschicht finden sich u.a. Waldprimel (Primula elatior), Aronstab (Arum maculatum), Waldmeister (Galium odoratum) und Breitblättrige Ständelwurz (Epipactis helleborine).

Tierwelt:
Vor allem fällt die große Populationsdichte von Spechten auf.
Schwarz- und Grauspecht, Mittel-, Bunt-, und Kleinspecht brüten im Gebiet.
Der Pirol brütet mit mindestens fünf Brutpaaren. Die Greifvögel sind mit dem Rotmilan, Habicht und Sperber und neben dem Mäusebussard sogar mit einem Brutpaar des seltenen Wespenbussards vertreten! Der Reichtum an Höhlenbäumen, den die Spechte hinterlassen, wird von etlichen Fledermausarten besiedelt. Hier ist besonders die seltene Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii) zu nennen. Das Vorkommen von sogenannten „Wochenstuben“ dieser Art ist ein aussagekräftiger Bio-Indikator für die hohe ökologische Qualität des Hirzwaldes.
Die Fledermäuse ernähren sich ihrerseits von der im Hirzwald sehr dichten Insektenpopulation. Neben vielen Nachfaltern ist für die Fledermäuse natürlich auch die große Menge an Stechmücken sehr förderlich.
Gleichzeitig sorgen die Stechmücken aber auch dafür, das der Besucherdruck durch erholungssuchende Menschen besonders in den Abendstunden nicht all zu groß wird…
Als Krönung der Insektenwelt fehlt natürlich auch der Hirschkäfer nicht im Gebiet.

Konflikte:
Der Hirzwald stellt ein wichtiges Naherholungsziel dar.
Besucher verhalten sich in der Regel naturverträglich, die Wege sollen nicht verlassen, Hunde müssen an der Leine geführt werden, um Tiere nicht zu stören und zu gefährden.

Erfolge:
Durch das Einstellen der forstwirtschaftlichen Nutzung in den ökologisch wertvollsten Waldteilen des Hirzwaldes werden die naturnahen und strukturreichen Bestände mit stehendem und liegendem Totholz weiter naturschutzfachlich verbessert.
Höhlenbäume und lebensraumtypische Baumarten können sich in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen und Altersphasen deutlich vermehren.
So gibt es beispielweise sehr alte Exemplare der Flatterulme (Ulmus laevis), die mit einem Stammumfang von 4,86 m durchaus an Baumriesen eines tropischen Regenwaldes erinnern. Erlenbruchwälder mit sehr hohen Grundwasserständen gehören zu den ursprünglichsten Waldtypen in der Untermainebene. Der Erlenbruch im Hirzwald hat durchaus „Urwald-Charakter“.
Genauso wie dieser heutige Erlenbruch im Hirzwald hat der Wald dort wohl auch schon vor der Besiedelung des Untermaingebietes durch den Menschen ausgesehen. Jeder Gewittersturm bringt den Hirzwald seinem ehemaligen Urwaldcharakter wieder ein Stück näher.
Natura 2000 ist ein länderübergreifendes Schutzgebietssystem innerhalb der Europäischen Union. Natura 2000 umfasst die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH)von 1992 und die Vogelschutzrichtlinie von 1979. Vorrangiges Ziel ist es, über den Schutz von Lebensräumen die biologische Vielfalt zu erhalten und zu fördern.
Im Stadtbereich von Hanau gibt es 5 europaweit geschützte FFH-Gebiete. Dazu gehören z.B. die Bulau, Campo Pond, der Hirzwald, die Schifflache und das Amerikafeld bei Steinheim. Zwei Vogelschutzgebiete (Main bei Maintal und Sandkiefernwälder) liegen jeweils nur zu einem kleinen Teil auf Hanauer Gemarkung.

Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH)
Die europäische Gemeinschaft hat mit der Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 einen Schutzgebietsstatus eingeführt zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Hauptziel dieser Richtlinie ist es, die Erhaltung der biologischen Vielfalt zu fördern, wobei jedoch die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und regionalen Anforderungen berücksichtigt werden sollen. Diese Richtlinie leistet somit einen Beitrag zu dem allgemeinen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung. ....
Bestimmte natürliche Lebensraumtypen und bestimmte Arten sind angesichts der Bedrohung, der sie ausgesetzt sind, als prioritär einzustufen, damit Maßnahmen zu ihrer Erhaltung zügig durchgeführt werden können. Zur Wiederherstellung oder Wahrung eines günstigen Erhaltungszustandes der natürlichen Lebensräume und der Arten von gemeinschaftlichem Interesse sind besondere Schutzgebiete auszuweisen, um nach einem genau festgelegten Zeitplan ein zusammenhängendes europäisches ökologisches Netz zu schaffen. (Auszug aus der Richtlinie 92/43/EWG). Die FFH Richtlinie und die Natura 2000-Maßgaben bilden endlich ein umfassendes rechtliches Instrumentarium zum Lebensraum- und Artenschutz.

Vogelschutzrichtlinie:
Die Vogelschutzrichtlinie der EU ist schon seit 1979 gültig und regelt den Schutz wildlebender Vogelarten und ihrer Lebensräume in der EU. Sie regelt besonders die Einschränkung und Kontrolle der Vogeljagd sowie die Einrichtung von Schutzgebieten. Aktuell gilt die kodifizierte Fassung von 2009. In den Anhängen sind mehr als 180 gefährdete bzw. schutzwürdige Arten aufgelistet. Die Mitgliedsstaaten haben Schutzgebiete ausgewiesen, die zur Erhaltung dieser Arten wichtig sind.
Weitere Informationen

Schutzgebiete:
Im Stadtgebiet von Hanau gibt es fünf FFH-Gebiete und zweiGebiete, die nach der Vogelschutzrichtlinie vom Land Hessen als Natura 2000-Gebiete festgesetzt wurden. Sie wurden durch die Verordnung "Natura 2000" vom 8.3.2008 gesichert.
90% des Schutzgebietes bestehen aus Wald und Resten einer Bruchlandschaft.

Lage:
Das Gebiet befindet sich östlich von Hausen in einer leichten Senke auf der höchstgelegenen linksmainischen Terrasse des nördlichen Maintales. Der Boden besteht hauptsächlich aus alluvialen Sanden, die von Lettschichten durchsetzt oder unterlagert sind. In den gefällearmen Bereichen ist es zu Ablagerungen von Torfen gekommen.
Von der Gesamtfläche des Hochbruchs nehmen die Wiesen ca. 10 % der Fläche ein, der Rest besteht aus Wald (vorwiegend Kiefern-, aber auch Schwarzerlenwälder). Von den Waldflächen sind ca. 20% als Grenzwirtschaftswald ausgewiesen.
Größe: ca. 110 ha
TK-Nr. 5919 Seligenstadt, Main-Kinzig-Kreis, Stadt Hanau, Gemarkung Klein-Auheim und Kreis Offenbach, Gemarkung Hausen.

Schutzziel:
Schutzziel im Naturschutzgebiet "Hochbruch von Hausen" ist die Erhaltung der Relikte der ehemals dort vorhandenen Bruchlandschaft.
Pflanzenwelt:
Leucojum vernum (Märzenbecher), Thelypteris palustris (Sumpflappfarn), Cirosa alpina (Gebirgs-Hexenkraut), Comarum palustre (Sumpf-Blutauge), Epilobium palustre (Sumpf-Weidenröschen), Menyanthes trifoliata (Fieberklee), Hottonia palustris (Sumpf-Wasserfeder), Scutellaria minor (Kleines Helmkraut), Malva moschata (Moschus-Malve), Phragmites australis (Schilf), Osmunda regalis (Königsfarn), Viola palustris (Sumpf-Veilchen), Hydrocotyle vulgaris (Wassernabel), Scutellaria galericulata (Sumpf-Helmkraut), Stellaria palustris (Sumpf-Sternmiere), Oenanthe peucedanifolia (Haarstrangblättrige Wasserfenchel), Dactylorhiza maculata (Geflecktes Knabenkraut), Dactylorhiza majalis (Breitblättriges Knabenkraut).

Tierwelt:
Es liegt kein zoologisches Gutachten vor.

