Wallonisch-Niederländische Kirche

Wallonisch Niederlaendische Kirche

Wallonisch-Niederländische Kirche

Die Wallonisch-Niederländische Kirche an der Französischen Allee ist trotz seiner weitgehenden Zerstörung ein hochbedeutendes Baudenkmal. Mit der Ansiedlung wallonischer und niederländischer Glaubensflüchtlinge ab 1597 in der Hanauer Neustadt wurde auch der Bau eines Gotteshauses für die beiden Bevölkerungsgruppen in Angriff genommen.  Von 1600 bis 1608 wurde die mächtige Doppelkirche errichtet. Bis zu ihrer Zerstörung am 19. März 1945 durch einen alliierten Fliegerangriff stellte sie durch die bauliche Verbindung von zwei Gotteshäusern in einem für alle sichtbar das Symbol der religiösen Einheit der Neubürger dar.
Wall Kirche

Wallonisch-Niederländische Kirche

Im Dach der Kirche waren einst sechs Stockwerke von vier bis fünf Metern Höhe vorhanden. Sie bot rd. 2000 Gemeindemitgliedern Platz. Die Kirchenuhr wurde am 11. November 1611 vom Steinheimer Tor in den Kirchturm gebracht. Das etwa drei Meter lange, drei Meter tiefe und zwei Meter hohe Denkmal einmaliger Uhrenbaukunst befindet sich heute im Stadtladen des Hanauer Rathauses am Marktplatz. Es ist eines der größten und ältesten seiner Art in Deutschland. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Niederländische Kirche in ihrer ursprünglichen Gestalt wieder aufgebaut, während die Ruine der größeren Wallonischen Kirche als Mahn- und Gedenkstätte an die Zerstörung der Stadt erinnern soll. In das Gebäude integriert wurde das Diakoniezentrum der Kathinka-Platzhoff-Stiftung der Wallonisch-Niederländischen Gemeinde Hanau. Die Wallonische Kirche steht nicht nur für die Geschichte wallonischer und niederländischer Glaubensflüchtlinge sowie die Gründung von Neu-Hanau mit all seinen wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Ausstrahlungen nach ganz Europa. Das Gebäude hat auch Sportgeschichte geschrieben: Hier wurde am 3. April 1848 während des ersten allgemeinen deutschen Turntages der Deutsche Turnerbund gegründet.