Hanau aufLADEN

Hanau aufLADEN
Die Stadt Hanau reagiert mit entschlossenen Komplizen auf die Herausforderungen, die sich wohl den allermeisten Innenstädten hierzulande massiv stellen: Umsatzrückgang, Qualitätsverlust, Leerstand. Mit dem Projekt Hanau aufLADEN wird das Stadtleben kreativ und ganzheitlich erneuert und mit vereinten Kräften, frischen Ideen und großer Lust auf neue Läden in Richtung Zukunft überführt.

Die Innenstadt ist der essenzielle Ort unserer Stadtgemeinschaft. Damit er das bleibt, müssen gute und kreative Geschäftsmodelle erhalten, entwickelt und gefördert werden. Damit Einkauf, Gastronomie, Begegnungen, persönliche Beratung und gemeinsames Erleben weiterhin hier verortet bleiben, gilt es jetzt, besondere Läden zu eröffnen, relevante Räume und Flächen zu schützen, innovative Netzwerke und Plots zu initiieren und die Stadt so auf die 2020er Jahre optimal vorzubereiten.

Mit dem Pop-up-Store „Hanau aufLADEN“ in der Nürnberger Straße ging es im September 2020 los: Durch „Von & Zu – Lifestyle für Hunde“ entstand hier zunächst ein ungeahntes Hundeparadies, das mit Qualität, Nachhaltigkeit und Zukunftspotenzial eine Handelsnische besetzte. Dieser erste Pop-up zeigte, wie innovativer Handel unkompliziert und kurzfristig möglich wird und setzte den Startschuss für die Kampagne zur Vitalisierung der Innenstadt, die in der Presse bundesweite Beachtung erlangte.
 
Hieraus hat sich binnen weniger Wochen ein dynamisches Pop-up-Konzept innerhalb der Stadt ausgebildet, das kreative Unternehmer*innen aus Hanau und der Metropolregion anspricht: Der entfachte Hanauer Pop-up-Gedanke erreichte kurzerhand die Gastronomie und wandelte den Fronhof zu einer Kulturwirtschaft mit modularem Außengelände. Darüber hinaus empfiehlt sich eine exklusive Ladenfläche im Forum Hanau für Flexibilität und Retail in begehrter Nachbarschaft. Auch „Place de Provence“ wurde als temporäres Projekt gestartet und kombiniert nun Bistro mit Boutique zu einem frankophilen Wohlfühlort. Die Etablierung des „Tacheles KunstKaufLADEN“ mit angeschlossenem Café und regionalem Sortiment steht in den Startlöchern. Sie ist ein weiterer wichtiger Baustein für eine vielfältige Innenstadt mit besonderen Einkaufserlebnissen und folgt einem innovativen wie nachhaltig wirkendem Leerstandsmanagement.

Mit einer Vorkaufssatzung für Innen- und Altstadt hat sich Hanau bereits den notwendigen Handlungsspielraum geschaffen, um das Stadtbild vor Immobilienspekulation und Profitgier besser zu schützen und den Einzelhandel vor Billigläden und Leerstand zu bewahren. So kann es – wie im Januar 2021 in der Hospitalstraße geschehen – künftig einfacher gelingen, auf Fehlentwicklungen zu reagieren und verlorene Teile unserer Stadt wieder zurückzugewinnen, neu auszugestalten. Die Innenstadt ist seit jeher als die Energiequelle anerkannt, wie sie bereits im antiken Griechenland durch die Agora ähnlich beschrieben wurde. Sie kennzeichnet den zentralen Versammlungsplatz und Bezugspunkt einer Stadt, der Austausch und soziales Miteinander fördert. Auch hier und heute gilt die Innenstadt als das bestimmende Merkmal einer selbständigen, handlungsfähigen Großstadt. Um die grundsätzlich überaus positive Stadtentwicklung Hanaus zu festigen und erreichte Erfolge auszubauen, braucht es unbürokratische Umsetzungen spannender Ideen, Herzblut, Förderung, die Verwandlung leerer Läden und die Vernetzung relevanter Akteure vor Ort, die dem Einzelhandel mehr denn je persönlichen Charakter verleihen und ihn mit unkonventionellen Geschäftsmodellen ausstatten.
 
Im März diesen Jahres hat ein neuer Betreiber im Pop-up-Store Einzug erhalten: „Vollkonzept“. Der Name steht für viele Konzepte unter einem Dach, denn hier schließen sich verschiedene Hanauer Schmuckkünstler*innen und Designer*innen zusammen, um ihre Arbeiten – ausgefallenen Schmuck, Malerei, Fotografien,Accessoires und Möbel - auszustellen und Kreativworkshops anzubieten. Zu den Hauptausstellern zählen unter anderem UNA, SpiegelDesign, say time, Leonie Og, MIKROschmuck und Linda Engel.
 
Wenn die wegen des Lockdowns aktuell geschlossenen Geschäfte in Hanau wieder öffnen dürfen, können sich Besucherinnen und Besucher der Innenstadt auf ein neues Highlight freuen: In der Fußgängerzone, an der Ecke Nürnberger Straße und Schnurstraße, eröffnet der Hanauer KunstKaufLADEN „Tacheles“. Der Pop-up-Laden bietet in den ehemaligen Geschäftsräumen des Schuhhauses Dielmann Original-Kunstwerke zu erschwinglichen Preisen. „Der neue KunstKaufLADEN führt unser Programm ‚Hanau aufLADEN’ fort, das mit attraktiven und kreativen Einzelhandelskonzepten die Innenstadt belebt und dem Leerstand entgegenwirkt. Die Stadt entwickelt Ideen für die Zukunft und setzt sie um. Wir sind Betreiber des KunstKaufLADEN und damit auch in einer Vorreiter-Position“, erklärt Martin Bieberle, Stadtentwickler und Geschäftsführer der Hanau Marketing GmbH, die den KunstKaufLADEN betreiben wird. Das neue Geschäft ist Teil des städtischen Konzepts ‚Hanau handelt‘, das neben Corona-Hilfsmaßnahmen für den ansässigen Handel als zweiten Schwerpunkt das Thema Stadtentwicklung zum Inhalt hat. Kunst für alle: Im KunstKaufLADEN gibt es Kunstwerke für jeden Geschmack, von Malerei über Fotografie und Grafik bis zu Skulpturen. Alle Werke sind Originale und stammen von Künstlerinnen und Künstlern vorwiegend aus der Region. Die Eröffnung ist für Juni geplant.

Die aktuellen Herausforderungen sind ungeahnt komplex. Sie reichen von einer schier übermächtigen Konkurrenz des Online-Handels über innerstädtische Mietsteigungen bis hin zu aktuellen pandemiebedingten Schließungen. Unsere Kampagne, Strategien und Aktionen wirken diesen schwierigen Entwicklungen kurz-, mittel- und langfristig entgegen. Hierbei wird ebenso die Bestandspflege wie eine dringende – und gerade in Zeiten von Corona immer essenzieller werdende – Digitalisierung und Neuausrichtung des Einzelhandels mit der Leidenschaft all unserer Komplizen fokussiert. Hanau aufLADEN denkt den Einzelhandel im Team mutig nach vorne, handelt statt zu resignieren, öffnet Räume zur Entfaltung – und definiert die Innenstadt als sozialen Treffpunkt und unabdingbaren Gemeinschaftsort für alle Bürger*innen neu.