Konflikte:
1749 wurde mit Anlage des Schwarzbaches als Entwässerungsgraben zum ersten Mal in den Wasserhaushalt des Bruchs eingegriffen. Jedoch hatte dieser wie auch weitere Gräben, die später angelegt wurden, nur eine gering entwässernde Wirkung auf das Gebiet. Noch in den sechziger Jahren war das heutige NSG nach stärkeren Niederschlägen zeitweise überflutet. Seit 1967 die etwa ein Kilometer südöstlich gelegene Grundwassergewinnungsanlage ihre Fördermenge drastisch erhöht hat, ist der Grundwasserspiegel im NSG innerhalb von drei Jahren stellenweise um einen Meter gefallen. Ein weiteres Problem bildet der Schwarzbach und ein Abfluss am Rand der Westwiese, die zusätzlich das vorhandene Wasser aus dem Gebiet abführen. Besonders deutlich wird der sinkende Grundwasserstand an den über Flur aufragenden Erlen-Stelzwurzeln. Abgesehen von den hydrologischen Problemen ist das NSG im Ballungsraum einem hohen Erholungsdruck ausgesetzt.

Erfolge:
1995 wurden vier Grabensperrungen vorgenommen, um das Wasser länger auf der Fläche zu halten. 1996 wurden zwei Amphibientümpel im Gebiet angelegt.
Sonstiges:
Die Jagd ist laut VO erlaubt und zur Zeit verpachtet. Die forstwirtschaftliche Nutzung ist laut VO erlaubt. In dem Gebiet existieren zwei Grundwassermeßstellen, die vom "Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach" eingerichtet wurden.
Das NSG bestand ursprünglich nur aus dem Naturdenkmal "Hochbruch an der Tannenmühle".
Das NSG besteht aus einem kleinräumigem Nebeneinander von Feuchtgrünland, Röhricht, Magerwiesen, Streuobstbeständen, Brachflächen und Laubwald.

Lage:
Das Gebiet befindet sich südöstlich von Hanau und zieht sich Richtung Hainstadt, Kreis Offenbach. Es ist ein besonders arten- und strukturreicher Teil eines ehemaligen Mainlaufes, der von Süden her durch das NSG Langhorst kommend, über das Woog zum NSG Untere Fasanerie von Klein-Auheim im Naturraum östliche Untermainebene verläuft.
Größe: ca. 14,23 ha
TK-Nr. 5919 Seligenstadt, Main-Kinzig-Kreis, Stadt Hanau, Gemarkung Klein-Auheim und Gemarkung Hainstadt, Gemeinde Hainburg im Landkreis Offenbach

Schutzziel:
Erhaltung eines besonders arten- und strukturreichen Teils eines ehemaligen Mainarmes, durch Beibehaltung der extensiven Mahd, Pflege der Streuobstbestände, Erhaltung und Entwicklung von Röhrichten und Großseggenrieden.
Pflanzenwelt:
Auffällig sind im April größere Bestände von blühenden Wiesenprimeln (Primula veris).

Tierwelt:
Der Woog ist hauptsächlich Nahrungsbiotop für Greifvögel: Mäusebussard, Habicht, Turmfalke, Schwarzmilan, Rotmilan und Habicht sowie auch für Steinkauz, Waldohreule und Waldkauz.
Leider konnten jahrelang im NSG festgestellte Bruten von Steinkauz, Neuntöter sowie Wendehals in letzter Zeit nicht mehr dort bestätigt werden. Der Pirol hingegen ist immer noch regelmäßiger Brutvogel. Von Martin Schroth wurden für das Gebiet über 400 Tag- und Nacht-Schmetterlingsarten nachgewiesen, darunter Kaisermantel (Argynnis paphia) und der Schwarzblaue Ameisenbläuling (Maculinea nausithous), dessen Raupe zunächst in den Blütenständen des Wiesenknopfs (Sanguisorba officinalis) miniert und dann in unterirdischen Nestern von Wiesenameisen (Myrmica sp.) parasitisch die Ameisenlarven frisst.
An Fledermausarten wurden von Hans Schwarting die Rauhautfledermaus und Braunes Langohr festgestellt.

Erfolge:
Im Jahre 2009 wurde der kaum Wasser führende Hellenbach teilweise wieder an den seither abgeleiteten Werniggraben bzw. Mühlbach angeschlossen und führt nun nach Starkregen periodisch wieder mehr Wasser.
Störende und nicht in das Gebiet gehörende Elemente, wie illegale Pferdekoppeln, Kleingärten, Zäune und standortfremde Fichten sind in den letzten Jahren entfernt worden.
Die regelmäßige extensive Pflege des Grünlandes wurde sichergestellt.

