Denkmäler

Klosterruine Wolfgang

Klosterruine Wolfgang

Geschichtsbewusstsein prägt auch das moderne Hanau.
Auf den ersten Blick haben sie wenig gemeinsam, der Mainhafen, Schloss Philippsruhe, das einstige Römerbad in Kesselstadt, ein Münzschatz sowie Speierling-Bäume, die Steinheimer Gerichtslinde oder die "Tischbeineiche" in Wilhelmsbad. Doch eines verbindet sie: ihr Denkmalstatus. Allein 50 denkmalgeschützte Gebäude gelten zum Kulturgut im Stadtgebiet Hanau nach der Haager Konvention. Gerne können Sie sich in der Online Datenbank des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen auf Recherche nach Kulturdenkmälern und Gesamtanlagen in Hanau begeben.
MORITZ UND DAS TANZENDE BILD
Oppenheim-Denkmal

2006 regten der „Förderkreis Denkmal Moritz Daniel Oppenheim“ und der Gesprächskreis Kultur der Stadt Hanau an, dem Maler ein bleibendes Zeichen der Erinnerung zu setzen. Politische Beschlüsse wurden 2007 gefasst. Durch den Hanauer Stadtumbau ergab sich 2008 die Möglichkeit, einen internationalen Wettbewerb für ein Monument auf dem neuen Freiheitsplatz zu initiieren. Eine mit namhaften Fachleuten besetzte Jury und ein Bürgerbeirat empfahlen 2013 den Vorschlag „Moritz und das tanzende Bild“ des renommierten Stahlbildhauers Robert Schad zu realisieren, was Magistrat und Stadtverordnetenversammlung 2014 beschlossen. Das zweiteilige Kunstwerk wurde im Juni 2015 in der Mitte des Hanauer Stadtlebens platziert. Die Idee des Bildhauers: „Bei einem abendlichen Spaziergang durch Hanau erscheint Moritz Daniel Oppenheim ein großes Bild, das zu tanzen scheint. ...

Nichts ist darin, wie er es bisher kennt: Horizonte stürzen, Gegenstände fallen aus dem Bild heraus. Der Künstler nimmt die Erscheinung in Erinnerung mit sich und versucht zu malen, was er sieht. Erst fast 100 Jahre später gelingt es Malern Bilder zu gestalten, die keine Menschen, Gegenstände und Landschaften abbilden. Moritz war der erste, der ein solches Bild sah, ohne es je auf Leinwand gebannt zu haben.“ Das Tanzende Bild ist ein monumentaler, in den Raum gezeichneter Rahmen, mehrfach gebrochen, von diagonalen Horizonten, mit einer Säule und einer ellipsenartigen Form durchzogen. In seiner ausladenden Form und seiner gewagten Statik bildet es einen diametralen Partner zum biedermeierlich gekleideten Moritz und reagiert zugleich auf die strenge Architektur der Stadtloggia. Dass Moritz sich selbstbewusst dem Neuen und Unbekannten stellt, ist Aufforderung an uns, es ihm gleich zu tun. Nur in der selbstbewussten Auseinandersetzung auch mit scheinbar unüberwindlichen Hürden können scheinbar unlösbare Aufgaben gelöst werden und sich die Gesellschaft weiterentwickeln. Dafür ist ein unaufgeregter Blick nach vorne, wie ihn Oppenheim praktiziert, eine Grundvoraussetzung. Der gekippte Rahmen ist transparent, verstellt den Raum nicht und schreibt sich in ihn hinein. Beim Vorbei- und Hindurchgehen vermitteln sich den Betrachtern wechselnde Perspektiven, die dynamisieren. Trotz Tonnenschwere wirkt die Skulptur tänzerisch leicht. Aus der Begründung der Jury: „Robert Schad setzt durch das Denkmal im Dialog zwischen figürlicher und abstrakter Gestaltung ein urbanes und selbstbewusstes Stadtzeichen. In der Gestaltung besteht ein ideales Zusammenspiel von klar gegliederter Gebäudefassade und kraftvoller, aber zugleich verspielter Skulptur. Das Denkmal fügt sich organisch in das architektonische Umfeld ein. Es entsteht ein offener Denk- und Kunstraum. Das Kunstwerk kann sofort erfasst werden und gibt zugleich der Phantasie der Betrachter/innen freien Raum.“