Konflikte:
Der Wasserhaushalt ist heute geprägt durch die beiden Bachläufe „Hellenbach“ und „Woog-Graben“. Diese Bäche sind letzte Reste des alten Mainlaufes, führen jedoch nicht mehr viel Wasser.

Sonstiges
„Woog“ leitet sich aus dem Mittelhochdeutschen ab und bedeutet „stehendes Wasser“. Tatsächlich gab es im Mittelalter hier einen Teich zur Karpfenzucht für das Kloster Seligenstadt!
Hierbei handelt es sich um ein Feuchtgebiet mit einer bemerkenswerten Zonierung naturnaher Pflanzengesellschaften.

Lage:
Das NSG liegt in der östlichen Mainniederung, etwa in der Mitte zwischen dem Ortsteil Hanau-Wolfgang und dem Forstamt Wolfgang. Es gehört zum Wilhemsbad-Wolfganger Flugsandgebiet (nach O. Klausing, 1974) und zur Haupteinheit Untermainebene. Das Gebiet ist sehr schwach zu dem von Ost nach West fließenden Doppelbier-Graben geneigt.
Bei den Böden handelt es sich überwiegend um eutrophe Gley-Standorte.
Größe: 65,03 ha
TK-Nr. 5819 Hanau, Main-Kinzig-Kreis, Stadt Hanau, Gemarkung Wolfgang.

Schutzziel:
Bei dem NSG "Rote Lache von Wolfgang" handelt es sich um ein Feuchtgebiet mit einer bemerkenswerten Zonierung naturnaher Pflanzengesellschaften.
Gemäß der Höhenstufenzonierung existieren auf dem höchsten Geländeniveau Birken-Eichen-Wälder und dann absteigend Eichen-Hainbuchen-Wälder, Erlen-Eschen-Auewälder und echte Erlenbruchwälder bis hin zu gehölzfreien Flächen mit Röhrichten und Großseggenbereichen. Dabei muss aus naturschutzfachlicher Sicht insbesondere der Erlenbruchwald als wertvoll angesehen werden, weil derartige naturnahe Waldgesellschaften in Hessen nur noch in geringer Zahl vorhanden sind und einer ganzen Reihe von seltenen, spezialisierten Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum dienen. Desweiteren muss die gesamte Freifläche des NSG als sehr schutzwürdig angesehen werden. Aus vegetationskundlicher Sicht sind hier besonders das seltene Uferseggen-Ried (Caricetum ripariae) und die Sumpfreitgras-Bestände (Calamagrostis canescens-Gesellschaft) zu erwähnen.

Pflanzenwelt:
Carex riparia (Ufersegge), Carex canescens (Grausegge), Hottonia palustris (Wasserfeder), Thelypteris palustris (Sumpffarn), Viola palustris (Sumpf-Veilchen), Epilobium palustre (Sumpf-Weidenröschen).

Tierwelt:
Mittelspecht (Dendrocops medius), Waldschnepfe (Scolopax rusticola), Grasfrosch (Rana temporaria), Schachbrett (Melanargia galathea), Sumpfschrecke (Mecostethus grossus), Wiesengrashüpfer (Chorthippus dorsatus), Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar).

Erfolge:
Zur Erhaltung besonders der Großseggenbereiche soll ein Projekt zur Beweidung der durch den Wassermangel gefährdeten Bereiche mit einer anspruchslosen Rinderart gestartet werden. Dadurch soll die weitere Sukzession der Fläche gestoppt und die Naturverjüngung zurückgedrängt werden. In den Doppelbier-Graben ist ein Wehr eingebaut worden, das das Winterwasser länger auf der Großseggenfläche halten soll.

Konflikte:
Die schützenswerten Bereiche der Roten Lache sind ausnahmslos auf nasse, feuchte bis wechselfeuchte Standorte angewiesen. Das Gebiet leidet immer mehr unter akutem Wassermangel, dessen Ursache nicht bis ins Letzte geklärt werden kann. In den letzten Jahren haben die Niederschläge nicht ausgereicht, die Grundwasservorräte wieder aufzufüllen. Der Doppelbiergraben, der durch das Gebiet führt, fällt für immer längere Zeit im Jahr trocken. Die Biotope werden zunehmend durch die einsetzende Sukzession von Erlen-, Birken-, und Kiefernnaturverjüngung verdrängt. Schon im vegetationskundlichen Gutachten von 1983 wurde festgestellt, dass sich Dauer und Intensität der Überschwemmungen in der Roten Lache verringert haben. Im Wald ist das an den Stelzwurzelbildungen der Erle und an den Sackungen von Torfhorizonten zu erkennen, auf der Freifläche an der Änderung der Verbreitung der verschiedenen Pflanzengesellschaften. So hat sich seit 1983 der auf relativ trockenen Standorten konkurrenzkräftige Sumpfreitgras-Bestand vorwiegend auf Kosten des Sumpfseggen-Riedes und des Wasserschwaden-Röhrichts ausgebreitet.

Sonstiges:
Das gesamte Schutzgebiet steht im Eigentum der hessischen Landesforstverwaltung. Die besonders nassen Erlen-Bruchwälder sind als Grenzwirtschaftswald ohne Nutzungsansatz ausgewiesen, während der restliche Wald bisher forstlich genutzt wurde. Die heute nicht mehr bewirtschaftete Freifläche diente früher als Viehweide. Im Westen des NSG verläuft noch in Relikten erhalten der Limes.
Das NSG Untere Fasanerie besteht aus einem ehemaligen Prallhang eines Mainaltarmes. Durch das Gebiet fließt heute noch der Hellenbach.

Lage:
Das NSG "Untere Fasanerie von Klein-Auheim" liegt zwischen Hausen und Klein-Auheim in direkter Nachbarschaft zum Wildpark "Alte Fasanerie". Aus raumörtlicher Sicht läßt sich das Gebiet der Hanau-Seligenstädter-Senke, am Ostrand des Rhein-Main-Ballungsgebietes gelegen, zuordnen. Die Bodenverhältnisse sind sehr vielfältig. Sande, Kiese und Flussschotterablagerungen wechseln mit Lehmen und Tonen ab. Im Bereich des Talbodens herrschen Pseudogleye und Nassgleye vor. Kleinflächig existieren nährstoffreiche Braunerden.
Größe: 42,3 ha
TK.-Nr. 5919 Seligenstadt, Main-Kinzig-Kreis, Stadt Hanau, Gemarkung Klein-Auheim.

Schutzziel:
Das NSG "Untere Fasanerie von Klein-Auheim" zeichnet sich durch eine Vielzahl verschiedener Biotope aus. Erwähnenswert sind die noch vorhandenen Hartholzauenfragmente, die Waldflächen des Prallhanges des in historischer Zeit durch das Gebiet verlaufenden Mainaltarms. Extensiv genutzte Feucht- und Frischwiesen wechseln sich mit Röhricht- und Großseggenverlandungsbereichen ab. Durch das Gebiet fließt heute noch der Hellenbach, der teilweise durch Verlandungen Tümpel- und Flachteichcharakter annimmt. Im Randbereich liegt der Kohlsee.

Pflanzenwelt:
Wasserfeder (Hottonia palustris), Blasensegge (Carex vesicaria), Meersimse (Bolboschoenus maritimus), Fleischrotes Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata), Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Wassergreiskraut (Senecio aquaticus)

Tierwelt:
Wasserralle (Rallus aquaticus), Hohltaube (Clumba oenas), Grünspecht (Picus viridis), Mittelspecht (Dendrocopus medius), Kleinspecht (Dendrocopus minor), Teichrohrsänger (Acrocephalus scirpaceus), Gelbspötter (Hippolais icterina), Pirol (Oriolus oriolus), Grasfrosch (Rana temporaria), Grünfrosch (Rana esculenta Komplex), Erdkröte (Bufo bufo), Teichmolch (triturus vulgaris), Bergmolch (Triturus alpestris), Gemeine Winterlibelle (Sympetrum fusca), Gemeine Sichelschrecke (Phaneroptera falcata), Sumpfschrecke (Mecostethus grossus), Schwalbenschwanz (Papilio machaon), Blauschwarzer Ameisenbläuling (Maculinea nausithous), Sedina buettneri (Schilfeule), Smaragdspanner (Eucloris smaragdaria).

Erfolge:
Die vorhandenen Pflanzengesellschaften sind zum größten Teil anthropogen überprägt. Ausnahme bildet die Uferzone des Hellenbachs im Westteil des Gebietes, die sich nahezu unbeeinflusst vom Menschen entwickelt haben dürfte.
Der Wald im Westteil des Gebietes mit seinem hohen Anteil an Alt- und Totholz ist besonders für die Avifauna von Bedeutung. Alle sechs Spechtarten brüten hier nebeneinander. Die forstliche Nutzung ist nicht erlaubt.

Konflikte:
Probleme entstehen durch den Besucher- und dem damit verbundenen Autoverkehr zu dem unmittelbar angrenzenden Wildpark Fasanerie. Zusätzliche Belastungen resultieren aus der Frequentierung der im Bereich des NSG gelegenen Kleingärten.

Sonstiges:
Der 3,5 ha große Kohlsee entstand durch Abbau von Mainkies und ist bis zu 6,5 Meter tief. Er ist in seinem derzeitigen Entwicklungsstadium als Rast- und Überwinterungsplatz für verschiedene Vogelarten von Bedeutung. Durch Uferverbuschung und besucherlenkende Maßnahmen und durch die Einstellung der fischereilichen Nutzung 1982 wird der See praktisch gar nicht mehr durch den Menschen in Anspruch genommen. Beabsichtigt ist eine Entwicklung des Kohlsees zu einem Hecht-Schlei-See durch natürliche Sukzession.
Viele seltene Tierarten wie der Steinkauz, Specht und Fasan haben hier ihr Zuhause gefunden. Es handelt sich um den „Kirschwingert“, eine große, alte Streuobstwiese östlich von Mittelbuchen, die seit vielen Jahren von der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Hanau gepflegt wird. Ein Erfahrungsbericht einer Schülerpraktikantin

Eine Streuobstwiese in Hanau
Der Kirschwingert ist inzwischen ein Zuhause vieler Tiere, die den Schutz und den Lebensraum der jungen und alten, zum Teil abgestorbenen Bäume nutzen. Damit das auch so bleiben kann und Steinkauz, Specht und Co in Ruhe brüten können, pflegt die Untere Naturschutzbehörde der Stadt Hanau (UNB) durch Herrn Minnert und seinen zwei Mitarbeitern vom Behinderten- Werk- Main- Kinzig die Streuobstwiese und andere Flächen in Hanau das ganze Jahr über.
Pflege durch die untere Naturschutzbehörde:
Nadine Anton und Alexander Schäfer nehmen die Plätze der, seit Mitte 2011 weggefallenen, Zivildienstleistenden ein. Sie und ihr Betreuer Jürgen Minnert sorgen für den Baumschnitt und die Mahd und Entfernung von unerwünschten Pflanzen, wie z.B. dem Jakobskreuzkraut, das bei Pferden und Rindern zum Tode führen kann. Um den Bauern das zu ersparen haben Herr Minnert und seine Mitarbeiter das Kreuzkraut vor dem Erblühen abgemäht und abtransportiert, damit die Samen nicht auf das benachbarte Nutzfeld fliegen können.
Durch das einmalige, jährliche Abmähen der kompletten Wiese, hat sich eine reiche Artenvielfalt an Wiesenblumen entwickelt, die Nahrungsgrundlage für viele Insekten ist.
Ärgerlich ist jedes Mal, wenn Herr Minnert auf der Wiese illegale Müllentsorgungen findet, denn von alten Autoreifen, bis hin zu einem Reisekoffer voll mit altem Fleisch war eigentlich schon alles dabei. Neben solchen, zum Teil leider Regelfällen, bieten der Kirschwingert und auch die anderen Gebiete, die das Team pflegt, das ganze Jahr über viel Arbeit.

Streuobstwiese:
Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen in Hessen und müssen regelmäßig gepflegt werden, um eine Verbuschung der freien Flächen zu vermeiden. Eine hohe Hecke von stacheligen Weisdornbüschen, anders bekannt als „Schlehen“, umgibt das Grundstück. Damit eine neue Generation von Obstbäumen nachwachsen kann, wurden in den vergangenen Jahren immer mal ein paar neue Jungbäume nachgepflanzt. Wie der Name schon sagt überwiegen natürlich die Kirschbäume auf dem Wingert. Andere Obstsorten, wie Äpfel sind auch vertreten, aber nicht in der Vielzahl der Kirschbäume. Doch nicht nur Obst, sondern auch andere Bäume, sowie Wildhecken, Hagebuttensträucher, Brombeersträucher, Schlehen u. a. stehen auf dem Grundstück.
Trotzdem werden Alte, zum Teil abgestorbene Bäume bewusst stehen gelassen um seltenen Vogel- oder Fledermausarten Nistplätze zu ermöglichen. Aber auch viele Käfer, denen das Totholz als Unterschlupf und Nahrung dient, sind auf diese Bäume angewiesen.
Schließlich leben mehr als 5000 Pflanzen- und Tierarten auf einer Streuobstwiese, wie z.B. den Bodenbrütern, vielen Insekten, Vögeln, Wild etc.
Meistens werden Streuobstwiesen mehrfach genutzt, z.B. zur Obsterzeugung, Heugewinnung, Imkerei und als Viehweide, doch der Kirschwingert ist inzwischen keine kommerziell genutzte Fläche mehr, denn hier wird die Natur fast „sich selbst überlassen“, damit die Tiere so ungestört wie möglich leben können. Darüber freuen sich natürlich alle Lebewesen, die sich auf der Wiese befinden, denn die süßen, kostbaren Früchte werden nicht abgeerntet und können somit von Rehen, Vögeln, Hasen und anderen Wildtieren verspeist werden.

Nutzung des Kirschwingert früher und heute:
Früher wurden einzelne Obstbäume an Privatleute verpachtet, damit diese die Früchte ernten und die Bäume pflegen können, doch nach einiger Zeit wurden die Bäume vernachlässigt, weil der Marktpreis in Relation mit dem Arbeitsaufwand zu gering war, als das sich eine Ernte „gelohnt“ hätte. Die Folge war, dass die Wiese und die Bäume „zuwucherten“ und die Artenvielfalt der Pflanzen und somit auch der Tiere zurückging. Um dem entgegen zu wirken pflegt die UNB die Wiese schon seit ca. 20 Jahren. Ursprünglich hatte das Grundstück nur eine Größe von 0,8 ha. Durch Ausgleichsmaßnahmen für große Bauvorhaben in der Stadt wurden Flächen hinzugekauft, so dass der heutige Kirschwingert auf eine Größe von 4,2ha herangewachsen ist.

Als Streuobstwiese ist der Kirschwingert in Mittelbuchen ein Teil des „Grünen Rings“ um Hanau. Der rund 70 km lange „Ring“ umfasst auch mehrere Naturschutzgebiete und trägt damit zum Klimaschutz und zur Artenerhaltung bei.
Streuobstwiesen sind kleine Paradiese aus Menschenhand. Sie zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Deutschland. Daher stehen sie in Hessen auch unter besonderem Schutz. Rund um Hanau gab es einstmals viele Streuobstwiesen, doch die Bestände gehen zurück.

Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlicher Sorten und Alters "verstreut" auf einer Wiese. Sie sind Teil einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft.
Das Obst wird mit umweltverträglichen Bewirtschaftungsmethoden erzeugt und die Wiesen nur ein bis zweimal im Jahr gemäht.
Durch das Wechselspiel von extensiv genutzten Wiesen und Obststämmen finden hier viele Tiere und Pflanzen einen Lebensraum. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) schätzt, dass ca. 5000 Tier- und Pflanzenarten auf, an und mit den Streuobstwiesen leben. Die Streuobstwiesen gehören damit zu den artenreichsten Lebensräumen in Deutschland und haben daher eine hohe Bedeutung für die biologische Vielfalt.
Streuobstwiesen sind kleine Paradiese aus Menschenhand und können als "Zivilisationsbiotope" nur überleben, wenn der Mensch permanent pflegend eingreift: durch Schnitt an den Bäumen und Kurzhalten der Wiese. Erfolgt dies nicht, so überaltern die Bäume und sterben irgendwann ab. Die Wiesen hingegen verbuschen ohne permanente Mahd. Nach wenigen Jahren ohne Pflege ist so ein artenreiches Biotop zerstört.

**Bedeutung des Streuobstbaus für Landschaftspflege und Naturschutz, als Kulturgut und als Erwerbszweig sowie für Naherholung und Tourismus.

Streuobstwiesen sind Teil einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Apfel-, Birnen-, Kirschen- und Pflaumenbäume unterschiedlichen Alters stehen hier „verstreut“ und werden nicht intensiv gepflegt.
In Mitteleuropa zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Sie prägen das heimische Landschaftsbild und haben positive Auswirkungen auf alle Naturgüter: Boden und Wasser, Klima und Luft und natürlich auch auf den Menschen